Friday, February 24, 2023

7 Punkte zu Ukraine (für einen Freund)

Lieber F,

danke Dir sehr! Ich erkenne Deine Kenntnisse, Analysen und Deine Emotionen voll an. Auch die ehrenwerte Absicht. Vollkommen. Das ehrt Dich. 

1. Wahrheit im Informationskrieg

Ob aber nun gerade Du umfassende Informationen hast, bezweifle ich. Andere als ich bestimmt. Wer wird am kräftigsten belogen von uns beiden…? Weiss ich nicht. Wer kann heute im Informationskrieg als Zivilist, und selbst als Krieger, wirklich die Wahrheit kennen? Ich denke niemand. Und das ist der Punkt, um den es mir ging bei den Aussagen Putins über den Westen: Was ist Wahrheit? Das, was Putin da über uns sagt, ist leider wahr, weil ich es verifizieren kann. Denn es gibt Wahrheit ja weiterhin: Nämlich die, die ich direkt sinnlich-kognitiv wahr-nehmen kann. Und diese wahrgenommene Wahrheit über uns geht durch bis zum Kern unseres Mensch- und Christ-Seins. 

2. Wahrheit über Russland / Putin: Nicht schwarz

Welche Beweggründe hat Putin… Das ist schon kaum mehr verifizierbar. Es gibt viele Möglichkeiten und Gründe vermutlich. Es geht mir auch gar nicht darum, Putin für gut zu erklären. Ich traue mir kein Urteil zu, aufgrund dessen ich jemanden in den Tod schicken kann. Er ist irgendwo zwischen gefährlich, schlimm und wahnsinnig. Vielleicht ist er eines, aber vielleicht nicht alles zugleich. Mein Verbündeter und Freund ist er nicht. 

3. Wahrheit über westliche Regierungen: Nicht weiss

Was die Ukraine angeht gilt das Gleiche: Ich weiss es nicht. Irgendwo zwischen korrupt undurchsichtig und geradewegs böse. Die USA. Das Gleiche. Ich weiss es nicht. Es gibt sehr Gute und sehr Böse. Im Moment regieren nicht die Guten. Das ist kein Anti-Amerikanismus. Ich wohl mehr Zeit in den USA, auch im Militärisch-Industriellen-Komplex verbrach, als Du. Das Motiv war nicht Antipathie. Im Gegenteil. Aber ich weiss, was ich gesehen habe. Zunächst wohlmeinende Bevormundung, aber mit der Zeit auch - durch D / BReg mitverschuldet - zunehmend kalte Wahrnehmung der Interessenunterschiede bis hin zu offenen (Kriegs-)Ansagen wie von Biden, Blinken und Nuland zu NordStream. 

4. Die Lage: Eine Mischung aus 1914, 1919, 1933, 1939 - nur mit mehr Waffen und Möglichkeiten

Daher mein Eindruck von der Lage: Es scheint irgendwie wie eine Mischung aus 1. Weltkrieg, 2. Weltkrieg, Versailles - nur mit Raketen, Satelliten, Drohnen, Cyber. Niemand ist unschuldig. Wie damals. Alles ist möglich. Wie damals. Muss man in den Krieg ziehen? Nein. Wie immer täuscht das Sola ("man muss nur"). Sola ist irrtümliche Vereinfachung auf einen Teilaspekt von Wahrheit. Alternativlosigkeit. Das mag sich zunächst emotional so darstellen. Aber mit der Zeit fallen einem immer Alternativen ein. Christus zum Beispiel ist Et-Et. Mensch UND Gott. Alpha UND Omega. Er durchlebt Tod UND Auferstehung, bringt Gericht UND Barmherzigkeit. Was bringt es mir, Putin für wahnsinnig und Selenski, Scholz, Baerbock und Biden für heilig zu erklären? Es stimmt ja ohnehin nicht. Der Grad des Grauens ist bei ihnen unterschiedlich. Graus(sam) sind sie alle. Meine Führer sind sie nicht. Zu viel Geld, Korruption, Irrtum, Drogen, Verbrechen, Dummheit überall. Da will ich nicht wählen. NordStream… Waren es die Amis? Ich glaube, ja. Aber sicher bin ich mir nicht. Siehe oben. 

