Tuesday, March 21, 2023

Tyrannei - Dein Name ist Notstand

Das Original dieses Textes befindet sich unter:

https://www.theepochtimes.com/tyranny-thy-name-is-emergency_5125158.html


Tyrannei - Dein Name ist Notstand

von Jeffrey Tucker

In den letzten Tagen hat die Bundesregierung einen katastrophalen Weg im Bereich der Banken und Finanzen eingeschlagen. Ihre Maßnahmen garantieren eine Verschärfung des Problems, sei es in naher Zukunft oder auf lange Sicht. Diese "Notmaßnahmen" haben in der Tat ein moralisches Risiko geschaffen, das den gesamten Sektor und die gesamte Wirtschaft im Laufe der Zeit ruinieren könnte. Kurz gesagt, die Regierung hat gerade 100 Prozent der Einlagen in Großbanken garantiert, was sich auf fast 10 Billionen Dollar an Rettungsgarantien beläuft.

Es gibt keinen lebenden Denker, der glaubt, dass dies eine gute Idee ist. Warum sollten sie es tun? Nach allem, was wir bisher über die chaotischen paar Tage im Weißen Haus wissen, haben sie es getan, weil sie nicht wussten, was sie sonst tun sollten. Sie befürchten, dass der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank (SVB) zu einer Ansteckung führen würde. Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass dies der Fall ist.

Die SVB ist aus bestimmten Gründen gescheitert, die mit ihrem Anleiheportfolio zusammenhängen. Angestachelt von den Bundesaufsichtsbehörden, die Staatsanleihen den Vorzug vor den exotischen Finanzinstrumenten gaben, die 2008 solche Probleme verursachten, setzte die Bank voll auf festverzinsliche Anleihen. Ihr gesamtes Portfolio wurde abgewertet, als die Zinsen nach der Änderung der Fed-Politik stiegen. Anstatt einen Haircut vorzunehmen, wie es viele Großbanken taten, unternahm diese Bank nichts.

Man hätte die Bank einfach in Konkurs gehen lassen sollen. Die Einleger hätten am Ende vielleicht 70 Cent für den Dollar bekommen. Aber was soll's? Das passiert eben, wenn man sein Geld auf nicht versicherten Konten aufbewahrt. Pech für Harry und Meghan, aber so ist es nun mal. Ein bisschen mehr Strenge wäre hier sehr schön zu sehen gewesen. Heute sähe es ganz anders aus, wenn die Risikomanagement-Teams ihre kühnen Bestände genauer unter die Lupe nähmen und die Einleger ihre Konten gewissenhafter ausgleichen würden.

Stattdessen hat die Regierung die Rationalität im Namen des Notstandes völlig zunichte gemacht.

Das haben wir schon einmal erlebt. Es gibt sehr enge Parallelen zwischen dieser Reaktion auf eine Bankenkrise - keine Bank darf scheitern, kein Einleger darf Geld verlieren - und der irrsinnigen Reaktion auf COVID. Die unausgesprochene Annahme hinter der COVID-Reaktion war, dass es die Aufgabe der Regierung sei, Infektionen zu minimieren oder sogar zu beseitigen. Diese Idee war von Anfang an völlig abwegig, und der Versuch, sie umzusetzen, hat das Land und die Welt in den Ruin getrieben. Das alles geschah unter dem Deckmantel des Notstands.

Lassen Sie uns an diesem Wochenende drei Jahre zurückgehen, um zu sehen, was passiert ist. Am 9. März 2020 twitterte Donald Trump, dass das Coronavirus ähnlich wie eine Grippe verlaufen könnte und dass die Regierung nichts dagegen tun könne oder solle. Menschen sterben. So ist das nun einmal. Die Regierung hat keine magische Macht, das zu verhindern. Mit dieser Intuition, so unbeholfen er sie auch formulierte, hatte er genau Recht.

In den nächsten drei Tagen änderte sich etwas. Am 12. März verhängte er eine Reiseblockade aus Europa, dem Vereinigten Königreich und Australien, und drei Tage später erließ er eine Abriegelungsverfügung für das ganze Land. Viele andere Länder folgten. Was genau geschah, um seine Meinung zu ändern? Alles deutet auf die Leute hin, die Trump zugeflüstert haben, dass es sich nicht um einen normalen Virus handelt. Es handelte sich vielmehr um eine Biowaffe aus einem Labor. In diesem Fall mussten alle "Keimspiele", die die nationale Sicherheit im vergangenen Jahr gespielt hatte (Crimson Contagion und Event 201), umgesetzt werden.

Trump musste nur noch zustimmen. Bedenken Sie, dass er von all den Branchen und Sektoren angeschrien wurde, die von einer Abriegelung profitieren würden: Technologieunternehmen, Medien, Großmärkte, Online-Händler, Bürokraten des öffentlichen Gesundheitswesens, Pharmaunternehmen und eine ganze Reihe von Politikern, die auf der Suche nach Großzügigkeit waren. Was in dieser Schar von Angsthasen fehlte, war ein Wissenschaftler, der darauf hinweisen konnte, dass ein Biowaffenvirus aus dem Labor in seinen Auswirkungen auf die Bevölkerung immer noch wie ein Virus aus dem Lehrbuch funktionieren muss.

Was sie taten, war, im Schnellverfahren einen Impfstoff zu entwickeln, der nicht gebraucht wurde, selbst wenn er bei 90 Prozent der Bevölkerung funktionierte. Unglaublicherweise wurde der Impfstoff zu einer eigenen Biowaffe, sobald er der Masse der Bevölkerung aufgezwungen wurde, und führte zu einer weit verbreiteten Verschlechterung der Gesundheit und sogar zum Tod. Im Namen der Kontrolle einer vermeintlichen Biowaffe haben sie eine solche geschaffen.

Der richtige Ansatz wäre gewesen, sich auf die notwendigen Therapeutika zu konzentrieren, um kranke Menschen wieder gesund zu machen. Dieses Anliegen wurde jedoch ignoriert. Die CDC und die NIH kümmerten sich nicht darum, was dazu führte, dass die Ärzte mit leeren Händen dastanden, sobald sie mit kranken Patienten konfrontiert wurden. Es bedurfte einer Gruppe freimütiger, normaler Ärzte, um herauszufinden, dass es wiederverwendete Medikamente gibt, die funktionieren könnten. Die Regierung hingegen konzentrierte sich nur darauf, die Menschen zu beatmen und Panik zu verbreiten.

Mit anderen Worten, es war die Ausrufung des Notstands, die die Menschen dazu brachte, den Kopf zu verlieren und alle bekannten Informationen über Viren und die Eindämmung von Krankheiten zu vergessen. Stattdessen wurde ein wildes und verrücktes Experiment zur universellen Kontrolle der Menschen durchgeführt, als ob wir alle Laborratten in ihrem wissenschaftlichen Projekt wären. Das war eine Katastrophe für die öffentliche Gesundheit, die Wirtschaft, die Kultur und das Recht.

Etwas ganz Ähnliches hat sich am Wochenende bei der SVB abgespielt. Anstatt die Sache als das zu behandeln, was sie war - das Scheitern eines schlecht geführten Unternehmens -, warf das Weiße Haus in Panik alle bekannten wirtschaftlichen Prinzipien und jegliche Rationalität in den Müll. Es ist nur gesunder Menschenverstand, dass man Institutionen, die schreckliche Fehler machen, nicht aus der Patsche hilft, um nicht genau die Bedingungen zu schaffen, die dazu führen, dass sich diese Fehler in anderen Institutionen wiederholen. Aber hat es sie interessiert? Nein. Und warum? Weil es ein Notfall war.

Es gibt nur eine Art von Bankensystem, das keine Bankenzusammenbrüche toleriert: ein nicht funktionierendes System. Die Verhinderung von Bankenzusammenbrüchen ist ganz einfach das falsche Ziel mit dem falschen Maßstab, so wie auch die Abschaltung von Viren durch das falsche Ziel mit dem falschen Maßstab motiviert war. Das Problem ist, dass die Mächtigen in den heißen Kisten der Panik und des Ausrastens die falschen Leute sind, um diese Entscheidungen zu treffen, und doch sind sie es, die sie treffen.

Wir sind Zeugen eines weiteren Versagens des Verwaltungsstaates, in dieser Krise genauso wie in der letzten. Es sind Menschen mit zu viel Macht, ohne Rechenschaftspflicht und mit zu wenig Wissen und Weisheit. Und doch sind sie es, die das Sagen haben! Und es scheint, dass jedes Mal, wenn sie etwas tun, um ein Problem zu beheben, sie das Problem noch schlimmer machen. Das vermeintliche Heilmittel scheint immer schlimmer zu sein als die Krankheit.

In diesem Land und in allen Ländern ist eine große und dramatische Reform erforderlich. Der Verwaltungsapparat des Staates muss vollständig ausgeschaltet und entkernt werden. Das muss jetzt geschehen. Und diese Lösung muss auf breiter Basis angewandt werden, egal ob es sich um Krankheiten, Energie, Banken, Geld und alles andere handelt. Solange das nicht geschieht, gibt es guten Grund, pessimistisch zu sein, was die Sache der Freiheit selbst angeht.

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind die Meinung des Autors und spiegeln nicht notwendigerweise die Ansichten der Epoch Times wider.

Der Westen ist hypermoralisch und hat doppelte Standards: Das nutzt China aus (Thomas Fasbender)


https://www.berliner-zeitung.de/open-source/der-westen-wendet-normen-an-die-er-selbst-nicht-einhaelt-das-macht-ihn-unglaubwuerdig-li.329039

Thomas Fasbender

Der Westen ist hypermoralisch und hat doppelte Standards: Das nutzt China aus

Die Beurteilung des russischen Angriffskriegs fällt im Westen eindeutig aus. Das ist richtig so. 
Aber mit den eigenen moralischen Schwächen nimmt man es nicht so genau. 

Ein Gastbeitrag - Thomas Fasbender

Handelsblockaden, heutzutage Wirtschaftssanktionen genannt, haben eine lange Geschichte: das antike Athen gegen die Megarer, die mittelalterliche Hanse gegen Kaufleute aus Norwegen, Napoleons Kontinentalsperre gegen Großbritannien 1806. Bis in die Moderne dienten Embargos zur Durchsetzung wirtschaftlicher und politischer Ziele von Einzelstaaten und Bündnissen.

Mit den weltumspannenden Institutionen Völkerbund und Vereinte Nationen traten dann multilaterale Ziele in den Vordergrund: die Sicherung bestehender Ordnung, die Durchsetzung etablierter Normen. Noch das erste UN-Exportembargo, 1966 gegen das damalige Rhodesien verhängt, zielte auf die Restitution des britischen Kolonialregimes; die weißen Kolonisten hatten widerrechtlich ihre Unabhängigkeit erklärt.

