Note aus dem Staatssekretariat vom 23. Oktober 2023 im Wortlaut:
In Anbetracht des bisherigen Verlaufs des deutschen Synodalen Weges muss man sich zunächst vergegenwärtigen, dass gerade ein universaler synodaler Weg stattfindet, der vom Heiligen Vater einberufen worden ist. Daher ist es notwendig, diesen Weg der Weltkirche zu res- pektieren und den Eindruck zu vermeiden, dass parallele Initiativen im Gange sind, die dem Bemühen um ein „gemeinsames Unterwegssein“ gleichgültig gegenüberstehen.
Diesbezüglich lohnt es sich, einige Worte des Heiligen Vaters an das Volk Gottes in Deutschland aufzugreifen: „Brüder und Schwestern, haben wir Sorge füreinander! Achten wir auf die Versuchung durch den Vater der Lüge und der Trennung, den Meister der Spaltung, der beim Antreiben der Suche nach einem scheinbaren Gut oder einer Antwort auf eine bestimmte Situation letztendlich den Leib des heiligen und treuen Volkes Gottes zerstückelt“.
1 - Mit Achtung für die Sorgen einiger Mitglieder der Kirche in Deutschland „machen wir das Zelt weit“, um den bereits begonnenen Dialog in der Hoffnung fortzusetzen, dass er von Respekt und brüderlicher Zuneigung geprägt sein wird und dabei die Themen berücksichtigt, die in den Dokumenten vorgestellt werden, die die Vorschläge zusammenfassen.
Es muss jedoch von vornherein klargestellt werden, dass diese Themen von unterschiedlicher Relevanz sind und nicht alle auf derselben Ebene verortet werden können. Einige von ihnen weisen Aspekte auf, die nicht zur Diskussion gestellt werden können, aber auch Aspekte, die einer gemeinsamen Vertiefung unterzogen werden können. Hinsichtlich anderer hingegen gibt es keine Möglichkeit, zu einer anderen Beurteilung zu gelangen, wie zum Beispiel den folgenden:
a) Die den Männern vorbehaltene Priesterweihe:
„Obwohl die Lehre über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe sowohl von der bestän- digen und umfassenden Überlieferung der Kirche bewahrt als auch vom Lehramt in den Do- kumenten der jüngeren Vergangenheit mit Beständigkeit gelehrt worden ist, hält man sie in unserer Zeit dennoch verschiedenen Orts für diskutierbar, oder man schreibt der Entschei- dung der Kirche, Frauen nicht zu dieser Weihe zuzulassen, lediglich eine disziplinäre Bedeu- tung zu. Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), daß die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und daß sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“
Papst Franziskus hat die Aussage des heiligen Johannes Paul II. mehrmals ausdrücklich bekräftigt. Zum Beispiel: 1. „In Bezug auf die Priesterweihe der Frauen hat die Kirche gesprochen, und sie sagt: Nein - Johannes Paul II. hat das gesagt, doch in definitiver Form. Diese Tür ist verschlossen“ 2. „Hinsichtlich der Weihe von Frauen in der Katholischen Kirche hat der heilige Johannes Paul II. das letzte klare Wort gesprochen, und das bleibt. Das gilt.“ 3. „Es handelt sich nicht um eine dogmatische Definition, obgleich sie von allen akzeptiert wer- den muss. Niemand darf ihr öffentlich widersprechen.“. Wir stehen einer verbindlichen Entscheidung gegenüber, die auch der Jurisdiktionsgewalt des Papstes unterliegt, mit genauen disziplinarischen Konsequenzen, die dargelegt sind in den Normen über die Straftaten, die der Kongregation für die Glaubenslehre reserviert sind (11. Oktober 2021):
Art. 5. Der Kongregation für die Glaubenslehre ist auch die schwerwiegendere Straftat der versuchten Weihe einer Frau vorbehalten:
1. Wenn derjenige, der die heilige Weihe zu spenden, oder die Frau, welche die heilige Weihe zu empfangen versucht, dem CIC unterstehende Christgläubige sind, verfallen diese der Exkommunikation als Tatstrafe, deren Aufhebung nach can. 1379 § 3 CIC dem Apostolischen Stuhl vorbehalten ist.
2. Wenn aber derjenige, der die heilige Weihe zu spenden, oder die Frau, welche die heilige Weihe zu empfangen versucht, dem CCEO unterstehende Christgläubige sind, sind diese mit der großen Exkommunikation zu bestrafen, deren Aufhebung dem Apostolischen Stuhl vorbehalten ist.
Obwohl dieses Thema heute in der gesamten Kirche als abgeschlossen betrachtet werden muss, hat der Heilige Vater Franziskus eine Überlegung formuliert, die hilft, den Sinn dieser Lehre zu verstehen, und dazu einlädt, andere Möglichkeiten zu finden, um eine stärkere Be-teiligung von Frauen zu begünstigen:
„Die Beanspruchung der legitimen Rechte der Frauen aufgrund der festen Überzeugung, dass Männer und Frauen die gleiche Würde besitzen, stellt die Kirche vor tiefe Fragen, die sie herausfordern und die nicht oberflächlich umgangen werden können. Das den Männern vorbehaltene Priestertum als Zeichen Christi, des Bräutigams, der sich in der Eucharistie hin- gibt, ist eine Frage, die nicht zur Diskussion steht, kann aber Anlass zu besonderen Konflikten geben, wenn die sakramentale Vollmacht zu sehr mit der Macht verwechselt wird.
Man darf nicht vergessen, dass wir uns, wenn wir von priesterlicher Vollmacht reden, ‚auf der Ebene der Funktion und nicht auf der Ebene der Würde und der Heiligkeit‘ befinden.
Das Amtspriestertum ist eines der Mittel, das Jesus zum Dienst an seinem Volk einsetzt, doch die große Würde kommt von der Taufe, die allen zugänglich ist. Die Gleichgestaltung des Priesters mit Christus, dem Haupt – das heißt als Hauptquelle der Gnade – schließt nicht eine Erhebung ein, die ihn an die Spitze alles Übrigen setzt. In der Kirche begründen die Funktionen ‚keine Überlegenheit der einen über die anderen‘. Tatsächlich ist eine Frau, Maria, bedeutender als alle Bischöfe. Auch wenn die Funktion des Amtspriestertums sich als ‚hierarchisch‘ versteht, muss man berücksichtigen, dass sie ‚ganz für die Heiligkeit der Glieder Christi bestimmt‘ ist. Ihr Dreh- und Angelpunkt ist nicht ihre als Herrschaft verstandene Macht, sondern ihre Vollmacht, das Sakrament der Eucharistie zu spenden; darauf beruht ihre Autorität, die immer ein Dienst am Volk ist. Hier erscheint eine große Herausforderung für die Hirten und für die Theologen, die helfen könnten, besser zu erkennen, was das dort, wo in den verschiedenen Bereichen der Kirche wichtige Entscheidungen getroffen werden, in Bezug auf die mögliche Rolle der Frau mit sich bringt.“
b) Ein anderes Thema, zu dem eine Ortskirche keinerlei Möglichkeit hat, eine andere Meinung zu vertreten, betrifft die homosexuellen Handlungen. Denn auch wenn man anerkennt, dass es aus subjektiver Sicht verschiedene Faktoren geben kann, die uns auffordern, nicht über die Menschen zu urteilen, ändert dies in keiner Weise die Bewertung der objektiven Sittlichkeit dieser Handlungen.
Die beständige Lehre der Kirche betont, dass „die objektive moralische Bewertung sexueller Beziehungen zwischen Personen desselben Geschlechts genau und sicher feststeht. Eine andere Frage, die hier nicht zur Diskussion steht, ist der Grad der subjektiven moralischen Anrechenbarkeit solcher Beziehungen in jedem einzelnen Fall.“
Texte:
1 Papst Franziskus, Brief an das Pilgernde Volk Gottes in Deutschland, 29. Juni 2019, Nr. 10.
2 Hl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Ordinatio sacerdotalis über die nur Männem vorbehaltene Weihe zum Priester, 22. Mai 1994, Nr. 4.5 3 Papst Franziskus, Aus der Pressekonferenz während des Rückflugs nach dem Weltjugendtag in Rio de Janeiro (28. Juli 2013).