Politik heißt Herrschaft und Macht

Mit dem Ende des Kalten Krieges, dem vermeintlichen „Ende der Geschichte“, traten zunehmend die USA und ihre Verbündeten als Hüter von Recht und Ordnung auf. Seinem Selbstverständnis nach verteidigt der sogenannte globale Westen, also die europäisch geprägten Länder beider Hemisphären, die Autorität der „regelbasierten Weltordnung“ – einer Ordnung, die angeblich (ein Lieblingsargument deutscher Diplomaten) „auf der Stärke des Rechts und nicht auf dem Recht des Stärkeren“ beruht. In denselben Zusammenhang gehören Begriffskonstrukte wie Staatengemeinschaft oder internationale Gemeinschaft als angeblich willensbildende Instanz, ähnlich wie Journalisten gerne von der „Menschheit“ sprechen, die angeblich den Klimawandel bekämpft.

In der Realität begegnen wir hier keiner globalen Perspektive, sondern einer sehr eurozentrischen: Die in Rede stehenden Wert- und Ordnungsvorstellungen wurzeln in der europäischen Denktradition und in keiner anderen. Wir übersehen auch gerne, dass Politik im 21. Jahrhundert genau das Gleiche zum Gegenstand hat wie vor 2000 Jahren: nicht das Gute, Wahre, Schöne, sondern Herrschaft und Macht. Ordnung setzt unter allen Umständen Macht voraus, Autorität. Dasselbe gilt für postulierte Rechte, auch Menschenrechte. Ohne die Macht, sie durchzusetzen, sind es leere Forderungen; Rechte bleiben Denkfiguren, solange nicht eine Zivilisation ihnen realen Raum schafft.

Was bedeutet moralische Hybris?

Zugleich erleben wir eine unübersehbare Tendenz zur Moralisierung der Politik. Steckt hinter dieser Flucht in Werte eine Selbsttäuschung? Verdrängen wir so unsere wachsende Irrelevanz? Wie lange kann der globale Westen, der keine 15 Prozent der Weltbevölkerung und inzwischen weniger als die Hälfte der Weltwirtschaftsleistung repräsentiert, noch Macht projizieren?

Die hier vertretene These: Unsere Ambitionen werden gleich dreifach scheitern – an moralischer Hybris, an den eigenen Widersprüchen und an der Mobilisierung des Gegners.

Der Reihe nach. Was bedeutet moralische Hybris? In Deutschland ist unser übersteigerter Demokratenstolz ein gutes Beispiel. Wer nicht so demokratisch ist wie wir, kann gleich wieder einpacken; das beginnt hinter der polnischen Grenze. Ohne Rücksicht auf Verluste, auf Konflikt oder Eskalation, propagieren wir unsere Ordnung; unser Fortschrittsziel ist nicht weniger als die universale Herrschaft der Menschen- und Minderheitenrechte. Weltweit. Drunter tun wir’s nicht.

Aber werden wir damit Erfolg haben? Jeder kennt die Antwort: nein. Doch wehe, jemand spricht sie aus. Das erklärt auch die permanente Mobilisierung. Moralisch überspannte, zugleich tief verunsicherte Medienmenschen treiben Politik und Öffentlichkeit dem Endsieg zu. Freiheit für alle! Keine Kompromisse! Keine Relativierungen! Kein Schritt zurück!

Die Hybris gebiert ihre eigenen Widersprüche

Getrieben vom „Furor teutonicus“ schießt die Hybris übers Ziel hinaus. In der Empörung über den russischen Angriffskrieg erwachen kollektive Ressentiments. Das Kind wird mit dem Bade entsorgt, vor hundert Jahren verblichene Literaten und Komponisten büßen für Putins Invasion. Historiker beschwören die despotisch-asiatische russische Herrschaftstradition, das ewige Gestern in den gesellschaftlichen Strukturen.

In den Augen des Publikums wird der osteuropäische Krieg zum „Clash of Civilizations“. Die Briten setzen noch einen obendrauf. In seinem 2021 erschienenen Buch „Germany’s Russia Problem“ konstatiert John Lough ein politisches Zivilisationsgefälle in Europa, das schon die Deutschen (die einstigen „Hunnen“ der britischen Kriegspropaganda) als unsichere Kantonisten erscheinen lässt.
Die Hybris gebiert ihre eigenen Widersprüche. Gehört nicht zu den Grundsätzen europäischer Gerechtigkeit der Satz: In dubio pro reo? Im Zweifel für den Angeklagten? In der Realität schrecken wir nicht einmal vor Sippenhaft zurück. Im Fall des in Deutschland besonders verfolgten usbekisch-russischen Unternehmers Alischer Usmanow stehen sogar Schwestern und Neffen auf der Sanktionsliste. Da reicht ein einziger Zeitungsartikel – schon werden Einreiseverbote ausgesprochen, Konten eingefroren, Vermögen konfisziert.

Wenn die USA und ihre Verbündeten das Völkerrecht brechen, geschieht es im Namen der Humanität
Zu den Widersprüchen gehören die doppelten Standards, ein im Nichtwesten beliebter Vorwurf. Darunter fallen Ereignisse wie der Einmarsch in den Irak 2003, die Sezession des Kosovo 2008, das Nato-Bombardement Serbiens 1999 oder die Annexion der Golanhöhen durch Israel 1981. Der Westen bleibt ungerührt, beharrt auf seinem Narrativ: Wenn die USA und ihre Verbündeten das Völkerrecht brechen, geschieht es im Namen der Humanität, der Freiheit oder moralisch legitimer Normen. Die Übertretung dient der Vermeidung von Blutvergießen und Schlimmerem.

In der Vergangenheit, zumal während der unipolaren Phase nach 1990, blieben derartige Debatten ohne Belang. Die Deutungshoheit über Gut und Böse oblag dem Weltpolizisten USA, da biss die Maus keinen Faden ab. Deng Xiaopings berühmtes Diktum aus jener Zeit – „Verberge dein Licht und wachse im Schatten“ – beweist, wie lebensklug der Vater des chinesischen Comebacks die Realitäten sah. Doch diese Realitäten ändern sich. 2010 überstieg die Wirtschaftsleistung der nichtwestlichen Länder zum ersten Mal seit über eineinhalb Jahrhunderten jene der westlichen. 2013 verkündete Xi Jinping die „Neue Seidenstraße“. 2014 annektierte Wladimir Putin die Halbinsel Krim. Der anstehende Zeitenbruch wurde unübersehbar.

Rückbau der Globalisierung

Vor diesem Hintergrund kommt das dritte Kriterium zum Tragen: die Mobilisierung des Gegners. Die gegen Russland (und andere) gerichteten Strafmaßnahmen zeigen aller Welt die Daumenschrauben im Folterkasten der Amerikaner und Europäer. Das weckt Widerstand, und zwar auch dort, wo man (noch) gar kein Opfer von Sanktionen ist.

Staaten reagieren proaktiv und befreien sich von potenziellen Risiken. Vorrangig betrifft das die weltumspannende Infrastruktur und Arbeitsteilung: Internet, Finanzwesen, Energieversorgung, kritische Rohstoffe und Bauteile, Handelswege. Es kommt zum Decoupling, zum Rückbau der Globalisierung. Dieser Rückbau findet allenthalben statt, in beiden Richtungen, auch in Europa. Und da die Sanktionspolitik vom Westen ausgeht, folgt dem Decoupling eine Block- oder Lagerbildung entlang der neuen Frontlinie Westen versus Nichtwesten.

Die Konsequenzen sind massiv. Wo der Westen weltumspannende Systeme dominiert, arbeiten nichtwestliche Akteure fieberhaft an funktionsfähigen Alternativen, von Finanztransaktionen bis zum Internet. Sie betreiben die Entdollarisierung ihres Rohstoffhandels und investieren in die technologische Aufholjagd. Man kann argumentieren, das seien logische Schritte auf dem Weg zur posteuropäischen Welt. Gefährlich für den Westen ist auch weniger der Verlust seines technologischen Vorsprungs. Gefährlich sind die Block- und Lagerbildungen und die damit einhergehende Konfrontation.

Noch will niemand (außer den Russen) einen Krieg riskieren

Die Hartleibigkeit der westlichen Politik ist jedenfalls mitverantwortlich: die Überdehnung unserer Erwartungen an die nichtwestliche Welt. Diese Erwartungen rühren aus Zeiten, als wir schon aufgrund unserer technologischen, wirtschaftlichen und militärischen Überlegenheit Gefügigkeit einfordern konnten. Doch solche Zeiten sind Vergangenheit.

Noch will niemand (außer den Russen) einen Krieg riskieren, erst recht nicht mit den USA. Noch geht es vorrangig um Augenhöhe – verbunden mit der Bereitschaft zu Sach- und Regelkompromissen auch im sogenannten Eingemachten. Der Ukraine-Krieg wird zur Probe aufs Exempel. Der Westen hat sich aus dem Fenster gelehnt, fordert die Heilung sämtlicher Brüche des Völkerrechts durch Russland seit 2014 – einschließlich der Krim-Annexion. So wird der Kriegsausgang zum Lackmustest des westlichen Standings im 21. Jahrhundert.

Den Preis für Putins fatale Fehlentscheidung zahlen die Kriegsparteien

Russlands Herausforderung der internationalen Ordnung trifft den globalen Westen auf dem falschen Fuß. Er ist zu stark, um Putin den Regelbruch durchgehen zu lassen, zugleich aber zu schwach, um die „internationale Gemeinschaft“ hinter sich zu vereinen. Der solidarisierende Effekt, den der Krieg innerhalb des globalen Westens hat, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass weite Teile der Weltbevölkerung (nicht nur Systemgegner wie China) abseits stehen und die Partie am Spielfeldrand verfolgen.

Der Ukraine-Krieg wird so lange andauern, wie den USA und China gleichermaßen an einer Schwächung Russlands gelegen ist. Wobei Russland an seiner Inkompetenz und Selbstüberschätzung scheitern wird – nicht am überlegenen Geist der regelbasierten Ordnung. Das noch unter der Sowjetunion eurozentrische riesige Reich wird zum Juniorpartner der Chinesen in einer multipolaren Welt. Für Peking ist der rohstoffreiche Nachbar ein Gewinn sondergleichen, ein Meilenstein bei der Rückkehr zu verlorener Weltgeltung.

Den Preis für Putins fatale Fehlentscheidung zahlen die Kriegsparteien: eine beschädigte Generation, eine in weiten Teilen zerstörte Ukraine, Diktatur oder Chaos in Russland. Mit Blick auf den Fortgang der Geschichte wirkt der Krieg wie ein Beschleuniger, ein Katalysator in der Zeit. Die russische Invasion hat uns den Epochenbruch vor Augen geführt, auch wenn sie ursächlich gar nicht wirksam ist. Die entscheidenden Triebkräfte liegen viel tiefer: in den historischen Megatrends der Bevölkerungsentwicklung und der Weltwirtschaft. Daran wird auch das neue westliche Gemeinschaftsgefühl nichts ändern.




Wednesday, March 15, 2023

Die Torheit der Regierenden: Der Sturz des amerikanischen Imperiums (Jim Quinn)

Die Torheit der Regierenden: Der Sturz des amerikanischen Imperiums
https://uncutnews.ch/die-torheit-der-regierenden-der-sturz-des-amerikanischen-imperiums/ 
von Jim Quinn, 19.02.2023 
„Die Torheit ist ein Kind der Macht.“ – Barbara W. Tuchman, Die Torheit der Regierenden. Von Troja bis Vietnam, 1984 
„Ein Phänomen, das sich durch die gesamte Geschichte zieht, unabhängig von Ort und Zeit, ist die Umsetzung einer Politik durch die Regierungen, die ihren eigenen Interessen zuwiderläuft. Es scheint, dass die Menschheit beim Regieren schlechtere Leistungen erbringt als bei fast jeder anderen menschlichen Tätigkeit. In diesem Bereich ist die Weisheit, die als die Ausübung eines Urteilsvermögens auf der Grundlage von Erfahrung, gesundem Menschenverstand und verfügbaren Informationen definiert werden kann, weniger wirksam und enttäuschender als sie sein sollte. Warum handeln Inhaber hoher Ämter so oft entgegen den Empfehlungen der Vernunft und des aufgeklärten Eigeninteresses? Warum scheinen intelligente mentale Prozesse so oft nicht zu funktionieren?“ – Barbara W. Tuchman, Die Torheit der Regierenden. Von Troja bis Vietnam, 1984 
Der Begriff „Torheit“ ist in dieser Phase des Niedergangs des großen amerikanischen Imperiums besonders treffend. Torheit wird definiert als „kriminell oder tragisch törichtes Handeln oder Verhalten; ein übermäßig kostspieliges oder unrentables Unterfangen“. Wenn es jemals ein Wort gab, das die Handlungen amerikanischer Politiker im 21. Jahrhundert erfasst und den tragischen Niedergang eines Imperiums widerspiegelt, das aus der Asche des Zweiten Weltkriegs entstanden ist, dann ist es der Begriff „Torheit“. 
In den letzten zwei Jahrzehnten hat mich die Dummheit unserer Politiker verwirrt, die die Nation in einem erstaunlich lächerlichen Tempo in ein bodenloses Schuldenloch getrieben, militärische Konflikte auf der ganzen Welt angezettelt und in den letzten drei Jahren eine menschenfeindliche Politik eingeleitet haben, die garantiert unser Wirtschaftssystem zerstört, den Planeten entvölkert, das menschliche Leid vergrößert und die Welt in einen Techno-Gulag verwandelt, in dem wir nichts besitzen, Insekten essen und uns den Befehlen globalistischer Overlords beugen werden.
Nichts von dem, was uns aufgedrängt wird, basiert auf Vernunft, Fakten oder gesundem Menschenverstand. Warum initiieren Regierungen eine Politik, die dazu bestimmt ist, die Nationen zu zerstören, deren Verwaltung ihnen anvertraut wurde? Ist es reine Inkompetenz und Dummheit, oder ist es zielgerichtet und böse? 
Als ich letzte Woche den Begriff Torheit hörte, erinnerte ich mich an die Lektüre des Buches von Barbara Tuchman aus dem Jahr 1984 – Die Torheit der Regierenden: Von Troja bis Vietnam. Nach der Lektüre ihrer mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Abhandlung über die ersten Tage des Ersten Weltkriegs – The Guns of August – wurde ich sofort ein großer Fan ihrer Arbeit. Sie hatte die Fähigkeit, die langweiligen, trockenen Fakten der Geschichte mit ihren lebhaften Beschreibungen der Ereignisse zum Leben zu erwecken und sie für den Durchschnittsbürger interessant zu machen. 
Ihr erzählerischer Scharfsinn war unübertroffen. Sie gab einem das Gefühl, Teil der Geschichte zu sein. Anschließend las ich ihr anderes mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Werk – Stillwell and the American Experience in China – sowie The Zimmerman Telegram, The Proud Tower: A Portrait of the World before the War – 1890-1914, und A Distant Mirror: The Calamitous Fourteenth Century. Aber es ist ihr Buch March of Folly, das die Absurdität unserer Welt zu diesem Zeitpunkt der Geschichte einfängt. 
Tuchman behandelt vier Fälle in der Geschichte, in denen Regierungen paradoxerweise eine Politik verfolgten, die ihren eigenen Interessen eindeutig zuwiderlief. Die ersten drei waren: die Entscheidung der Trojaner, das griechische Pferd in ihre Stadt zu bringen, das Versagen der Renaissance-Päpste, jene Faktoren zu berücksichtigen, die zur protestantischen Reformation im frühen 16. Jahrhundert führten, und Englands Politik gegenüber den amerikanischen Kolonien unter König George III. 
Die Hälfte ihres Buches von 1984 widmete Tuchman jedoch der jüngsten Dummheit der Regierung – dem Vietnamkrieg. Vietnam war immer noch eine offene Wunde in den Köpfen der Amerikaner, nach dem Tod von 58.000 US-Soldaten, über 150.000 Verwundeten und dem emotionalen und physischen Tribut jener, die von dem, was sie gesehen hatten und tun mussten, um zu überleben, gezeichnet zurückkamen. Dieser epische Wahnsinn hatte auch den Tod von über 2 Millionen Vietnamesen zur Folge. Es scheint, dass die arroganten Führer aller Imperien in die Falle törichter Handlungen aus Hybris und Überschätzung ihrer intellektuellen und politischen Macht tappen.

„Die Torheiten, die die den Verlust amerikanischer Tugenden nach Vietnam verursachten, beginnen mit ständigem Überreagieren, mit der Erfindung einer gefährdeten nationalen Sicherheit, und der Erfindung einer Entschlossenheit, die rapide ein Eigenleben annimmt.“ – Barbara W. Tuchman, Der Marsch der Torheit: Von Troja bis Vietnam 
Für ein Imperium, das erst 1946 durch die Zerstörung Europas und Japans entstand, und für eine Vereinbarung zwischen den Besiegten und den fast bankrotten Siegern, den US-Dollar zur Weltleitwährung zu erheben. Dieser Weg zum Imperium begann kurz nachdem Jefferson davor gewarnt hatte, dass unsere Herrscher uns nicht mit immerwährenden Schulden belasten sollten, und George Washington davor warnte, sich nicht in ausländische Verstrickungen und kostspielige Bündnisse einzulassen. Lincolns Konsolidierung der Bundesmacht trieb die Nation weiter in die Verschuldung und schuf einen Präzedenzfall für den Einsatz militärischer Macht zur Durchsetzung politischer Ambitionen. 
Während unsere industrielle Stärke wuchs, blühten die imperialistischen Tendenzen weiter auf, wobei sich die Regierung und die Medien (Randolph Hearst) zusammentaten, um den Spanisch-Amerikanischen Krieg anzuzetteln. Nachdem Woodrow Wilson mit dem Versprechen gewählt worden war, die USA nicht in den Ersten Weltkrieg zu ziehen, brach er sein Versprechen und schickte amerikanische Truppen in einen Krieg, in dem wir nichts zu suchen hatten. Dies geschah, nachdem er bereits die finanzielle Zukunft unserer Nation an eine private Bankenkabale (Anm.d.Ü.: das Federal Reserve System) übergeben und die fortwährende Schaffung von Schulden und Steuern in Gang gesetzt hatte, die schließlich die Dynamik des Zusammenbruchs herbeiführen würden, der jetzt vor unserer Haustür steht. 
„Der Prozess zum Erringen von Macht beinhaltet Mittel, die den Strebenden entwürdigen oder brutalisieren, bis er herausfindet, dass Macht mit dem Verlust von Tugend oder moralischen Werten einhergeht.“ – Barbara W. Tuchman, Der Marsch der Torheit: Von Troja bis Vietnam
Wilsons globale Machenschaften und seine Beteiligung am rachsüchtigen Vertrag von Versailles legten den Grundstein für den Zweiten Weltkrieg, in dem die Vorherrschaft des amerikanischen Imperiums ihren Aufstieg begann und machtgierige Männer den letzten Nagel in den Sarg der Idee einer amerikanischen Republik des Volkes, durch das Volk und für das Volk schlugen. Amerika hat jeden Anspruch darauf verspielt, ein tugendhaftes und moralisches Licht in einer sich verdunkelnden Welt zu sein. Stattdessen haben diejenigen, die die Verfassung in den letzten Jahrzehnten entwürdigt und verworfen haben, die Hebel der Macht innerhalb der Regierung in die Hand genommen und üben ihre tragisch törichten Intrigen auf eine verrückt gewordene Welt aus. 
Seit Bretton Woods sichergestellt hat, dass der US-Dollar auf der ganzen Welt die Oberhand gewinnt, hat das amerikanische Imperium expandiert und den Rest der Welt gefügig gemacht. Wenn Bestechung nicht funktionierte, wurden Raketen und Bodentruppen eingesetzt. In den achtundsiebzig Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg war unsere Nation nicht ein einziges Mal mit einer Bedrohung konfrontiert, die den Einsatz unseres Militärs erforderte, aber irgendwie haben unsere politischen Führer auf Geheiß des militärisch-industriellen Komplexes mehr als 250 Mal in Ländern auf der ganzen Welt militärisch interveniert. 
Kein einziger Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg wurde mit einer förmlichen Kriegserklärung ausgetragen, wie es die US-Verfassung verlangt. Der Koreakrieg, der Krieg am Persischen Golf, Bosnien, Libyen, Afghanistan und jetzt die Ukraine wurden alle unter dem Deckmantel von UN-Resolutionen geführt. Vietnam, Irak und der nicht enden wollende Krieg gegen den Terror wurden alle vom Kongress genehmigt, ohne dass eine formelle Kriegserklärung abgegeben wurde. Im Grunde kann der US-Präsident bombardieren, wen er will, überall auf der Welt, ohne jemandem Rechenschaft ablegen zu müssen.