4 Papst Franziskus, Aus der Antwort des Heiligen Vaters an Anna Kristina Kappelin für Sveriges TV während des Rückflugs von der Apostolischen Reise nach Schweden (1. November 2016).
5 Papst Franziskus, „Antworten" des Heiligen Vaters „auf die Dubia von zwei Kardinälen" (11. Juli 2023)
Aus dem Vatikan, 23. Oktober 2023
6 Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 104.
7 Kongregation für die Glaubenslehre, Notifikation bezüglich einiger Schriften von P. Mar Von meinem iPhone gesendet
Friday, November 24, 2023
Note aus dem Staatssekretariat des Vatikans an die Dt. Bischofskonferenz vom 23. Oktober 2023 im Wortlaut:
Saturday, October 07, 2023
Ist die Demokratie in Gefahr? Ein Kommentar zu Prof. Münklers Gedanken auf YouTube
Lieber R,
Tuesday, August 29, 2023
Ist die Demokratie in Gefahr - ein Kommentar zu Prof. Münklers Vortrag aus YouTube
Lieber R,
Tuesday, July 04, 2023
Die Kränkung, oder: Was ist geschehen in den letzten Jahren?
Lieber R,
komme gerade vom wirklich inspirierenden Eden-Fest von Johannes Hartl. Es war eine gute Reise mit sehr guten Kontakten. Es ging um Menschlichkeit und Schönheit in der heutigen Zeit. In Kunst, Kultur, Geschäft und KI. Wirklich spannend. Ich sitze jetzt im ICE zurück und schreibe eine Mail fertig, die ich letzte Woche begonnen hatte. Ich dachte, ich schreibe, auch für mich, einmal die Kränkung nieder, die ich in den letzten Jahren bei mir wahrgenommen habe. Woraus entstammte sie?
Zunächst, denke ich, aus der zunehmend aggressiven und bis in’s Intime intrusiven Bevormundung durch Menschen, die objektiv und subjektiv nicht besser sind als ich… die es bewiesenermaßen "nicht können“ - nicht im eigenen Leben und erst recht nicht in meinem - und die die notwendigen Opfer für eine solche Führung gar nicht bringen wollen. Denn Führung bedeutet Bereitschaft zum Dienen und Selbst-Opfer. Nada. Stattdessen haben diese selbsternannten „Führer“ selber sogar mehr oder weniger offene psychische Schäden. Und häufig genau aus ihren zumeist narzisstischen Störungen heraus - aber „die Initiative ergreifen" zu müssen glauben. Und die dabei aus Versehen oder mit billigender Kenntnis (die Feinde des Liberalismus - also Monopolisten und Marxisten sogar vorsätzlich) unsere Rechtsordnung - also das PROZEDURALE - ausser Kraft setzen, delegitmieren, verletzen, die ausgrenzen, beleidigen, und letztlich seelisch und intellektuell vergewaltigen… Diesen Menschen müsste entschlossen - der Person gegenüber liebevoll, den Ideen aber mit aller notwendigen Härte - entgegengetreten werden. Dass so viele sich von einem Phantom, dass sie aber nur medial oder anekdotisch kannten, in die Stille, Isolation und den Gehorsam haben drängen lassen, war ein Moment des Schocks, der Enttäuschung und der Befreiung auch… Wehret den Anfängen galt wirklich nur einer spezifischen Bedrohung. So wie: Vorsicht vor den Hunnen und Wikingern. Aber scheiß egal mit den Transhumanisten und Neo-Marxisten.
Ich halte die Corona-Zeit für eine historische Niederlage für das Prozedurale. Denn dieses benötigt Vernunft, Abstand, geistige Klarheit. Sein Feind sind Angst, Hysterie, Dringlichkeit. Letzteres hatten wir alles. Und alles das ist durchmarschiert zur Herrschaft. Und jetzt?
Kommt noch hinzu: Die aggressive Doppelmoral (und wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, eigentlich: Dummheit), die in der Diskriminierung der Ungeimpften zu Tage getreten ist, ist an und für sich auch ein Anschlag gegen das Prozedurale. Er wird logischerweise nun ergänzt durch die Unwilligkeit, nun Prozesse zur Aufklärung über Schäden und Kosten und Verantwortlichkeiten aufzusetzen. Es muss sich anfühlen wie ’45: Niemand dabei gewesen. Befehlsnotstände. "Stand der Wissenschaft“. Konnte niemand wissen, dass das mit der Rassenlehre nicht so ganz wissenschaftlich war, etc pp. "Nie wieder“, hatte ich gedacht - und naiverweise auch geglaubt. Auch das sitzt noch in mir.
Statt also nachzuforschen und sich zu erforschen, bekommt zur Krönung die Kanzlerin, die den Bundesbus, der angeblich auf ein Stau-Ende zuraste (so mein Lieblingsbild), zweimal in die Leitplanken gefahren hat (mit Überschlag und deutlichen Schäden für Leib und Gut der Insassen), auch noch den höchsten Orden… Wie damals Göring für die "erfolgreiche Verteidigung des Reichsgebietes“ - die hatten ja damals 500 Flugzeuge abgeschossen…
Wir haben es mE mit einer einseitigen Kündigung - implizit und explizit - des Vertrauensverhältnisses zwischen Staat / Mehrheit und einer konstruktiven Minderheit zu tun, deren Ängste und Sorgen vorschnell / vorsätzlich als hysterisch, asozial oder staatsfeindlich diskreditiert wurden, während die der Mehrheit / Medien als hyper-relevant und Allgemeingrund für politische Ermächtigungen - ohne Rücksicht auf Prozesse / Recht / Ver-FASSUNG - genommen wurde.
Freunde von mir wurden Opfer polizeilicher Gewalt - auf der Straße und in eigenen Wohnungen, die einer Vergewaltigung gleichkommen und Menschen schwer gezeichnet haben. Unser ganzes Land leidet unter noch der Angst und Einschüchterung, von den fast 500 Milliarden Kosten (so in etwa 20 Jahre Bildungsetat) ganz zu schweigen. Die Zukunft unserer Jugend ist schwer beschädigt worden durch die "totalen Kriege" gegen Klimawandel und Infektionen, die doch hoffnungslos sind - und Hoffnung geraubt haben.
Für mich gilt: Wer Angst nicht entschieden bekämpft - und nicht nur durch Nachgeben und „Schützen“ homöopathisch handelt - macht sich mit schuldig an der “Machtergreifung des Gefühls“, das den Verstand durch Schreien und Toben und Hysterie zum Schweigen bringen kann. Dem Verstand aber seinen in einer Gesellschaft herrschenden Platz zu sichern, ist Aufgabe des Männergeschlechts. Ansonsten setzt sich die psychische und physische Gewalt von Frauen bzw Männern durch. Die Anfänge dieser Gewalt beharrlich ignoriert und letztlich sogar durch Ehrung von Hysterikern und Geisteskranken wie Frau Thunberg und Herrn Lauterbach befördert zu haben, kränkt mich. Ich befürchte sogar, dass sie der Anfang vom Ende unserer Freiheit waren. Alles Prozedurale ist damit weg. Ersetzt durch die Willkür, die auf Exekutive und Medien zurückgreifen kann.
Das alles ist sicher sehr subjektiv. Ich habe aber noch von niemandem das Gegenteil halbwegs schlüssig verargumentiert bekommen. Was ist passiert mit Demokratie und Rechtsstaat in 2020-22? Hat sich bewährt? Ist stärker als je zuvor? Würdest Du DAS sagen?
Sei herzlich gegrüßt und von Gott gesegnet -
Tuesday, June 20, 2023
Was die frühe Kirche glaubte I - Realpräsenz
Was die frühe Kirche geglaubt hat: Die Realpräsenz
Die Lehre von der Realpräsenz besagt, dass Jesus in der Heiligen Eucharistie buchstäblich und vollständig gegenwärtig ist - mit Leib und Blut, Seele und Gottheit - unter den Erscheinungsformen von Brot und Wein. Viele Protestanten greifen diese Lehre als "unbiblisch" an, aber die Bibel erklärt sie unumwunden (vgl. 1. Korinther 10,16-17, 11,23-29; und, besonders eindringlich, Johannes 6,32-71).