Tuchman konzentrierte den Großteil ihres Buches auf die bis dahin größte Torheit des amerikanischen Imperiums, den Vietnam-Krieg. Die hartnäckigen Aspekte der Torheit spielten alle eine Rolle beim katastrophalen Resultat dieses törichten und blutigen Konflikts.
„Ihre drei herausragenden Haltungen – die Vergesslichkeit gegenüber der wachsenden Unzufriedenheit der Wählerschaft, das Primat der Selbstverherrlichung und die Illusion, unverwundbar zu sein – sind hartnäckige Aspekte der Torheit“ – Barbara W. Tuchman, Der Marsch der Torheit: Von Troja bis Vietnam 
Lyndon Johnson, ein arroganter, machthungriger Politiker, hörte auf seinen seelenlosen, neokonservativen, kriegstreiberischen Verteidigungsminister Robert McNamara und auf schwafelnde, inkompetente Generäle, als er den gefälschten Angriff im Golf von Tonkin als Grund für die Ausweitung des Vietnamkriegs anführte. Johnson sah die USA als letzte Bastion gegen die Expansion des Kommunismus durch die Sowjetunion und China. 
Er und der militärisch-industrielle Komplex, vor dem Eisenhower gewarnt hatte, hielten sich für unverwundbar und in der Lage, jeden Feind zu besiegen. Sie fanden es lächerlich, dass ein mächtiges Militärimperium von einfachen Bauern in Reisfeldern besiegt werden könnte. Er war so arrogant, dass er glaubte, er könne sich sogar über das ökonomische Gesetz hinwegsetzen, das besagt, dass man zwischen Waffen und Butter wählen muss. Er entschied sich für Waffen, Butter und seinen Wohlfahrtsstaat der „Great Society“. Diese irrsinnigen Entscheidungen haben einen Tsunami aus Inflation, Schulden und unendlichen Vertuschungsaktionen in Gang gesetzt, um dem Imperium den Anschein von Stabilität und Macht zu verleihen.

Als Johnson tonnenweise Bomben abwarf, Dörfer mit Napalm überzog, Agent Orange versprühte, um den Dschungel zu entlauben, während er seine eigenen Soldaten vergiftete, und 550.000 junge Männer in die Sümpfe der Hölle auf Erden schickte, begann die amerikanische Öffentlichkeit zu begreifen, dass es kein vitales strategisches Interesse an Vietnam gab. Er ignorierte die gewalttätigen Proteste und die wachsende Unzufriedenheit im Land, die von der Jugend angeführt wurde. McNamara erkannte, dass der Krieg nicht zu gewinnen war, und trat 1968 zurück. 
Johnson entschied sich daraufhin, 1968 nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten. Aber es liegt in der Natur einer einmal in Gang gesetzten Torheit, dass sie weitergeht. Obwohl die Politiker, Bürokraten und Generäle 1967 wussten, dass der Krieg nicht zu gewinnen war, opferten sie zwischen 1968 und 1975, als der Krieg offiziell beendet wurde, das Leben von 38.000 amerikanischen Jungs. Diese Jungs waren Kanonenfutter, damit ihre Führer ihr Gesicht wahren konnten und nicht zugeben mussten, dass sie mit diesem Krieg eine schreckliche Entscheidung getroffen hatten.

Schwache Männer ließen lieber zu, dass sich die schreckliche mörderische Dynamik fortsetzte, als ihre Torheit zu beenden. Ein Mangel an intelligentem Denken, an Vernunft, an Verständnis für die Tatsachen vor Ort, eine große Portion Hybris, kognitive Dissonanz und Feigheit bei der Weigerung, zuzugeben, dass sie falsch lagen, haben den Ruf der Vereinigten Staaten als Bastion der Rechtschaffenheit und Integrität in der Welt dauerhaft beschädigt. Wie üblich ist die einzige Lektion, die man aus der Geschichte lernen kann, dass die Führer von Imperien nie die Lehren daraus ziehen, warum frühere Imperien gefallen sind. Wie Tuchman feststellte, ist das Beharren auf einem Irrtum die größte Torheit. 
„Die Torheit bestand nicht in der Verfolgung eines Ziels in Unkenntnis der Hindernisse, sondern in der Beharrlichkeit bei der Verfolgung trotz der sich häufenden Beweise, dass das Ziel unerreichbar war und die Wirkung in keinem Verhältnis zu den amerikanischen Interessen stand und schließlich der amerikanischen Gesellschaft, dem Ansehen und der verfügbaren Macht in der Welt schadete.“ – Barbara W. Tuchman, Die Torheit der Regiernden: Von Troja bis Vietnam
Seit Tuchman ihr Buch im Jahr 1984 geschrieben hat, haben die Verantwortlichen in diesem Schuldenimperium noch weitaus schrecklichere Taten der Torheit begangen, während wir uns der Auflösung und dem Untergang dieses kurzlebigen Militärreichs nähern. Und die Geschwindigkeit dieser törichten Unternehmungen hat sich nur noch beschleunigt, da jede törichte Unternehmung zu noch törichteren Reaktionen führt, mit denen versucht wird, die vorangegangenen Täuschungsmanöver zu vertuschen. Die Lehren aus Vietnam wurden nicht gezogen, als wir im Irak-Iran-Krieg auf der Seite von Saddam intervenierten, weil der Iran den 1953 durch einen CIA-Putsch eingesetzten Diktator stürzte.

Die CIA bewaffnete auch Osama bin Laden und seine Mudschaheddin-Gruppen, um die Sowjetunion im sowjetisch-afghanischen Krieg zu bekämpfen. Ein paar Jahre später war Saddam unser Todfeind, weil er wegen eines Grenzstreits in Kuwait einmarschierte. Und Osamas Al-Qaida-Kämpfer wurden zum Staatsfeind Nr. 1, nachdem sie für den 11. September 2001 verantwortlich gemacht wurden und damit den Krieg gegen den Terror auslösten. 
Dann täuschten Bush Jr. und seine neokonservativen Marionettenspieler Cheney und Rumsfeld die Bedrohung durch Saddams Massenvernichtungswaffen als Vorwand für den katastrophalen Irakkrieg vor, in dem Tausende amerikanischer Soldaten umsonst getötet und verwundet wurden und Generationen neuer muslimischer Feinde durch das massenhafte Abschlachten von Irakern geschaffen wurden. Die Lektion, dass das sowjetische Imperium in Afghanistan unterging, haben die egoistischen Psychopathen nicht verstanden, die dann die nächsten zwei Jahrzehnte damit verbrachten, noch mehr junge Männer im Kampf gegen die Taliban zu opfern, um sich dann nach einem beschämenden Scheitern zurückzuziehen und das Land wieder den Taliban zu überlassen, die dann jeden folterten und töteten, der mit den USA kollaborierte, und den Frauen erneut alle Rechte nahmen. Mission Accomplished, wie Bush Jr. sagen würde.

Aber es war während der Error-Herrschaft des Friedensnobelpreisträgers Obama, als die Torheiten eine neue Stufe der Täuschung und der Chaosbildung erreichten. Sowohl Syrien als auch Libyen wurden von Diktatoren regiert, die nach ihrer eigenen Pfeife tanzten und sich dem imperialen amerikanischen Imperium nicht beugten. Sie verfügten über Öleinnahmen, moderne Städte und ziemlich säkulare Gesellschaften mit wenig Terrorismus oder radikal-islamistischen Einflüssen. Obama, seine neokonservativen Berater und der militärisch-industrielle Komplex brauchten Chaos und Krieg, um ihr Geschäft am Laufen zu halten.

Ein strauchelndes Imperium, das mit einem unaufhaltsamen wirtschaftlichen Niedergang konfrontiert ist, braucht ausländische Feinde, um die Massen abzulenken und die Kassen des Tiefen Staates zu füllen, während die Nation am Abgrund steht. Obama und seine verabscheuungswürdig böse Außenministerin Clinton haben ISIS aus der Asche des Irak-Krieges als Mittel zum Sturz Assads geschaffen. Er finanzierte auch die Kräfte, deren Aufgabe es war, Muammar Gaddafi zu stürzen und zu töten, und tat so, als gäbe es die humanitäre Krise im Jemen nicht. Diese törichten Aktionen haben zu den unvermeidlichen Rückschlägen geführt, zu einem schwindenden Vertrauen der Nationen in die USA, zum Tod von Millionen von Menschen und zur Zerstörung von einst blühenden Ländern, die nichts als Zerstörung und Leid im Kielwasser ihrer imperialen Missgeschicke hinterlassen haben.

Der größte Akt der Torheit während der Obama-Regierung war der von der CIA und Victoria („Scheiß auf die EU“) Nuland initiierte Maidan-Putsch in der Ukraine im Jahr 2014, bei dem der demokratisch gewählte Präsident Viktor Janukowitsch gestürzt und durch die US-Marionette Petro Poroschenko und seine Neonazi-Verbündeten ersetzt wurde. Dieser Staatsstreich wurde absichtlich durchgeführt, um Putins Einfluss in der Ukraine zu schwächen, bereitete aber die Bühne für jene Tragödie, die sich bis heute entfaltet und möglicherweise zum Dritten Weltkrieg führt. 
Putins Reaktion auf den Staatsstreich war die Annexion der Krim, damit die russische Marine ihren Schwarzmeerhafen behalten konnte, und die Unterstützung der russischsprachigen Rebellen im Donbass. Obama zeigte seine feige Ader, indem er eine direkte Konfrontation mit Putin vermied, aber die alte zahnlose Sanktionskarte benutzte, um so zu tun, als würde er Russland schaden. 
Der Propagandakrieg hat nie aufgehört: Die ukrainischen Nazis schossen ein Passagierflugzeug ab und versuchten, den Russen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Acht Jahre lang hatten die Nazis die russischsprachige Zivilbevölkerung in der Ostukraine bombardiert und abgeschlachtet. In der Zwischenzeit nutzte die Verbrecherfamilie Biden das korrupteste Land der Welt aus und melkte es wie eine Milchkuh. Zelensky, ein unbedeutender Sitcom-Schauspieler, wurde 2019 von korrupten ukrainischen Milliardärs-Oligarchen eingesetzt und mit der Aufgabe betraut, einen Krieg mit Russland zu provozieren, indem er seine nazistischen Asow-Legionen im Donbass entfesselte und Frauen, Kinder und andere Nichtkombattanten abschlachtete. Es hat funktioniert. Putins Einmarsch im Februar 2022 sollte die östlichen Provinzen von dem sinnlosen Gemetzel befreien und eine neue Grenze zwischen der Ukraine und Russland schaffen.

Beide Seiten saßen im März 2022 am Verhandlungstisch, als die USA in einem Akt höchster Torheit ihren britischen Lakaien Boris Johnson anwiesen, Zelensky zu bedrohen/bestechen, damit er Hunderttausende von Ukrainern zu Kanonenfutter macht, um den militärisch-industriellen Komplex des Imperiums weiter zu bereichern und zu versuchen, Putin zu einem umfassenderen Krieg zu provozieren, mit dem Ziel, ihn zu stürzen. Natürlich spielt Putin Schach, während unser pädophiler Demenzkranker Dame spielt, aber er will nur ein Eis und seine Windel gewechselt bekommen.

Eins ist sicher. Törichte Handlungen, törichte Interventionen und törichte Politik werden von Narren verordnet und von Narren unterstützt. Die Geschichte der Torheit von Regierungen ergibt vollkommenen Sinn, wenn man erkennt, dass mittelmäßige Menschen mit kleinem Verstand und Machtgier von der Politik angezogen werden und ihre Idiotie leidenschaftlich den Massen aufzwingen, welche zu dumm oder zu apathisch waren, um sich darum zu kümmern, wen sie zu ihrer Führung gewählt haben. 
Die folgenden Zitate beschreiben perfekt, was seit 2020 geschehen ist. 
Ein in einem Keller lebender Demenzkranker mit Wutproblemen, der gerne Kinder anfasst, seine 10% einsammelt und Eiscreme isst, wurde vom Tiefen Staat in einer gefälschten Wahl eingesetzt, um als Teil einer globalistischen Great Reset-Agenda zu zerstören, was von unserer Gesellschaft übrig ist. Die gleiche Strategie wurde verwendet, um einen hirngeschädigten Trottel, dessen IQ vor dem Schlaganfall unter 100 lag, als Senator von Pennsylvania zu wählen, obwohl er nicht in der Lage war, einen zusammenhängenden Satz zu sprechen oder eine einfache Frage zu verstehen. Das sind Kleingeister, die ein „großes“ Imperium leiten. Wir haben verdient, was wir bekommen, und wir werden es wirklich hart bekommen. 
„In dem Maße, in dem sich die Demokratie vervollkommnet, repräsentiert das Amt des Präsidenten mehr und mehr die innere Seele des Volkes. An einem großen und glorreichen Tag werden die einfachen Leute des Landes endlich ihren Herzenswunsch erfüllen, und das Weiße Haus wird von einem ausgesprochenen Schwachkopf geschmückt werden.“ – H.L. Mencken
„Ein großes Imperium und ein kleiner Verstand passen schlecht zusammen.“ – Edmund Burke
Die nahezu irrsinnigen Handlungen, Entscheidungen, illegalen Mandate und die Verschwendung von Steuergeldern zur Bereicherung von pharmazeutischen Megakonzernen und Waffenhändlern zur Bekämpfung der jährlichen Grippe und eines nicht erklärten Krieges gegen Russland sind entweder die Taten eines Verrückten oder von jemandem, der von böswilligen Söldnern gefangen genommen wurde und aus Angst vor den Folgen für sich und seine Familie nach deren Pfeife tanzt. 
Biden war während seiner gesamten 40 Jahre in der Politik eine inkompetente, lügende Fauxpas-Maschine, aber seine Demenz hat ihn zum perfekten Sündenbock für den Tiefen Staat und die globalistischen Bankeninteressen gemacht. Um auf die Definition von Torheit zurückzukommen – kriminell oder tragisch törichte Handlungen oder Verhalten – Bidens Handlungen und Verhalten erfüllen ganz sicher diese Kriterien. Es scheint, dass kein noch so großer Misserfolg und kein noch so katastrophales Ergebnis Biden und seine Kumpane von ihrem sinnlosen Weg der Zerstörung der Wirtschaft und des kulturellen Gefüges der Nation abbringen kann, während sie gleichzeitig einen globalen Flächenbrand gegen zwei Atommächte provozieren. 
Glauben die wirklich an diese lächerliche Great-Reset-Agenda, die auf Klimawandel-Lügen, Entvölkerung, globaler Herrschaft über den Pöbel durch ein paar milliardenschwere Oligarchen und Programmen für künstliche Intelligenz beruht, die die Welt regieren? Hat ihre Ideologie sie blind gemacht für Fakten, für die Vernunft und einen Kurs, der für die Menschheit am vorteilhaftesten wäre? Oder sind dies die Verzweiflungstaten von Menschen, die in der Falle der Dummheit ihrer Vorgänger gefangen sind und sich verpflichtet fühlen, die Welt weiter von einer Klippe in den Abgrund zu führen, weil sie keine Antworten haben?

Wir wissen mit Sicherheit, dass die Staatsverschuldung 31,5 Billionen Dollar beträgt und die ungedeckten Verbindlichkeiten sich auf über 200 Billionen Dollar belaufen und niemals eingelöst werden können. Aber die ganze Welt sitzt im selben Boot, mit einer globalen Gesamtverschuldung von über 300 Billionen Dollar und einer Verschuldung im Verhältnis zum BIP von 350%, verglichen mit 278% kurz vor der großen Finanzkrise von 2008. Das Narrativ vom „chinesischen Jahrhundert“ wird sich ebenfalls als falsch erweisen, da China ein Drittel dieser globalen Verschuldung zu verantworten hat. 
Es gibt kein Entrinnen aus diesem Tsunami von unbezahlbaren Schulden. Die Zentralbanken haben, um die Hyperinflation abzuwehren, die Zinssätze um 2% bis 4% angehoben, was die Zinskosten für die Schulden um 3 Billionen Dollar erhöht hat, auf dem Weg zu 8 Billionen Dollar. Angesichts dieser katastrophalen Situation haben Politiker auf der ganzen Welt die Staatsausgaben irrsinnig gesteigert und sich auf die Klippe zubewegt, ohne die schrecklichen Folgen zu bedenken, die die Bürger erwarten, und die sie eigentlich vertreten sollten.
Sind der Covid-Betrug, die Impfvorschriften, die ausländischen Interventionen, die UFO-Ablenkungen, die Gender-Absurdität, der Wokeness-Schwachsinn und die vorgetäuschte Klimakrise allesamt nur konstruierte Ablenkungen, die es den Verursachern dieses konstruierten Abbruchs ermöglichen, ihren Reichtum bis zum letzten Moment auszuplündern? In Wirklichkeit wird niemand diesen schuldeninduzierten Wahnsinn überleben, wenn sie ein nukleares Armageddon auslösen, weil ihr psychopathischer Grad an Hybris sie blind dafür macht, wohin sie diese Welt treiben.
Jeder, der den Betrug der politischen Parteien und der Medienpropaganda durchschaut hat, die darauf abzielen, abzulenken und Ängste zu schüren, weiß, dass man sich nicht selbst aus dieser misslichen Lage herauswählen kann, in die man sich vor 110 Jahren (Anm.d.Ü.: Gründung der FED) begeben hat. Es gibt nur wenige Optionen, denn eine Art Zusammenbruch ist unvermeidlich. Die Globalisten des Great Reset wollen einen Zusammenbruch, bei dem sie ihren Reichtum, ihre Macht und ihre Kontrolle behalten und Ihr nichts besitzt, Insekten fresst, in einer Schale lebt und Euren Herren gehorchen. 
Wenn der Zusammenbruch erst einmal begonnen hat, weiß niemand, wie er weitergehen wird. Sie werden die Kontrolle über das Narrativ und den Verlauf der Ereignisse verlieren. Hier werden Gruppen rational denkender Patrioten die Gelegenheit haben, einige der Torheiten rückgängig zu machen, die ihnen in diesem Jahrhundert angetan wurden, und einige der Freiheiten wiederzuerlangen, die ihnen genommen wurden, während sie diejenigen bestrafen, die sich des Verrats schuldig gemacht haben. Ernsthafte Menschen werden ernsthafte Maßnahmen ergreifen müssen, um in der kommenden Krise zu triumphieren. 
Die Wahl wird zwischen katastrophal und ungenießbar liegen. Es gibt keine gute Wahl mehr. Eine Zukunft mit wenig oder gar keiner Regierung, mit lokalen Gemeinschaften gleichgesinnter Menschen, die zusammenarbeiten, um ein sinnvolles Leben zu führen, sollte das Ziel sein. Aber wie Plato schon vor über zweitausend Jahren feststellte, werden die Massen unwissend bleiben und durch ihre technischen Spielereien abgelenkt werden, unfähig, über die Schatten und Lügen einer Kultur hinwegzusehen, die manipuliert wurde, um sie vom Denken abzuhalten oder zu begreifen, wie sehr sie von ihren törichten Regierungsführern ausgebeutet und unterdrückt wurden. Der Marsch der Torheit ist unaufhaltsam. 
„Jene, die in der Lage sind, über die Schatten und Lügen ihrer Kultur hinauszuschauen, werden von den Massen nie verstanden werden, geschweige denn wird man ihnen glauben.“ – Plato 
QUELLE: MARCH OF FOLLY: FALL OF AMERICAN EMPIRE <https://www.theburningplatform.com/2023/02/19/march-of-folly-american-empire/>


Saturday, March 11, 2023

Was Feministinnen - und wir alle wissen sollten: Person und Persönlichkeitsrechte



Was ich wünschte, dass Feministinnen wüssten: Die Debatte um die Persönlichkeitsrechte im Zentrum unserer Abtreibungskriege

KOMMENTAR: Je mehr wir Gott aus unseren Herzen und aus dem Zentrum unseres Lebens verdrängen, desto elender und entmenschlichter werden wir, und desto blinder werden wir gegenüber der Menschlichkeit anderer.

Sue Ellen Browder März 8, 2023

Anmerkung der Redaktion: Leserhinweis: Dieser Kommentar beleuchtet die schreckliche Realität der Abtreibung. Lesen Sie ihn mit betender Sorgfalt.

In unserer Kultur stehen sich zwei radikal gegensätzliche Auffassungen von Menschlichkeit gegenüber, und die Abtreibungskriege werden so lange weitergehen, wie die Amerikaner es versäumen, sich diesen beiden Auffassungen von Menschlichkeit zu stellen und sie zu diskutieren. 

Die erste Auffassung vom Personsein könnte man als "Self-Made Man" oder "Self-Made Woman" bezeichnen, die besagt, dass ein Mensch nur dann wirklich "frei" ist, wenn er oder sie völlig unabhängig, getrennt und allein ist. 

Diese Ansicht hat einige, aber nicht alle ihrer philosophischen Wurzeln in den Gedanken des Philosophen Immanuel Kant aus dem 18: Wir gehören zu uns selbst.  