Die frühen Kirchenväter legten diese Passagen wörtlich aus. Der bekannte protestantische Historiker der frühen Kirche, J. N. D. Kelly, fasst die Lehren der frühen Kirchenväter über die Realpräsenz Christi wie folgt zusammen: "Die eucharistische Lehre, so sollte man von Anfang an verstehen, war im Allgemeinen unzweifelhaft realistisch, d. h. das konsekrierte Brot und der Wein wurden als Leib und Blut des Erlösers angesehen, behandelt und bezeichnet" (Early Christian Doctrines, 440).
Von den Anfängen der Kirche an bezogen sich die Kirchenväter auf die Gegenwart Christi in der Eucharistie. Kelly schreibt: "Ignatius erklärt unumwunden, dass ... [das Brot das Fleisch Jesu ist, der Kelch sein Blut. Es ist klar, dass er diesen Realismus streng nehmen will, denn er macht ihn zur Grundlage seines Arguments gegen die Leugnung der Realität des Leibes Christi durch die Doketisten... . . Irenäus lehrt, dass das Brot und der Wein wirklich Leib und Blut des Herrn sind. Sein Zeugnis ist in der Tat umso beeindruckender, als er es ganz beiläufig vorbringt, während er die gnostische und doktrinäre Ablehnung der wirklichen Menschheit des Herrn widerlegt" (ebd., 197-98).
"Hippolyt spricht von 'dem Leib und dem Blut', durch die die Kirche gerettet wird, und Tertullian bezeichnet das Brot regelmäßig als 'den Leib des Herrn'. Der bekehrte Heide, so bemerkt er, "ernährt sich vom Reichtum des Leibes des Herrn, das heißt von der Eucharistie". Der Realismus seiner Theologie zeigt sich in dem Argument, das auf der innigen Beziehung von Leib und Seele beruht: So wie in der Taufe der Leib mit Wasser gewaschen wird, damit die Seele gereinigt werden kann, so ernährt sich in der Eucharistie "der Leib von Christi Leib und Blut, damit die Seele von Gott erfüllt wird". Offensichtlich geht er davon aus, dass der Leib und das Blut des Erlösers ebenso real sind wie das Taufwasser. Cyprian vertritt eine ähnliche Haltung. Abtrünnige Christen, die die Kommunion beanspruchen, ohne Buße zu tun, erklärt er, "tun seinem Leib und Blut Gewalt an, eine Sünde, die gegen den Herrn mit ihren Händen und ihrem Mund noch abscheulicher ist, als wenn sie ihn verleugnen". Später führt er die schrecklichen Folgen der Entweihung des Sakraments aus, und die Geschichten, die er erzählt, bestätigen, dass er die Realpräsenz wörtlich nahm" (ebd., 211-12).
Hier sind Beispiele dafür, was frühe christliche Autoren zum Thema der Realpräsenz Jesu in der Eucharistie zu sagen hatten:
Ignatius von Antiochien
"Ich habe keinen Geschmack an verderblicher Nahrung und an den Freuden dieses Lebens. Ich begehre das Brot Gottes, das ist das Fleisch Jesu Christi, und als Trank begehre ich sein Blut, das ist die unvergängliche Liebe" (Brief an die Römer 7,3 [110 n. Chr.]).
"Nehmt die zur Kenntnis, die über die Gnade Jesu Christi, die zu uns gekommen ist, eine abweichende Meinung haben, und seht, wie sehr ihre Meinung dem Willen Gottes widerspricht. . . . Sie enthalten sich der Eucharistie und des Gebets, weil sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat und das der Vater in seiner Güte wieder auferweckt hat. Diejenigen, die die Gabe Gottes leugnen, gehen in ihren Anfechtungen zugrunde" (Brief an die Smyrnaer 6,2-7,1 [110 n. Chr.]).
Justin Martyr
"Denn nicht als gewöhnliches Brot und nicht als gewöhnlichen Trank empfangen wir diese; sondern da Jesus Christus, unser Erlöser, durch das Wort Gottes fleischgeworden ist und zu unserem Heil sowohl Fleisch als auch Blut hatte, so ist auch, wie wir gelehrt worden sind, die Speise, die durch das von ihm eingesetzte eucharistische Gebet zur Eucharistie gemacht worden ist und durch deren Verwandlung unser Blut und Fleisch genährt wird, sowohl das Fleisch als auch das Blut dieses fleischgewordenen Jesus" (Erste Apologie 66 [151 n. Chr.]).
Irenäus
"Wenn der Herr von einem anderen als dem Vater wäre, wie könnte er mit Recht das Brot nehmen, das von derselben Schöpfung ist wie das unsere, und bekennen, dass es sein Leib ist, und behaupten, dass die Mischung im Kelch sein Blut ist?" (Gegen die Häresien 4:33-32 [189 n. Chr.]).
"Er hat den Kelch, einen Teil der Schöpfung, zu seinem eigenen Blut erklärt, aus dem er unser Blut fließen lässt; und das Brot, einen Teil der Schöpfung, hat er als seinen eigenen Leib eingesetzt, aus dem er unseren Leib wachsen lässt. Wenn nun der gemischte Kelch [Wein und Wasser] und das gebackene Brot das Wort Gottes empfangen und zur Eucharistie, dem Leib Christi, werden, und von diesen die Substanz unseres Fleisches vermehrt und gestützt wird, wie kann man dann sagen, dass das Fleisch nicht fähig ist, die Gabe Gottes zu empfangen, die das ewige Leben ist - Fleisch, das vom Leib und Blut des Herrn genährt wird und in der Tat ein Glied von ihm ist?" (ebd., 5,2).
Tertullian
"Es gibt keine Seele, die das Heil erlangen kann, es sei denn, sie glaubt, während sie im Fleisch ist; so wahr ist es, dass das Fleisch die Bedingung ist, von der das Heil abhängt. Und da die Seele infolge ihrer Erlösung zum Dienst an Gott auserwählt ist, ist es das Fleisch, das sie zu diesem Dienst befähigt. Das Fleisch wird nämlich [in der Taufe] gewaschen, damit die Seele gereinigt wird ... das Fleisch wird [in der Firmung] durch Handauflegung beschattet, damit auch die Seele vom Geist erleuchtet wird; das Fleisch ernährt sich [in der Eucharistie] vom Leib und Blut Christi, damit auch die Seele von Gott erfüllt wird" (Die Auferstehung der Toten 8 [210 n. Chr.]).
Hippolyt
"Und sie [die Weisheit] hat ihren Tisch gedeckt" [Spr 9,2] . . bezieht sich auf seinen [Christi] ehrwürdigen und unbefleckten Leib und sein Blut, die Tag für Tag am geistlichen göttlichen Tisch verabreicht und geopfert werden, als Erinnerung an jenen ersten und ewig denkwürdigen Tisch des geistlichen göttlichen Abendmahls [d.h. des letzten Abendmahls]" (Fragment aus dem Kommentar zu den Sprüchen [217 n.Chr.]).
Origenes
"Früher gab es auf obskure Weise Manna als Nahrung; jetzt aber gibt es in voller Sicht die wahre Nahrung, das Fleisch des Wortes Gottes, wie es selbst sagt: 'Mein Fleisch ist die wahre Nahrung, und mein Blut ist der wahre Trank' [Joh 6,55]" (Homilien über Numeri 7,2 [248 n. Chr.]).
Cyprian von Karthago
"Er [Paulus] droht außerdem den Widerspenstigen und Eigensinnigen und prangert sie an, indem er sagt: 'Wer das Brot des Herrn unwürdig isst oder den Kelch des Herrn unwürdig trinkt, ist des Leibes und Blutes des Herrn schuldig' [1 Kor 11,27]. Alle diese Warnungen werden verachtet und missachtet - [die abgefallenen Christen nehmen oft das Abendmahl ein], bevor ihre Sünde gesühnt ist, bevor sie ihr Verbrechen gebeichtet haben, bevor ihr Gewissen durch das Opfer und die Hand des Priesters gereinigt wurde, bevor die Beleidigung eines zornigen und drohenden Herrn besänftigt wurde, [und so] wird seinem Leib und Blut Gewalt angetan; und sie sündigen jetzt mit ihrer Hand und ihrem Mund mehr gegen ihren Herrn, als wenn sie ihren Herrn verleugnet hätten" (Die Abgefallenen 15-16 [251 n.Chr.]).