Die zweite Sichtweise des Personseins, die wir als "Mutter Teresa"-Sichtweise bezeichnen könnten, hat ihre modernen philosophischen Wurzeln im Denken des Philosophen John Locke aus dem 17. 

Aufbauend auf diesem "Selbst in Beziehung"-Konzept des Personseins sagen einige Feministinnen des 21. Jahrhunderts, dass eine Frau nicht dann wirklich frei ist, wenn sie in radikaler individualistischer Isolation allein dasteht, sondern nur dann, wenn sie mit anderen in Liebe verbunden ist. 

J. Budziszewski, Philosoph an der University of Texas in Austin, erklärt uns, dass viele Menschen glauben, die beiden Denker stünden sich sehr nahe, weil sowohl Kant als auch Locke sagten, wir sollten andere Menschen nicht als Mittel für unsere eigenen Zwecke benutzen. Sicherlich hätten sowohl Kant als auch Locke gesagt, dass die sexuelle Revolution, wie sie in den letzten 50 Jahren vorangetrieben wurde, philosophisch falsch ist, weil niemand einen anderen Menschen allein auf der Grundlage der Vernunft als Sexualobjekt benutzen sollte, um seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu befriedigen. Sowohl Locke als auch Kant würden es missbilligen, dass die sexuelle Revolution einen anderen Menschen als Mittel zur eigenen sexuellen Befriedigung benutzt, eine Lehre, die sich auch durch den Klassiker Liebe und Verantwortung von Papst Johannes Paul II. zieht. 

Der Unterschied zwischen Kant und Locke, so Budziszewski, liegt in dem Grund, den sie dafür anführen, dass wir andere nicht als Mittel für unsere Zwecke benutzen". Er erklärt weiter: "Locke sagt, wir sind hier, um Gottes Zielen zu dienen; Kant sagt, jeder von uns ist ein Ziel an sich. Locke sagt, wir gehören zu einem anderen, Kant sagt, wir gehören zu uns selbst. Kurz gesagt, während Locke unsere Würde in Gott begründet, macht Kant uns zu kleinen Göttern. Die beiden Denker erweisen sich als so weit voneinander entfernt, wie zwei Denker nur sein können, denn sie beten unterschiedliche Gottheiten an." 

Was in den 1960er Jahren geschah, ist, dass viele kluge junge Menschen meiner Boomer-Generation plötzlich beschlossen, Lockes Auffassung vom Personsein abzulehnen und Kants Auffassung vom Selbst zu folgen. Verwöhnt durch den Wohlstand nach dem Zweiten Weltkrieg, aufgezogen und verhätschelt durch die Erziehungsphilosophien von Dr. Spock, mit einer Hochschulausbildung, die für unsere Großeltern unvorstellbar gewesen wäre, dachten wir nicht nur, wir könnten alles haben. Wir waren stolz darauf, dass wir alles hatten - die vorletzte Errungenschaft aller vorherigen Generationen. Hätte uns in den 1960er Jahren jemand gesagt, dass wir Gott vergessen hätten, hätten viele Boomer wahrscheinlich mit den Schultern gezuckt und geantwortet: "Ja. Worauf willst du hinaus?" 

Wir haben nicht verstanden, dass der Mensch (wie die gesamte Menschheit) im Grunde seines Wesens ein anbetendes Geschöpf ist. Es gibt nichts, was wir tun können, um dies zu ändern. So sind wir nun einmal geschaffen. Wir können unsere natürliche Beziehung zu Gott nicht abbrechen und trotzdem ganz Mensch sein, genauso wenig wie wir aufhören können zu atmen und am Leben bleiben können. 

"Es ist unmöglich, Mensch zu sein und sich nicht zu verneigen", sagte Dostojewski.

"Wenn Gott abgelehnt wird, verneigen wir uns vor einem Götzen." 
Wenn wir den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist nicht anbeten, beten wir etwas oder jemanden anderes an, oft uns selbst. Macht, Geld, Sex, Ehre und körperliche Schönheit sind alles Götzen, mit denen wir uns selbst schmücken und die uns Glück und Freiheit versprechen. Aber wenn wir sie zu Göttern machen, indem wir sie zum Mittelpunkt unseres Lebens machen, versklaven sie uns und zerstören unsere Menschlichkeit. 

Je mehr wir von den Götzen versklavt sind, desto unglücklicher werden wir. Die Angst, der Ennui und die Depressionen, die wir heute bei so vielen Menschen beobachten können, sind nur Symptome des gewöhnlichen Elends, das natürlich entsteht, wenn sich ein radikaler Individualist zu sehr auf die engen Behausungen des "Selbst" konzentriert und dabei Gott und andere ausschließt. Im späten 20. Jahrhundert, als die allgegenwärtige Krankheit der Selbstsucht meine Generation heimsuchte, nannte der Psychologe Martin E.P. Seligman von der University of Pennsylvania die geistige Störung unserer Seelen den "Boomer Blues". Im vierten Jahrhundert nannte der heilige Gregor von Nyssa dasselbe Leiden "die Finsternis des Götzendienstes“. 

Je mehr wir Gott aus unserem Herzen und aus dem Zentrum unseres Lebens verdrängen, desto elender und entmenschlichter werden wir, und desto blinder werden wir gegenüber der Menschlichkeit anderer. Damit schließt sich der Kreis zurück zur Abtreibungsdebatte, die derzeit in unserem Land Staat für Staat geführt wird. 

Das kleine Kind im Mutterleib zum Zeitpunkt der Empfängnis ist kleiner als der Punkt am Ende dieses Satzes. Und doch entsteht in diesem Augenblick, wenn das Spermium in die Eizelle eindringt, die DNA, die dem Kleinen seine Individualität verleiht - seine braunen Augen, sein lockiges Haar, sein kleines schiefes Lächeln -. Seine einzigartige DNA, die in einem Augenblick entsteht, kennzeichnet seine Persönlichkeit so vollständig, dass, sollte er in 20 Jahren (Gott bewahre) in ernsthafte Schwierigkeiten mit dem Gesetz geraten, die Staatsanwaltschaft seine DNA gegen ihn verwenden kann, um ihn vor Gericht zu verurteilen. 

Er ist winzig, verletzlich und in erschreckendem Maße abhängig. Er nimmt fast überhaupt keinen Raum ein. Da er keine Kontrolle über den Raum (den Bereich des Handelns) hat, ist er in den Augen vieler reicher und mächtiger Politiker eine bloße Chiffre - ein Niemand. Und doch hat er in der Dimension der Zeit alles, was den Reichen und Mächtigen fehlt. Wo sie nur Lärm haben, hat er Stille. Wo sie Spaltung und Krieg haben, hat er Verbindung und Frieden. Wo sie gewaltsam mit ihren Mitmenschen konkurrieren, um mehr zu haben, ruht er in der Stille und kann einfach sein. In den Augen der Reichen und Mächtigen ist er eine bloße Chiffre - ein unbedeutender Niemand. Doch trotz seiner winzigen Größe und seines Mangels an weltlicher Macht verkörpert er die gesamte Zeit von seiner Zeugung bis zu seinem Tod und darüber hinaus. Denn dies ist keine vorübergehende Seele, deren DNA plötzlich ins Dasein geplatzt ist. Dies ist eine verkörperte menschliche Seele auf einer Reise durch die Zeit. Dies ist eine Seele, die für die Unsterblichkeit bestimmt ist. 

Wer wird sagen, dass ein so kleiner Mensch irgendeine Bedeutung hat? Wer kümmert sich um ihn in seiner Verborgenheit? Wer wird ihn in seinem Schweigen beschützen? Wer wird ihn mit Liebe in die menschliche Gemeinschaft aufnehmen? In dem Augenblick, in dem sich seine DNA bildet, kann ihn nur seine geliebte Mutter vor Schaden bewahren. Wenn der Kleine sich im Schoß seiner Mutter einnistet, ist es ihr großzügiges "Ja!" zu einer Einheit von zwei, die sein Leben in Liebe beginnen wird. 

Was aber, wenn sie Nein sagt? Was ist, wenn sie sagt: "Nicht jetzt, mein Kind, und niemals. Ich habe mein eigenes Leben zu leben. Ich habe zu arbeiten und Geld zu verdienen. Ich gehöre nicht zu dir. Ich gehöre mir selbst. Ich kann mich nicht mit jemandem abgeben, der so schwach und so klein ist wie der Punkt am Ende dieses Satzes." 

Was wäre, wenn die geliebte Mutter des Kleinen im Mutterleib so etwas frei heraus sagen würde? Oder was ist, wenn die junge Mutter verängstigt und allein ist und niemanden hat, auf den sie dauerhaft zählen kann, um Liebe und Unterstützung zu erhalten? Was ist, wenn der leibliche Vater des Kindes sich nicht darum kümmert? Dann passiert nur allzu oft etwas Schreckliches. In ihrem Buch "Ungeplant" beschreibt Abby Johnson, wie sie bei der schnellen und unblutigen Trennung eines ungeschützten, 13 Wochen alten ungeborenen Babys von der verlassenen Mutter dabei war, als sie den Vorgang auf einem Ultraschallbild beobachtete: 

"Meine Augen klebten noch immer an dem perfekt geformten Baby, als ein neues Bild auf dem Bildschirm erschien. Die Kanüle - ein strohhalmförmiges Instrument, das an einem Saugschlauch befestigt ist - war in die Gebärmutter eingeführt worden und näherte sich der Seite des Babys. ... 

"Zunächst schien das Baby die Kanüle nicht zu bemerken. Sie tastete sanft die Seite des Babys ab, und für eine kurze Sekunde spürte ich Erleichterung. Natürlich, dachte ich. Der Fötus spürt keinen Schmerz. Das hatte ich zahllosen Frauen versichert, so wie es mir von Planned Parenthood beigebracht worden war. Das fötale Gewebe fühlt nichts, wenn es entfernt wird. Reißen Sie sich zusammen, Abby. Das ist ein einfacher, schneller medizinischer Eingriff. ... Die nächste Bewegung war das plötzliche Zucken eines winzigen Fußes, als das Baby zu strampeln begann, als ob es versuchte, sich von dem tastenden Eindringling wegzubewegen. Als die Kanüle hineingedrückt wurde, begann das Baby, sich zu drehen und wegzuwinden. ...