Aphraahat, der persische Weiser
"Nachdem er so gesprochen hatte, erhob sich der Herr von dem Ort, an dem er das Passah gemacht und seinen Leib zur Speise und sein Blut zum Trank gegeben hatte, und ging mit seinen Jüngern an den Ort, an dem er verhaftet werden sollte. Er aß aber von seinem eigenen Leib und trank von seinem eigenen Blut, während er über die Toten nachdachte. Mit seinen eigenen Händen gab der Herr seinen eigenen Leib zu essen, und bevor er gekreuzigt wurde, gab er sein Blut zu trinken" (Abhandlungen 12,6 [340 n. Chr.]).
Kyrill von Jerusalem
"Das Brot und der Wein der Eucharistie waren vor der heiligen Anrufung der anbetungswürdigen Dreifaltigkeit einfaches Brot und einfacher Wein, aber nach der Anrufung wird das Brot zum Leib Christi und der Wein zum Blut Christi" (Katechetische Vorlesungen 19,7 [350 n. Chr.]).
"Betrachtet also das Brot und den Wein nicht einfach als das, was sie sind; denn sie sind nach der Erklärung des Meisters der Leib und das Blut Christi. Auch wenn die Sinne euch das andere suggerieren, lasst den Glauben euch festhalten. Urteilt in dieser Sache nicht nach dem Geschmack, sondern seid durch den Glauben völlig sicher und zweifelt nicht daran, dass ihr des Leibes und Blutes Christi für würdig befunden worden seid. . . . [Da ihr] völlig überzeugt seid, dass das sichtbare Brot nicht Brot ist, auch wenn es der Geschmack wahrnimmt, sondern der Leib Christi, und dass der sichtbare Wein nicht Wein ist, auch wenn der Geschmack es so will, ... nehmt dieses Brot als etwas Geistliches zu euch, und setzt ein fröhliches Gesicht auf eure Seele" (ebd., 22,6.9).
Ambrosius von Mailand
"Vielleicht sagst du: 'Ich sehe etwas anderes; wie kannst du mir versichern, dass ich den Leib Christi empfange?' Es bleibt uns nur, dies zu beweisen. Und wie viele Beispiele gibt es, die wir anführen könnten! . . . Christus ist in diesem Sakrament, denn es ist der Leib Christi" (Die Mysterien 9:50, 58 [390 n. Chr.]).
Theodore von Mopsuestia
"Als [Christus] das Brot gab, sagte er nicht: 'Dies ist das Symbol meines Leibes', sondern: 'Dies ist mein Leib'. Als er den Kelch mit seinem Blut reichte, sagte er nicht: 'Das ist das Symbol meines Blutes', sondern: 'Das ist mein Blut'; denn er wollte, dass wir die [eucharistischen Elemente] nach dem Empfang der Gnade und dem Kommen des Heiligen Geistes nicht nach ihrem Wesen betrachten, sondern sie so annehmen, wie sie sind: als Leib und Blut unseres Herrn. Wir sollen [die Elemente] nicht nur als Brot und Kelch betrachten, sondern als Leib und Blut des Herrn, in die sie durch die Herabkunft des Heiligen Geistes verwandelt wurden" (Katechetische Homilien 5,1 [405 n. Chr.]).
Augustinus
"Christus wurde in seinen eigenen Händen getragen, als er in Bezug auf seinen eigenen Leib sagte: 'Das ist mein Leib' [Mt 26,26]. Denn er trug diesen Leib in seinen Händen" (Erläuterungen zu den Psalmen 33:1:10 [405 n. Chr.]).
"Ich habe euch [neuen Christen], die ihr jetzt getauft worden seid, eine Predigt versprochen, in der ich das Sakrament des Tisches des Herrn erklären werde. . . . Das Brot, das ihr auf dem Altar seht, ist, nachdem es durch das Wort Gottes geheiligt worden ist, der Leib Christi. Der Kelch, oder vielmehr das, was sich in diesem Kelch befindet, ist, nachdem er durch das Wort Gottes geheiligt wurde, das Blut Christi" (Predigten 227 [411 n. Chr.]).
"Was ihr seht, ist das Brot und der Kelch; das ist es, was eure eigenen Augen euch berichten. Euer Glaube aber zwingt euch, anzunehmen, dass das Brot der Leib Christi und der Kelch das Blut Christi ist" (ebd., 272).
Konzil von Ephesus
"Wir werden notwendigerweise auch dies hinzufügen. Indem wir den Tod des eingeborenen Sohnes Gottes, das heißt Jesu Christi, nach dem Fleisch verkünden, seine Auferstehung von den Toten und seine Himmelfahrt bekennen, bringen wir das unblutige Opfer in den Kirchen dar und gehen so zu den mystischen Danksagungen über und werden geheiligt, indem wir sein heiliges Fleisch und das kostbare Blut Christi, unseres aller Erlösers, empfangen. Und nicht als gewöhnliches Fleisch empfangen wir es ..., sondern als das wahrhaft lebenspendende und eigentliche Fleisch des Wortes selbst." (Sitzung 1, Brief des Kyrill an Nestorius [431 n. Chr.]).
Saturday, June 17, 2023
Welche Sexualmoral?
Liebe Brüder, auch ich freue mich wie jeder vernünftige Mensch an einer guten Diskussion, und danke Euch dafür!! Allerdings müssen wir auch ernsthaft sein. (Gerade ich ;-) Und da das Wochenende da ist, hier meine 76 Cents Wechselgeld.
Es handelt sich bei dem Thema nicht um eine Frage der Mode, so wie die Frage, ob man weiße Socken tragen darf oder nicht. Es handelt sich vielmehr um eine Menschheitsfrage, die für jeden einzelnen Menschen und die Menschheit an sich über Tod und Leben, Glück und Unglück mitentscheidet. Zwei Suchen sind uns aufgegeben: Die Identität - ICH-Suche, und, nicht davon zu lösen: Die Sexualität - die DU-Suche.
Wenn wir nun vor diesem Abgrund stehen, und der eine Ingenieur sagt, bauen wir die Brücke so, der andere das exakte Gegenteil behauptet… Was machen wir dann? Wir müssen uns entscheiden! Der eine irrt, der andere spricht wahr (bzw irrt weniger). Und während wir den Irrenden nicht aufhängen wollen, werden wir doch den loben, der das richtige Vorgehen empfiehlt. Und wir werden am liebsten vorher herausfinden, wer nun recht hat. Fordert nun der Irrende mit immer mehr Vehemenz die Umsetzung seines Planes, werden wir ihm (leider) auch immer entschlossener, und doch im Kern liebevoller, entgegentreten müssen.
Hier haben wir zwei solche „Ingenieure“: Eine Kirche, die eine seit tausenden von Jahren entwickelte, judeo-christliche Weisheit und Einsicht in die Wahrheit, insb. durch Gottes eigene Offenbarung, nutzt. Und den Gegenentwurf des „Jeder muss das selber entwickeln“ - Do-it-yourself-Heimwerker-Brücken mit diversen chemischen Hilfsmittel und „Reproduktionsmedizin“ inkl Wegwerfmenschen. Die Entwürfe haben wir nun mehr als 50 Jahre im Labor ausprobiert… Die Folgen sind sichtbar. Wir sehen insb. die Folgen der „sexuellen Revolution“ - eben der Loslösung der sexuellen Akte von einer heterosexuellen Ehe, in der Kinder geboren und aufgezogen werden können - jetzt schon an so vielen einzelnen Schicksalen, an den zerbrochenen Familien, verwirrten Kindern, pornosüchtigen Menschen ohne echte Beziehungen, bemitleidenswerten Teilnehmern bei der CSD-Parade (wer das noch nie gesehen hat… Ich wohne 500m vom Hotspot und lade Euch herzlich zur Begutachtung ein. Wem da nicht das Herz bricht, der hat keins, behaupte ich mal...), und nicht zuletzt an der demographischen Eiszeit, auf die wir zusteuern (mit dem weitgehenden Ende des Sozialstaates, sprich der Versorgung jener, die außerhalb einer funktionierenden Familie mit Kindern leben) - sowie nicht zuletzt der islamischen Zukunft, die die Alternative (auch im Umgang mit Frauen und Homosexuellen) bedeutet.
Schaue ich mir dagegen die Früchte der Katholischen Lehre in den Familien an (waren heute wieder einige bei Jobis Requiem)… Dann kann mein Herz und mein Geist nicht anders als sagen: Ja, Herr. DAS ist gut. Das ist in JEDEM Fall gut - auch wenn es immer und überall Probleme gibt. Aber die Liebe, sprich die Selbsthingabe ("Größere Liebe hat niemand, als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde“), ist nirgends täglich mehr gefordert und gegeben als dort. Alle anderen müssen kräftig für so viel veränderndes und heiligendes Opfer arbeiten wie es ein Familienvater gratis bekommt… Weswegen auch gerade bei den Unverheirateten so viele sexuelle Sünden vorkommen… Denn es ist echt schwer, sich alleine sinnvoll zu verausgaben.
Also, all dies sagt mir, dass das Katholische die gute Brücke ist… Das sagt nichts nichts über die individuelle Schuld derer, die auf der Self-made-Brücke fahren. Die Schuld / Einsichtsfähigkeit ist verschieden und nur Gott bekannt - aber über das, was „gut“ und was eben „weniger gut" = Sünde / Abweichung“ ist, kann man da schon einiges ableiten. Und was man wem warum empfiehlt, mE auch. Dass die meisten von uns Sünder sind und sicher nicht fordern können, dass genau IHR Lebensstil sich als Blaupause für alle eignet, ist sowieso klar. Wir brauchen alle mehr oder weniger Vergebung. Das trifft aber mE in besonderem Maße auch für die zu, die behaupten, der Penis sei für den Anus da oder die es ok finden, wenn wir 13-jährigen Mädchen die Brüste abschneiden. Aber auch da höre ich gerne ein Argument, warum Gott das doch so gedacht haben bzw gut finden könnte! Pro Veritate! Pro Vita! Pro Deo et Homine! Möge Gott Euch alle segnen - auch wenn Er nicht alles, was Ihr tut, segnen kann… Herzlich - Euer JP
Friday, April 14, 2023
Das autonome Ich ist ein zwingender und zwanghafter Gott (Casey Chalk)

https://www.thepublicdiscourse.com/2021/11/79178/
Casey Chalk
Das autonome Ich ist ein zwingender und zwanghafter Gott
Wer hätte vorhersagen können, dass Jim Breuer und Dave Chappelle, die 1998 in der Kifferkomödie Half Baked mitspielten, mehr als zwanzig Jahre später die neuen Lieblinge der Rechten sein würden, weil sie liberale Schibboleths ablehnen? Breuer, dessen Comedy-Routine sich über Transgenderismus und Pandemie-Mandate lustig macht, trat im September in der Fox-Show von Tucker Carlson auf, um zu erklären, warum er Shows absagt, die einen Impfnachweis verlangen. Chappelle sonnt sich in konservativem Lob, weil sein Special "The Closer" als "transphob" bezeichnet wird. Wie Brian, Breuers doper Charakter in Half Baked, sagen könnte: "Ich werde nicht tun, was alle denken, dass ich tun werde... FLIP OUT, Mann ... alles was ich wissen will ist ... wer kommt mit mir? Wer kommt mit, Mann?"
Breuers und Chappelles Spannungen mit der liberalen Welt der Komödie und Hollywoods haben einen gemeinsamen Nenner: eine unabhängige Ader, die sich gegen Versuche sträubt, ihre Autonomie einzuschränken. In diesem Sinne verkörpern sie das, was wir Amerikaner seit langem als den Helden des Alltags wahrnehmen: frei für sich selbst und die Freiheit der anderen respektierend, das ausdrückend, was er denkt und fühlt auf einem befreiten Marktplatz der Ideen.
Es ist auch, so würde ich argumentieren, die Manifestation eines völlig unzureichenden Konzepts der modernen Menschheit, die in ihrem unendlichen Streben nach Selbstverwirklichung unweigerlich in genau dieselben Zwangsverhaltensweisen hinabsteigt, die sie zu meiden vorgibt. In Jacques Maritains Drei Reformatoren: Luther, Descartes, Rousseau liefert der französische Philosoph einen vorausschauenden Plan, um zu verstehen, wie die emotivistische Überhöhung des Selbst, die Abspaltung des eigenen Ichs von der natürlichen Biologie und die Selbstverherrlichung auf die Reformatoren Martin Luther, René Descartes und Jean-Jacques Rousseau zurückgeführt werden können. Man kann sogar sagen, dass LGBTQ+-Aktivisten in bestimmten Schlüsselaspekten die intellektuellen Erben dieser Männer sind, die "die moderne Welt beherrschen".
Die aktuelle Kontroverse
In einem Meinungsartikel in der Washington Post beklagt die ehemalige Netflix-Programmmanagerin B. Pagels-Minor, dass das Unternehmen es versäumt habe, die "Trans* Employee Resource Group (ERG)" zu konsultieren, wie es mit Chappelle's Special umgegangen sei. Pagels-Minor argumentiert, dass das Ziel von Transgender-Personen nicht darin bestand, "Dave zu streichen", sondern "Parität bei den bei Netflix verfügbaren Inhalten herzustellen". Mit anderen Worten: Die Transgender-Gemeinschaft setzt sich für die freie Meinungsäußerung ein, sie will nur sicherstellen, dass eine Vielzahl von Perspektiven die gleiche Zeit und den gleichen Stellenwert erhalten.
Allerdings war die Veröffentlichung des Specials im Oktober problematisch, da dies der "LGBTQ+ Geschichtsmonat" ist - nicht zu verwechseln mit dem LGBTQ+ Pride Month, der im Juni stattfindet (und vermutlich ebenfalls problematisch ist). Die Veröffentlichung des Specials am 5. Oktober war ebenfalls problematisch, denn das ist "der Tag vor dem Jahrestag des brutalen Todes von Matthew Shepard, dem Studenten der University of Wyoming, der in der Nähe von Laramie geschlagen, gefoltert und zum Sterben zurückgelassen wurde." Obwohl Pagels-Minor es nicht sagt, war es vielleicht auch problematisch, das Special im Jahr 2021 zu veröffentlichen, da die Medien berichten, dass es auf dem besten Weg ist, das bisher tödlichste für transsexuelle und nicht-konforme Amerikaner zu werden. Andererseits gibt es ständig wichtige Pride-Events und eine wachsende Liste historischer LGBTQ+-Daten, die es zu würdigen gilt, so dass vielleicht jedes Datum zwangsläufig problematisch ist.
Was Pagels-Minor sich wünscht, ist eine Welt, in der Inhalte, die als beleidigend für die LGBTQ+-Gemeinschaft angesehen werden, sorgfältig nach den kapriziösen Gefühlen von "Woke"-Aktivisten eingegrenzt werden. Und mehr: "Dies ist nicht nur ein Kampf um das Herz, die Seele und die langfristige Zukunft von Netflix. Es geht auch darum, sicherzustellen, dass Hass in der neuen Welt, die kommen wird, keinen prominenten Platz hat." Mit anderen Worten, was Trans-Aktivisten wie Pagels-Minor wirklich wollen, ist ein öffentlicher Platz ohne jegliche Kritik an der LGBTQ+-Gemeinschaft, die sie als "Hass" einstufen (Hinweis: jede Kritik an ihnen ist hasserfüllt).
Darin liegt eine gewisse innere Logik. LGBTQ+-Aktivisten betrachten ihre geschlechtliche und sexuelle Identität als das herausragende Merkmal ihrer Persönlichkeit, und daher ist jede Kritik an dieser Identität eine Form der Rede, die von Natur aus ein Angriff auf sie als Personen sein muss. Folglich sind "homophobe Witze" und "traditionelle Geschlechterrollen" Formen von "geschlechtsspezifischer Gewalt", während Gesetze, die den Einfluss von Transgenderismus eindämmen sollen, selbst bei Jugendlichen, für Trans-Selbstmorde verantwortlich sind. Wenn die Einschränkung des Zugangs zu "transphoben" Inhalten - einschließlich der Streichung von Büchern von der Liste oder der Sperrung von Nutzern - diese tödlichen negativen Folgen verringert, dann soll es so sein.