"Und dann brach die Stimme des Arztes durch ... 'Beam mich hoch, Scotty', sagte er leichthin zur Krankenschwester. Er sagte ihr, sie solle die Absaugung einschalten - bei einer Abtreibung wird die Absaugung erst eingeschaltet, wenn der Arzt das Gefühl hat, die Kanüle genau an der richtigen Stelle zu haben. ... Und dann sackte der kleine Körper zusammen und verschwand vor meinen Augen in der Kanüle. Das letzte, was ich sah, war das winzige, perfekt geformte Rückgrat, das in die Kanüle gesaugt wurde, und dann war alles weg. Und die Gebärmutter war leer. Völlig leer."
In Sekundenschnelle, mit einem Wink des Zauberstabs, weicht die reine Beziehung und Verbindung einer stillen Leere. Kein blutiges Durcheinander. Kein fötaler Schmerzensschrei. Nicht einmal ein Wimmern. Nur ein scherzhaftes "Beam mich hoch, Scotty", gefolgt von Leere. 

Etwas in der Frau stirbt in diesem Moment zusammen mit ihrem Kind, auch wenn sie vielleicht Jahre braucht, um zu erkennen, was es war. 

Sie wird diese Stunde nie vergessen. Dies ist die Sichtweise der Persönlichkeit, die ihr von oben herab von den Männern vermittelt wurde, die die juristische Trennwand zwischen Mutter und Kind errichtet haben, die als Roe v. Wade bekannt ist und die nun aufgehoben wurde. 

Sie wird diese Stunde nie vergessen. Das ist die Auffassung von der Menschlichkeit, die ihr von oben herab von den Männern vermittelt wurde, die die juristische Trennwand zwischen Mutter und Kind, bekannt als Roe v. Wade, geschrieben haben, die nun aufgehoben wurde. 
Und was können diejenigen, die Roe v. Wade mit ihren sorgfältig formulierten politischen Erklärungen weiterhin verteidigen, jetzt für sie tun? 

Sie können nichts für sie tun. Sie sind nicht daran interessiert, etwas für sie zu tun. Sie haben nicht den Wunsch, sich zu kümmern. Sie schauen hin und haben kein Mitgefühl.

Mit dem Schwenken eines Zauberstabs und einem "Beam me up, Scotty" hat die Ehe zwischen dem abtreibungsbefürwortenden Zweig des Feminismus und der sexuellen Revolution das Ende ihrer Reise erreicht. Der Zug der sexuellen Revolution, mit all seinen modischen Denkern an Bord, ist an seinem stillen Ziel angekommen. Die Verbindung mit dem anderen ist unterbrochen. Die Frau hat ihr reines Blutopfer an die Götter der Sexrevolution gebracht, und sie ist wieder ungebunden und "frei" - "frei", um unbelastet rund um die Uhr für den Konzern zu arbeiten, "frei" und verfügbar für sexuelles Vergnügen auf Abruf. 

Wieder einmal ist sie leer, und die weltliche Welt hat sie allein gelassen. Erst wenn sie Gottes liebende Vergebung sucht und die höhere Wahrheit erfährt, dass sie bei ihm nie allein ist, wird sie den Frieden und die Heilung finden, die sie braucht, um wirklich frei zu sein. In ihrer wiedergewonnenen Würde wird sie dann in der Lage sein, ihren natürlichen weiblichen Genius auszuüben, indem sie in ihrem Herzen "Raum für einen anderen" schafft und die Liebe der Gottesmutter Maria mit der Welt teilt.


Deutschland 2023: Regierung = Machthaber??



Lieber M, liebe Freunde,

vor einem Jahr hätte ich Dir wohl noch zugestimmt, wenn Du unsere Regierenden als „Machthaber" bezeichnet hättest. Durch Corona hat sich mE die Bundesrepublik als im Wesen spät- oder schein-demokratisch geoffenbart. Die EU war eigentlich sowieso noch nie demokratisch. Jede Republik, in der die Bürger nicht tugendhaft sind, endet in einer Tyrannis (die ja nicht alle Schreckensherrschaften sind). Entscheidend: Die Abnahme der aktiven / passiven Fähigkeit zur Wahrheit, die die Vernunft verkümmern und die Freiheit unverteidigt lässt.

“Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“, hat irgendjemand oder zwei gesagt. Mit der Euro-Krise, der Migrations-Krise und dann dem Ausbruch des Klima-Krieges (Krieg in dem Sinne jeder umfassende und absolute Notstand mit unmittelbarer Wirkung auf einen ganzen Staat) wurde mir klar, dass die Wahrheit und damit die Freiheit akut in Bedrängnis ist. War sie schon immer. Klar. Aber das war eine zunehmend neue Qualität der Lüge bzw mit Macht durchgesetzten "Vermutung". Ohne Wahrheit aber keine Freiheit.  Überall ist die Wahrheit seither peu a peu verschwunden. Aus den Medien, Parlamenten und der Öffentlichkeit… Im Namen der Alternativlosigkeit und Solidarität… Das aber sind keine demokratischen Begriffe. Es sind Kriegs-Parolen.

Die verschiedenen Einrichtungen, die die Freiheit im einzelnen schützen sollten, wurden nach und nach abgeräumt, neben irgendwelcher nicht verfassungsgemäßer Gremien u.a. auch durch den Umweg "Europäische Vereinheitlichung"(auch so eine Art „Heiliges Paradigma“): Grundrechte inkl Staatsorganisation mit Gewaltenteilung und Gesetzlichkeits- / Rechtsstaatprinzip, Meinungsfreiheit, Recht auf körperliche Unversehrtheit etc, Minderheitenrechte, vielleicht sogar freie und gleiche Wahlen, das letzte Lendentuch der Legitimation...

Alles das ist in der Zeit der Corona-Politik unter die Räder gekommen. Ich hätte Dir also bis 2022 durchaus zugestimmt, dass es sich de facto um Usurpatoren handelt. Zwar durch eine Wahl an die Macht gekommen, aber danach schein-demokratisch die Regeln ändernd / erfindend - ohne Opposition, ohne unabhängige und kritische Medien oder Verfassungsgericht. Nicht immer böswillig (wobei die Spaltung der Gesellschaft vorsätzlich nach dem Macchiavellischen Prinzip "Divide et Impera" geschehen seine dürfte), aber "ist eben so gelaufen". Macht macht Recht und ist oft nur Flucht aus der Verantwortung (für einen Fehler zum Beispiel). Aber manchmal eben auch Absicht - Great Reset, WEF und so... 

Doch seit dem Ukraine-Krieg, insb der Nordstream-Geschichte, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob der Berliner Zirkus wirklich „Machthaber“ ist. Vielleicht sind die Leute in Berlin tatsächlich nur Marionetten - und waren es schon während des Corona-Coups. Wer die Fäden zieht, weiss ich nicht sicher, vermute aber sie sitzen oberhalb von Sleepy Joe (Du kennst die Doku: www.stopworldcontrol.com ?). Das Sitcom-Bild unten ist, finde ich, ziemlich gut. Scholz ist das Schoßhündchen. Aber die Chefs sind gar nicht abgebildet (auch Klaus Schwab ist nicht der Koch sondern nur Kellner). Vielleicht ist das hier auch alles nur „Truman-Show“… 

Also: Ja - aber vielleicht nein zur Machthaberei. Doch von meiner Seite aus keine Rechthaberei dabei. Kann man anders sehen. Gott befohlen, Ihr drei. Auf die Deutsche Republik (oder eine richtig gute Monarchie - aber wer von uns vieren soll es machen? ;-)! 

Euer JP

P.S. Soeben wurde ich bei Joe Rogan (per Remnant TV) darauf aufmerksam gemacht, dass nicht nur Klaus Schwab damit angibt, seine Leute „demokratisch“ in die Kabinette gebracht zu haben ("Vee have penetrated ze cabinets“). Das Gleiche sagt wohl auch der Böse in der Star Wars Trilogy… :-) Klaus Schwab, der typische "böse Deutsche“, hat alles abgeguckt und schon ausgeplappert. Das Böse ist zum Glück auch dumm.








 

Friday, March 10, 2023

Elternschaft ist wie ein Fegefeuer

Elternschaft ist wie ein Fegefeuer (von Claire Dwyer)

Original: https://spiritualdirection.com/2023/03/08/parenting-is-a-purgative-way

Vor ein paar Wochen habe ich in einem seltenen Anfall von Organisationstalent einige Akten aufgeräumt und bin dabei auf einen Ordner gestoßen, der seit... ich weiß nicht, wie lange nicht mehr angefasst worden war. Auf jeden Fall vor unserem Umzug vor zehn Jahren, und wahrscheinlich schon lange davor. 

Der verblasste lila Ordner enthielt einen Stapel sorgfältig getippter Papiere. 

Es war mein Versuch, als junge Mutter eine "Lebensregel" für mich aufzustellen. Das Datum am oberen Rand erinnerte mich daran, dass ich es nach der Geburt des dritten meiner sechs Kinder geschrieben hatte, also vor 19 Jahren. Ich befand mich mitten in einer hektischen Zeit, die immer hektischer wurde, und sehnte mich nach einem Gefühl von Normalität und Heiligkeit in diesem Chaos. 

Er war zehn Seiten lang.  

Zehn Seiten mit selbst auferlegten Gebeten und Praktiken, sorgfältig aufgeschriebenen Opfern und Regeln für mich selbst, die stündliche, tägliche, wöchentliche, monatliche und jährliche Andachten umfassten.

Verpflichtungen, die ich zugegebenermaßen nur mit wenig Erfolg einhalten konnte.

Ich fuhr mit den Fingern über die Worte und erinnerte mich an die Frau, die sie geschrieben hatte. Die Frau, die entschlossen war, alles zu tun, was nötig war, um besser und würdiger zu werden. Die junge Mutter, die sich von den ständigen Anforderungen eines jungen Haushalts mit nie endenden Bedürfnissen hin- und hergeschleudert fühlte und sich eine Struktur wünschte, die so streng war wie ein Kloster, um ihr Halt zu geben und sie gut genug zu machen. 

Ich lächelte.

Was ich damals nicht wusste, war, dass der Herr für alle Regeln, die ich aufgestellt hatte, einen besseren Plan zur Läuterung hatte. Eine Lebensregel, die perfekt - perfekt - für meine Heiligung geeignet war. Es war die Regel der Hingabe. Die Regel der Selbstaufopferung. Der Tod des Selbst und der Tod der Träume und der Tod von allem, was der Selbstliebe nahe kam. Sogar der Tod meiner eigenen Pläne für die Heiligkeit. In dieser Regel wäre kein Platz für Egoismus oder Eigenwillen.  

Diese Regel war einfach meine primäre Berufung. Es war die Ehe und die Elternschaft. 

Und diese Regel, die von meinem Schöpfer geschrieben wurde, würde mich täglich, stündlich und oft erschlagen und wieder auferstehen lassen. Als ich mich ihr hingab, leistete sie eine Arbeit, die kein spiritueller Planer leisten konnte. Es hat mich radikal von mir selbst befreit. 