Obwohl diese Überempfindlichkeit gegenüber jeder vermeintlichen Beleidigung des autonomen, sexualisierten Selbst ein relativ neues Phänomen ist, sind seine Wurzeln, wie Maritain verstand, nicht antithetisch zum modernen Westen, sondern tief in dessen Selbstverständnis eingebettet, beginnend mit der Reformation.
Luther der Individualist
Betrachten wir zunächst den protestantischen Patriarchen Luther, der erklärte: "Wer meine Lehre nicht annimmt, kann nicht gerettet werden". Als Reaktion auf die katholische Lehre über das Fegefeuer und die verdienstvollen Werke legt Luther eine Theologie dar, die den Christen der Gewissheit seines Heils versichern will und sich dabei auf die Auslegung mehrerer paulinischer Schlüsselstellen durch den ehemaligen Augustinermönch stützt. Dazu muss Luther notwendigerweise den Ort der metaphysischen Gewissheit des geistlichen Wohlergehens von äußeren, objektiven Kriterien wie den Sakramenten auf subjektive Kriterien verlagern, nämlich auf das autonome Selbst, das die Bibel liest. Maritain erklärt: "Luthers Selbst wird praktisch zum Gravitationszentrum von allem, besonders in der geistlichen Ordnung."
Indem er die moralische Autorität von einer externen kirchlichen Hierarchie auf das autonome Selbst verlagerte, ermöglichte Luther dem modernen Menschen eine subjektive, emotivistische Wende. Maritain erklärt: "Seine Energie wird immer weniger die Energie einer Seele, sondern immer mehr die Energie eines Temperaments. . . . Er ist ein Mensch, der ganz und gar und systematisch von seinen affektiven und appetitiven Fähigkeiten beherrscht wird".
Indem die Reformation den Menschen in ein autonomes, atomisiertes Individuum verwandelte, machte sie ihn auch "isoliert, nackt, ohne sozialen Rahmen, der ihn stützt und schützt". Dies wiederum machte ihn anfällig für die säkulare politische Ordnung, die, da sie nicht mehr mit alternativen Machtbasen wie religiösen Institutionen konkurriert, einen immer stärkeren Druck auf seine Freiheit ausübt. "Das Individuum wird vollständig dem sozialen Ganzen einverleibt werden, es wird nicht mehr existieren außer der Stadt, und wir werden sehen, wie der Individualismus ganz natürlich in [einer] monarchischen Tyrannei gipfelt."
Descartes, der Spalter
Der zweite Reformator war zwar ein religiöser Mensch wie Luther, lehnte aber auch einen zentralen Grundsatz der vormodernen Erkenntnistheorie ab: die Wahrhaftigkeit der Sinneserkenntnis. René Descartes' Cogito ergo sum sollte nicht nur die Macht des begrifflichen Wissens demonstrieren, sondern auch, dass Sinneswissen sowohl unnötig als auch ungenau ist, da die Sinne täuschen können. Maritain beschreibt Descartes als Lehrer: "Mein Gedanke existiert, Gott existiert. Daraus ergibt sich alles."
Doch die Trennung von Geist und Körper - die als kartesischer Dualismus oder kartesischer Rationalismus bezeichnet wird - hatte intellektuelle und soziologische Auswirkungen, die Descartes nicht vorhersehen konnte. In diesem intellektuellen Paradigma ist der Mensch ausschließlich eine geistige Substanz, die "auf absolut unverständliche Weise mit einer ausgedehnten Substanz verbunden ist, die ebenfalls vollständig ist und ohne Seele existiert und lebt". Mit anderen Worten: Das Leben des Geistes und der Seele ist völlig losgelöst von der Gegebenheit des physischen Körpers, der oft eher täuscht als erhellt.
Wir können diese Idee im Transgender-Phänomen erkennen, das behauptet, dass die natürliche Biologie eines Menschen nicht mit seinem Selbst übereinstimmen kann. Descartes, sagt Maritain, "hat alle Dinge gegeneinander gestellt - Glaube und Vernunft, Metaphysik und Wissenschaft, Wissen und Liebe".
Rousseau der Narzisst
Jean-Jacques Rousseau wiederum vertrat die Ansicht, dass der Mensch sein Telos in der Selbstdarstellung und der Selbstverherrlichung verwirklicht. "Man muss man selbst sein", sagt Rousseau. "Das höchste Vergnügen besteht in der Zufriedenheit mit sich selbst. Um diese Zufriedenheit zu verdienen, sind wir auf die Erde gesetzt und mit Freiheit ausgestattet worden. Wie Luther behauptet Rousseau die Genügsamkeit des autonomen Gewissens, wenn auch zunehmend losgelöst von jedem Bezug zur christlichen Religion. "Bei alledem bin ich überzeugt, dass von allen Menschen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe, keiner besser war als ich", behauptet er, ohne Ironie oder Sarkasmus zu zeigen.
Dies, so Maritain, ist eine "Mimik der Heiligkeit, ... durch und durch verdorben von sinnlicher Selbstliebe und Selbstgefälligkeit". Der Mensch mischt sich nicht mehr in das ein, was er in sich selbst vorfindet, aus Angst, sein Wesen zu pervertieren. "Armer Jean-Jacques, von allem losgelöst, wirklich, außer von seiner exorbitanten Individualität". Maritain nennt die Weltanschauung Rousseaus eine "pathologische Fälschung". Das ist keine schlechte Beschreibung für die wache Ideologie, die nicht einen transzendenten Gott anbetet, sondern das vermeintlich perfekte Selbst mit all seinen Eigenheiten und Fetischen.
Zwanghafte Modernität
Die Überschneidung der Ideologien dreier Männer bleibt im modernen Menschen erhalten, insbesondere in seinen sexuell identitären Erscheinungsformen. Luthers Betonung des individuellen Gewissens lieferte die Rechtfertigung für den Menschen, seinen eigenen moralischen und intellektuellen Weg zu gehen. Descartes' Dualismus ermutigte den Menschen, seinem eigenen Körper zu misstrauen. Und Rousseaus Verherrlichung des unantastbaren Selbst gab dem Menschen die Erlaubnis, in narzisstischer Selbstverherrlichung zu schwelgen. Das Ergebnis ist ein Mensch, der "rein und ausschließlich willensgesteuert" ist, eine "Art moralistisches und fetischistisches Ungeheuer", so Maritain.
Leider ist es mit der bloßen Existenz dieser dystopischen Kreatur noch nicht getan. Nein, er verlangt auch, dass alle anderen seine Willensbehauptung anerkennen und ehren. Und genau hier kommt der Zwang ins Spiel. Sagt Rousseau: "Wer es wagt, eine Nation zu gründen, muss sich in der Lage fühlen, sozusagen die menschliche Natur zu verändern, jedes Individuum, das für sich allein ein vollkommenes und einsames Ganzes ist, in einen Teil eines größeren Ganzen zu verwandeln." Mit anderen Worten: Das moderne Monster ist ein intolerantes Monster, das andere dazu zwingt, seine naturfeindlichen Phantasien mitzuspielen.
Es reicht nicht aus, dass er seine eigene Menschlichkeit zunichte macht - der moderne Mensch verlangt, dass alle anderen dasselbe tun. Denn, wie Maritain erkannt hat, ist der von Luther, Descartes und Rousseau geschaffene Mensch ein Gott, der angebetet werden muss. Dass seine Göttlichkeit auf falschen Prämissen beruht, die gegen das Naturrecht und den gesunden Menschenverstand verstoßen, verstärkt nur noch sein Bedürfnis nach Zustimmung oder Verehrung. Das ist der Grund, warum der Transaktivismus - und im Übrigen der gesamte Identitarismus - keine Kritik oder Verwerfung vertragen kann. Wie bei allen Ideologien, die auf einem korrumpierten Verständnis von Realität und Menschlichkeit beruhen, verstärkt Dissens nur den Drang zu totalitären Zwangsmaßnahmen.
Doch wie bei allen fehlerhaften Ideologien gilt auch hier: Je mehr der Identitarismus zwingt, desto mehr sehnen sich diejenigen, die unter seinem Joch leiden, nach Freiheit. Sie sehnen sich nach der Wiederherstellung von Verhaltensnormen, die sowohl mit ihren persönlichen Erfahrungen und ihrem gesunden Menschenverstand als auch mit ihrer Vorstellung von einer göttlichen Ordnung in Einklang stehen. Zumindest muss man das hoffen.
Wer kommt mit, Mann?
Friday, April 07, 2023
Osterbrief (hier: An Robert Habeck)
Sehr geehrter Herr Bundesminister Robert Habeck,
In den Nachrichten wird berichtet, Sie hätten in der Ukraine von Ihrer Scham gesprochen. Ich finde das bemerkenswert. Ein „großer moralischer Schritt“, der vielleicht an Willy Brandt in Warschau erinnern soll.
Ich fühle mich dadurch angeregt, Ihnen von meiner Scham zu erzählen. Ich schäme mich nämlich auch. Aber nicht wie Sie als Richter oder Ankläger, also „Quasi-Opfer“ und zugleich „Retter“. Nein. Wofür ich mich schäme ist wirklich meine eigene, nicht wahrgenommene Verantwortung bei Dingen, an denen ich vielleicht etwas hätte ändern können. Wenn ich früher die Dringlichkeit oder eine andere Motivation gefunden hätte, mich mehr einzumischen. Vielleicht - und auch vermutlich - hätte ich gar nichts ausrichten können. Aber versuchen hätte ich es vielleicht - und auch vermutlich - wohl müssen. Das hier meine ich ernst.
Ich schäme mich für mein Land, Deutschland, in dem Menschen regieren, die zwar eine große Meinung, aber von nichts relevantem eine Ahnung haben, und die doch vollmundig das Szepter führen. Die ganz ohne Vorbereitung, ja vielfach ohne sich auch nur der Mühe eines einzigen abgeschlossenen Studiums oder einer Lehre unterzogen zu haben, anderen Vorschriften machen, welche tief in zigtausende Leben, Unternehmen, Familien etc eindringen. Ich schäme mich für unser Parteien- und Bildungssystem. Es tut mir leid.
Ich schäme mich für den Aberglauben, der unserem ganzen nihilistischen Materialismus eine Art Religiosität verleihen soll. Wie kann man nur glauben, dass Weltanschauung sich nicht irgendwann im Leben und Schicksal einer ganzen Nation ausdrücken würde… Ich schäme mich, dass ich dachte, das sei ja Privatsache.
Jetzt muss ich mich schämen für einen Staat (inkl Medien und Gerichten - und der „Wissen“-"schafft“), der Menschen durch Angst und Gewalt zwingt, sich wegen einer Infektionskrankheit gefährlichen Gen-Experimenten zu unterziehen, aber vor Gen-Mais warnt. Ich schäme mich für Vorschriften, die uns glauben machen, das stundenlange Einatmen der eigenen Atemluft sei gut für uns. Ebenso wie das „Still-auf-der-Couch" sitzen. Ich schäme mich für Menschen, die solche Regeln durchsetzen, insb. gegenüber Kindern und Alten. Ich schäme mich für die kaltblütige Indifferenz - oder sogar die Denuntianten- und Folterknechts-Mentalität, die da durchscheint, versteckt hinter einem abstrakten „Wohlwollen“. „Es tut mir ja so leid, aber das muss jetzt sein.“ Oder „Ist ja nur für kurze Zeit…“. „Sei doch mal solidarisch“… Dafür schäme ich mich. Ich schäme mich für alle Erwachsenen mit einem Schulabschluss, die den Unsinn nicht durchschauen. Und noch mehr für die, die ihn durchschauen, aber trotzdem mitmachen.
Ich schäme mich für Leute, die Krieg anfeuern, aber selber den Wehrdienst verweigert und andere früher für eine andere Entscheidung beschimpft haben. Die alles getan haben, um die Wehrfähigkeit und Wehrwilligkeit unseres Volkes und die Ehre derer, die sie (unter eigenem Einsatz) erhalten wollten, zu zerstören. Und die nun „Halali" blasen, ohne zu wissen, was das bedeutet. Ohne es wissen zu wollen. Die sich als „Helden“ sehen - aber kaltherzig, innerlich unbewegt. Phrasen und Parolen auf den Lippen. Ohne eine kreativ-menschliche Idee, wie das Leiden schnell zu beenden sei, die letztlich Millionen Tote oder mehr riskieren. Sie erinnern mich an Reichsmarschälle in Fantasie-Uniforme, besonders wenn sie Andersdenkende diffamieren. Und die dabei edle Begriffe wie „Freiheit“, „Demokratie“ oder „Rechtsstaat und Menschenrechte“ oder „Werte“ und „Gemeinschaft" mit in den Abgrund reißen. Dafür schäme ich mich. Sie erinnern mich an Reichsmarschälle in Fantasie-Uniforme, besonders wenn sie Andersdenkende diffamieren.
Wo wir von Krieg und Millionen Toten sprechen. Ich schäme mich für eine Gesellschaft, die die Tötung - und man muss vermutlich meist von Mord sprechen - von mehr als 100.000 ungeborenen Kindern pro Jahr still und heimlich akzeptiert, aber bei einem „Mis-Gendering" heiße Tränen vergießt. Und ich schäme mich für Menschen, die wirklich glauben, dass wir die demographischen und psychischen Folgen der selbstgemachten Abtreibungs-Katastrophe durch „Zuwanderung“ heilen könnten. Oder indem sich Männer zu Frauen und umgekehrt erklären. Warum erklärt sich nicht die Bundesregierung zu Kindergartenkindern? Und dann noch eine Handwerkslehre. Dann haben wir wieder mehr „junge Menschen“… Und dann noch eine Handwerkslehre, und das Problem wäre „gelöst“. (Der jüdische Talmud sagt zurecht: "Lehre Deinen Sohn ein Handwerk, sonst lehrst Du ihn zu stehlen.“)
Ich schäme mich überhaupt für jeden kopflosen und sinnlosen Totaleinsatz des eigenen Volkes und seiner Ressourcen. (Krieg). Ich schäme mich für Menschen, die glauben, sie könnten durch „Medizin“ und „Fortschritt“ den Tod weg-fabrizieren. Oder das Klima beherrschen. Oder Energie aus dem Hut zaubern. Die einfach Funktionierendes, das andere gebaut und bezahlt haben und von dem sie abhängen, abreissen, ohne etwas Neues bereits fertig zu haben. Die also bereit sind, Menschen in Kälte und Hunger und Not zu stürzen, „weil es eben sein muss“. Dafür schäme ich mich in Grund und Boden. Bei jeder einzelnen Familie, alleinerziehenden Mutter, jedem kleinen Kind möchte ich mich entschuldigen. Ich schäme mich, dass der Staat für all das Menschen Geld raubt, für das sie gearbeitet haben.
Ich schäme mich für erwachsene Menschen, die die Realität nicht sehen oder nicht ertragen, und sich stattdessen in bunte Ideen und Kindermärchen flüchten. Die unsere Sprache entleeren und verdrehen, anscheinend ohne Einsicht, dass dies jedwede verlässliche Brücke zwischen Menschen zerstören muss. Oder die dies mit voller Absicht tun. Ich schäme mich für die, die nicht ehrlich arbeiten wollen, sondern lieber anderen und den Kindern auf der Tasche liegen. Ich schäme mich für unsere feigen und unmännlichen Hirten in der Kirche. Die nicht ein Mal widerstanden haben, sondern wie die Hühner herumlaufen und die Kirchen vernagelt haben, als die Menschen sie und Gott brauchten. Und ich schäme mich für alle die vielen in Führungspositionen, die offensichtlich psychisch oder nervlich krank oder verwundet sind, aber anstelle sich behandeln und heilen zu lassen, nur mehr Macht, Einfluss, Termine, etc aufhäufen.