Damals war mir das natürlich nicht bewusst. Im schlaftrunkenen Nebel der ersten fünfzehn Jahre meiner Mutterschaft fühlte es sich an, als würde ich im Kreis stolpern.

Aber jetzt sehe ich, dass ich kopfüber auf Gott zustürmte und dass er mich zu sich zog, was sich oft wie eine lange Nacht des Nichts anfühlte.

Ich war nicht in der Lage, eine strenge stündliche Regel zu befolgen. Was ich tat, war, den Sakramenten treu zu bleiben. Ich betete, wenn es die Zeit und meine Kleinen zuließen, manchmal sogar stundenlang, wenn ich das Baby hielt. Ich folgte dem Rhythmus des liturgischen Jahres, so gut ich konnte. Ich opferte Gott meine Tage und fiel ins Bett, um an ihn zu denken. Ich fiel immer wieder hin, aber ich fiel vorwärts. 

Und später, als sich das Leben ein wenig beruhigt hatte, nachdem mein Jüngster geboren war, begann ich zu lesen und Kurse zu besuchen und mehr über das Leben aus Gnade zu lernen.  

Ich studierte mit großem Interesse die drei Wege des geistlichen Lebens. Die kirchliche Tradition zeigt in den Schriften der Heiligen, dass es einige vorhersehbare Etappen in unserem inneren Leben und auf unserem Weg zu Gott gibt. Es ist eine Vereinfachung dessen, was letztlich ein individueller und geheimnisvoller Prozess ist, aber dennoch hilfreich, um die Bewegung der Seele tiefer in die Liebe und Vereinigung mit dem Herrn zu verstehen. 

Ich lernte, dass der reinigende, der erleuchtende und der vereinigende Weg den Fortschritt der Seele aufzeigen. 

Das früheste Stadium der Jüngerschaft, der reinigende Weg, ist eine Zeit größerer Anstrengung: Sünde abtöten und eine Gebetspraxis einführen, sich zu einem Leben in der Gnade verpflichten und beginnen, mit ihr zu kooperieren. (Es ist eine gute Zeit, um mit Regeln zu beginnen!)

Der erleuchtende Weg ist der Weg einer reifenden Seele, die mit Christus durch das Leiden gegangen ist und ihm erlaubt hat, alles abzustreifen, was höchst egoistisch und sündhaft ist, so dass der Herr in den weichen, guten Boden der Seele graben und Wunder der Wiederherstellung und Ganzheit wachsen lassen kann.

Der Weg der Einheit ist der Weg einer Seele, die in die Wildnis der ewigen Einsamkeit Gottes geführt wird. Von inneren Häusern, die völlig in der ruhigen Gewissheit ruhen, dass ihr menschlicher Wille sich Seinem Willen unterwirft und in ihm aufgehoben ist. Es ist der Weg der Heiligen und das, wozu wir alle bestimmt sind. 

Als ich über Jahre hinweg darüber nachdachte, wie ein Mensch geistlich reift, wurde mir klar, dass keine selbst auferlegte Läuterung so wirksam sein kann wie die, der wir uns in der Elternschaft hingeben sollen. Mir wurden die Augen dafür geöffnet, wie präzise und wunderschön Gottes Plan ist - dass das gezielte, absichtliche Ausleben unserer Berufung, das Nachgeben und Nachgeben, das Ja-Sagen zu jedem Schrei, jeder klebrigen Aufforderung und jeder schlaflosen Nacht - und das Nein-Sagen zu dem, was meine verletzte Natur so sehr wollte - eine radikale Art des inneren Hausputzes war. 

Es war kein tiefes Ausfegen um der Leere willen. Diese Arbeit ist keine Art von seelischem Minimalismus. Es ist eine Entrümpelung, um Platz für jemanden zu schaffen. Jemandem, der in einer hingegebenen Seele Platz zum Ausatmen hat - was nur möglich ist, weil nicht mehr genug von uns übrig ist, um ihm im Weg zu stehen. Er kann endlich der Weg sein. 

Denn letztlich gibt es nur einen Weg - Jesus Christus selbst, der uns sagt: "Ich bin der Weg." Er ist der Zugang und die Brücke, um das Bild der heiligen Katharina von Siena zu verwenden, zum Leben der Dreifaltigkeit. Er ist der Weg der Läuterung, der Erleuchtung, der Vereinigung. Es gibt niemanden und nichts anderes. Der Kreuzweg ist sein Weg, und wir können nur sagen: "Zu wem sollen wir gehen?", wenn die Welt versucht, uns etwas anderes zu sagen. 

Und obwohl ich nicht behaupte, dass ich oder irgendjemand anders automatisch durch das Purgativ oder irgendeinen anderen Weg vorankommt, weil wir die Kreuze, die das Familienleben mit sich bringt, akzeptieren oder sogar umarmen, können wir doch nicht umhin zu sehen, dass es ein ziemlich präziser und zutiefst inkarnatorischer, Christus-zentrierter Weg ist, wenn wir erst einmal aus dem Nebel heraus sind. 

Ich möchte auch niemanden davon abhalten, eine Regel oder einen Plan des Lebens und der Liebe aufzustellen und danach zu leben. Sagen wir einfach: Halten Sie ihn realistisch und elastisch und im Einklang mit Ihrer Lebenssituation und Ihrer Jahreszeit. Und sehen Sie, wie süß, wie sanft und wie unglaublich barmherzig unser Gott ist, der uns auffordert, seinem Beispiel zu folgen und uns täglich für die zu entleeren, die wir am meisten lieben.  

Er salbt unsere Familien und, in seiner Großzügigkeit, sogar die Welt mit demselben Öl, das aus unserer eigenen Zerknirschung fließt. 

Wie ich in der Fastenandacht von Blessed is She, New Wine, geschrieben habe, "ist unsere Zerbrochenheit der Ort, durch den er sich selbst wieder in der Welt gegenwärtig macht. Unser Leiden, das durch unser Ja erlöst wird, schöpft die ganze Kraft des Gekreuzigten, um die Welt zu segnen und nicht nur uns, sondern alle Dinge wieder neu zu machen".

Gottes Weg der Elternschaft ist schmerzhaft, läuternd, reinigend - und perfekt dafür geschaffen, uns neu zu machen und uns und die, die wir lieben, zu sich nach Hause zu bringen. 


Ich erhob mich von den Äckern meines Selbst, die ich mit Leidenschaft pflegte

und mit einem Anflug von Stolz verteidigt habe;

Ich verließ mich selbst und ging in die Wälder der Barmherzigkeit Gottes

Und hier bleibe ich.

-Jessica Powers (Sr. Miriam vom Heiligen Geist, OCD)








Gedanken von Dietrich von Hildebrand zur Häresie (aus seinem Buch "Charitable Anathema - 1993)

Übersetzt aus: 

https://onepeterfive.com/every-bishop-act-now/

Dietrich von Hildebrand schrieb zum Anathema (The Charitable Anathema, 1993):


"Der Vorrang der Einheit vor der Wahrheit spielt in der Krise der Kirche eine zentrale Rolle; denn die Kirche Christi - die heilige, römische, katholische, apostolische Kirche - beruht auf diesem Grundprinzip: dem absoluten Vorrang der göttlichen Wahrheit, die der Vorrang Gottes selbst ist."

Diese bewährte Lösung war schon immer die Antwort in Zeiten häretischer Verderbtheit. Die Kritiker dieser Lösung stellen letztlich die Einheit über die Wahrheit. Sie fürchten sich mehr vor der Spaltung als vor Irrtum und Falschheit. Hildebrand widerlegt die Kritiker des Anathemas mit diesen Worten und verkündet, dass das Anathema selbst ein Akt der Nächstenliebe ist:

.".. Das Anathema schließt denjenigen, der sich zu Ketzereien bekennt, von der Gemeinschaft der Kirche aus, wenn er seine Irrtümer nicht widerruft. Aber gerade deshalb ist es ein Akt der größten Nächstenliebe gegenüber allen Gläubigen, vergleichbar damit, eine gefährliche Krankheit daran zu hindern, unzählige Menschen anzustecken. Indem wir den Träger der Ansteckung isolieren, schützen wir die körperliche Gesundheit der anderen; durch das Anathema schützen wir ihre geistliche Gesundheit[...] ...

Und mehr noch: Der Abbruch der Gemeinschaft mit dem Ketzer bedeutet keineswegs, dass unsere Verpflichtung zur Nächstenliebe ihm gegenüber aufhört. Nein, die Kirche betet auch für die Häretiker [wie wir in den traditionellen Karfreitagsreden sehen]; der wahre Katholik, der einen Häretiker persönlich kennt, betet inbrünstig für ihn und würde nie aufhören, ihm jede Art von Hilfe zukommen zu lassen. Aber er darf keine Gemeinschaft mit ihm haben. So sagte der heilige Johannes, der große Apostel der Nächstenliebe: "Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner" (I Joh 4,20). Aber er sagte auch: "Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht mitbringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf." (2 Joh 1,10).

PRAKTISCHE SCHRITTE ZUR LÖSUNG DIESER KRISE

1. Jeder Bischof hat die Jurisdiktion über die Gemeinschaft seiner Diözese

2. Jeder Bischof hat die Macht und Autorität, Häresie zu bannen. Wenn er es für nötig hält, kann er dies auch von einer Diözesansynode aus tun.

3. Jeder Bischof hat die Fähigkeit, die Hauptirrtümer unserer Zeit zu erkennen und zu benennen. Die Erklärung der Wahrheiten, die 2019 von prominenten Bischöfen wie Kardinal Burke und Bischof Schneider unterzeichnet wurde, hat bereits die häufigsten Irrtümer benannt und ist ihnen entgegengetreten.

4. Jeder Bischof sollte das karitative Anathema für alle Katholiken in seiner Diözese erlassen. Ausgehend von der oben erwähnten Erklärung der Wahrheiten kann ein Bischof einfach ein Dekret wie das folgende erlassen: Wenn jemand die in dieser Erklärung enthaltenen Wahrheiten nicht nach dem Sinn und dem Verständnis bekennt, das die Kirche immer gelehrt hat und lehrt, soll er mit dem Anathema belegt werden.

Wenn dies zu extrem erscheint, warum nicht einfach dasselbe mit der Professio Fidei tun, die bereits in Kraft ist oder mit dem Eid gegen den Modernismus, der ein unfehlbarer Eid ist, der seit Jahrzehnten seit Pius X. verkündet wird? Jeder Fall von Häresie muss mit Wahrheit und Nächstenliebe richtig beurteilt werden. Dies kann und sollte vor Ort geschehen, nicht nur durch das Dikasterium für die Glaubenslehre im Vatikan.