Für all das schäme ich mich. Und ich habe Mitleid. Ich sehe ja die Leere in den Augen, das Flackern, die Sehnsucht nach Liebe. Machen Sie sich nichts vor. Es scheint alles durch. Hören Sie auf zu spielen. Lassen Sie andere Menschen in Ruhe lassen und gene Sie ihnen nicht die Schuld für „die Zustände“ und eigenen Fehler. Schämen Sie sich nicht für andere, oder präsentieren Lösungen auf anderseits Kosten. Nein, Herr Habeck: Schämen Sie sich für sich selber. Da haben Sie genug zu tun - wie jeder von uns. Ich schäme mich wirklich, dass ich Sie und Ihresgleichen nicht eher angesprochen und Ihnen geholfen habe. Ich habe nichts gegen Sie. Sie dürfen sein wie Sie sind. Und vermutlich sind Sie echt ganz nett. Aber dass Sie unschuldige, fleissige, in ihrem Rahmen verantwortungsvolle Menschen und zukünftige Generationen ausplündern, drangsalieren und in nicht zu gewinnende Kriege gegen Naturgewalten wie „Klima“ und „Krankheit“ oder nukleare Großmächte schicken, das geht nicht.
Schämen Sie sich einmal wirklich!! Es ist ein edles Gefühl (wenn es nicht, wie bei Menschen halt oft, pathologisch wird.) Schauen Sie sich zu Ostern nur fünf Minuten konzentriert ein Kruzifix an (das ist ein Kreuz mit der Abbildung des Körpers des gekreuzigten Jesus Christus). DAS ist GOTT. Und DAS tat GOTT (bzw ließ es mit Sich machen). DAS ist die einzige Hoffnung für die Scham, die ich empfinde. So kann ich in all dem Obigen doch froh und gelassen bleiben. Ich werfe mich diesem Corpus zu Füßen. Denn dort ist Vergebung, Hoffnung und Heilung. Und wenn Sie so etwas fertigbrächten, wenn Sie sich für Ihre Scham an’s Kreuz schlagen ließen - nichts anderes genügt in der Ukraine - oder zumindest Gott zu Füßen würfen, dann könnten wir neu reden. Dann können wir auch viel gemeinsam tun. Aber so…
Mein Gott, mein Gott, warum hast Du uns verlassen (die Antwort ist klar - sie steht oben).
Mit bestem österlichen Gruß!
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Monday, April 03, 2023
Echte Männer sind unersetzlich (Elizabeth MItchell)
Elizabeth A. Mitchell
Samstag, 1. April 2023
In jenen Tagen des verbissenen Kampfes für die westliche Zivilisation lebten Helden unter uns. Soldaten, Flieger, Seeleute, Aufklärer und kühne, zum Kampf entschlossene Führer der Welt.
Heute befinden wir uns in einer anderen Art von Kampf. Wir befinden uns in einem Kampf um die Seele der Menschheit selbst, und dieser Kampf findet in einem Haushalt nach dem anderen, in einer Nachbarschaft nach dem anderen, bei einem Menschen nach dem anderen statt. Wir kämpfen um den Erhalt der Wahrheit, der objektiven Realität, der Selbstlosigkeit und des beständigen menschlichen Geistes.
Und in diesem Kampf müssen die großen Taten wahrgenommen, bestätigt und ermutigt werden. Und warum? Weil die jüngere Generation uns beobachtet. Sie beobachtet uns, um zu verstehen, wie sie sich selbst definieren sollte. Sie werden so großartig sein, wie das Beispiel, das wir ihnen geben; sie werden dem Modell folgen, das wir ihnen vorleben. Und sie werden hoffen, dass wir von ihnen ihr Bestes verlangen.
Nehmen wir meine beiden Nachbarn, Bob und Brendan. Bob ist ein Babyboomer, der nicht gewählte Bürgermeister unseres Viertels. Wenn es schneit, ist Bob als Erster mit seinem Pflug unterwegs. Für ihn ist seine Aufgabe nicht beendet, wenn er das Ende seiner eigenen Einfahrt erreicht hat. Als guter Vater und guter Nachbar sieht er das Leben nicht in Form von Grundstücksgrenzen, sondern in Form von Familien, die sich gegenseitig helfen.
Brendan ist ein erfolgreicher Millennial, der von zu Hause aus arbeiten oder ins Büro gehen kann und einen großen Teil seiner Realität selbst bestimmt. Und für den Generationswechsel von Bob zu Brendan ist das Beispiel von Bob von größter Bedeutung. Gerade heute Morgen hatten wir einen herrlichen Schneetag. Keine Schule, keine Verpflichtungen und jede Menge schweres, nasses Weiß. Ich wagte mich mit meiner treuen Schaufel hinaus, und wer sollte kommen und die Einfahrt freischaufeln? Brendan. Mit seinem fantastischen, neuen Craftsman-Schneepflug. "Das war ein Hochzeitsgeschenk", verkündete er stolz. "Ich bin froh, dass ich ihn benutzen kann."
Während in den Abendnachrichten berichtet wird, dass die neue Generation von Männern Frauenbadeanzüge trägt und bei weiblichen Sportveranstaltungen Medaillen gewinnt, sind die echten Männer mit dem Schneeräumen beschäftigt.
Erst letzten Sonntag fuhr ich auf dem Heimweg von der Messe in einer strukturschwachen Innenstadt, in der sich die schönsten Kirchen vieler Städte befinden, gegen ein Schlagloch. Der Luftdruck meines rechten Vorderreifens fiel auf 1, dann auf 0. Unschlüssig rief ich meinen Bruder an, einen Priester im Priesterseminar, der mir anbot, zu kommen und die Situation zu beurteilen. In diesem Moment hörte ich Schreie. Freddy, ein Mann, der am Rande des Wartehäuschens stand, winkte mich zu sich.
"Mam!", rief er und fuchtelte mit den Armen wie ein Fluglotse. "Mama! Du kannst dieses Auto nicht fahren!" Ich fuhr an den Bordstein und kurbelte mein Fenster herunter. Er schrie mich wieder an, dass ich mein Auto nicht fahren könne. Zwischen der Realität meiner Notlage und der Angst, einem Fremden in einer unbekannten Gegend zu vertrauen, holte ich tief Luft und folgte Freddys Anweisungen.
Wie ein Schutzengel, der direkt aus dem Central Casting kommt, kümmerte sich Freddy um alles. Zusammen mit seinem Freund Anthony, der ebenfalls aus dem Nichts aufgetaucht war, zeigten mir die beiden Männer, wo ich den Wagenheber ansetzen musste, entfernten den platten Reifen, montierten das Reserverad und wiesen mich eindringlich darauf hin, wie ich sicher nach Hause komme. Mein Bruder gesellte sich zu ihnen, und die drei unterhielten sich und tauschten Reifenanalysen und Zeit und Mühe aus. Freddy, so stellte sich heraus, ist in Mississippi aufgewachsen und hat in der Maschinenhalle seines Vaters Mechaniker gelernt. Anthony stand Wache und vermittelte Weisheiten.
Freddy und Anthony. Mein Bruder. Echte Männer.
Während uns die Abendnachrichten erzählen, dass die Männer in den Innenstädten ihre Männlichkeit unter Beweis stellen, indem sie Müllcontainer anzünden und ihre Wut durch Gewalt zum Ausdruck bringen, sind die echten Männer unterwegs und helfen anderen, ohne dass die Kameras sie dabei beobachten.
Die Welt, die Kultur, die Nation: Das sind keine kollektiven, gesichtslosen Gebilde. Sie setzen sich aus Individuen zusammen. Die Qualitäten und Werte unserer Welt, unserer Kultur und unserer Nation, jeder für sich, bilden das Ganze.
In den Jahren vor der nationalsozialistischen Verfolgung schrieb die heilige Edith Stein, die in Auschwitz starb, über die bedrohliche und absichtliche Veränderung ihrer Gesellschaft von einer Gemeinschaft zu einem Verein. Während sich eine Gemeinschaft als Subjekte zu einer gemeinsamen sinnvollen Beziehung zusammenfindet, steht ein Verein als Objekt zu einem transaktionalen Zweck in Beziehung.
Und deshalb sind unsere wirklichen Männer so wichtig. So wie sie eine Generation bei der Verteidigung der westlichen Zivilisation angeführt haben, so können sie jetzt eine Generation darin anführen, was es bedeutet, ein Mann zu sein. Zu dienen, zu schützen, zu opfern und das Menschsein zu veredeln, das sind alles entscheidende Beiträge unserer besten Männer.
Der Kampf hängt von jedem einzelnen von uns ab. Und die Rolle unserer Männer an der vordersten Front dieses Kampfes ist unersetzlich. Der Kampf um unsere Zivilisation ist ein Kampf um die Seele der Menschheit. Ein menschliches Wesen nach dem anderen.