5. Wahrnehmbare Wahrheit: Deutschland leidet

Das einzige, was ich weiss, weil ich es wahrnehmen kann: Deutschland leidet. Jeden Tag entgleitet uns das Land und Menschen, die unsere Nachbarn (Nächsten) sind, mehr. Wir kümmern uns stattdessen um Afghanen, Iraner und Ukrainer, Taiwaner demnächst. Das ist nicht unsere Pflicht. Das ist Kür, wenn wir unsere Pflicht getan haben! Ohne dies ist es Hochmut und Ablenkung. Wir tragen Verantwortung für dieses Land. Doch die klare und wahre Pflicht, unseren Nächsten zu dienen, die Kinder und Schwachen zu schützen und auszubilden, lassen wir hier so sehr liegen, dass Putin darüber spotten kann. Völlig egal, ob wir stattdessen Kinder im Iran oder Ukraine mit Sanktionen und Waffen zu schützen meinen (und nie wissen werden, ob sie nicht aus Versehen dadurch umgebracht wurden…).

6. Totale Kriege des Westens (Klima, Covid, Ukraine) zerstören Gerechtigkeit und Freiheit 

Man kann Corona-Krieger sein und behaupten, "Null-Covid" und Lockdowns schützen die Nächsten. Man kann Klimakleber sein, und das Gleiche behaupten. Man kann "Ukraine Freedom" schreiben und fordern, und ist doch im Kern ebenso idealistisch und emotional. "Unverletzbare Grenzen" und ein "Recht auf Souveränität", „Menschenrechte“ (inklusive Gender LGBTQ+), Klima „+2,5 Grad“ und „Zero-Covid“… Das sind schöne Ziele. Aber nicht die ultimativ wichtigsten. Letztlich sind es ideologische und totale (weil de facto nie erreichbare) Ziele, die nur den faktischen Umbau der Gesellschaft in einen totalen Sozialismus bewirken, und den Interessen gewisser Leute dienen - aber nicht meinem Nächsten, nicht den Armen hier. Und auch nicht den Menschen in der Ukraine. Das kann man wahrnehmen. Einige wollen kämpfen bis zum bitteren Ende. Ihren Nächsten werden oft gar nicht gefragt. Ukrainisch Kinder und Frauen wollen vor allem den Vater / Sohn / Bruder wieder haben. Nicht die Krim. Und die Menschen in den USA leiden ebenfalls unter der imperialen US-Weltschutzmacht-Politik, die viele Menschen im Ausland zwar genutzt aber nicht bestellt haben. Selbstkrönung der USA - in / mit den Protektoraten durchgesetzt. Und: Einen Friedensvertrag USA/UK - D gibt es nicht. Souveränität Deutschlands und Unverletzbarkeit unserer Grenzen also auch nicht - siehe nicht zuletzt NordStream. Wäre das nicht etwas, womit sich die deutsche Regierung / Bevölkerung einmal beschäftigen müsste, statt der Souveränität in der Ex-UdSSR? 

6. US-Imperialpolitik und ihre Folgen für die Amerikaner (und uns)

Putins Imperialpolitik? Hmm. 10 Militärbasen. Dagegen mehr als 700 US-Militärbasen in der ganzen Welt. Da schimmert wieder etwas von Wahrheit, weil man da zählen kann… Noch ein paar Zahlen: 1000 Mrd. Dollar US-Kriegshaushalt pro Jahr. Und dreimal mal so viel Schulden in den USA pro Kopf wie Deutschland - nämlich 100.000 Dollar, fünfzig-mal so viel wie Russland, wo übrigens seit 2000 die Abtreibungen um 75% zurückgegangen sind…. Die Hälfte der Amerikaner kann nicht eine plötzliche Ausgabe von 500 Dollar stemmen… Aber Geld per Washington (Brüssel) in schwarze Löcher stecken… Das können die Herrscher gut. Für Klimaforscher und Windradproduzenten, Pharma-Unternehmen und Impfärzte, Waffenhersteller und deren Aktionäre (BlackRock und Vanguard)… Es erscheint mir ungerecht, insb. wenn man so eine ethische Welle schiebt. 

7. Meine Position: Beenden wir die Kriege jetzt - bauen wir unser Land, und dann Europa / Ukraine wieder auf

So wie wir jetzt priorisieren, wird uns der Herr ausspucken als de facto lau. Was ER mit Putin macht… Na ja, gut sieht das nicht aus… Aber unsere Lage wird es nicht verändern. Nichts von dem, keiner der Kriege, die wir hier als Götzen verehren, ist Gott gott-gefällig. Schone die Umwelt, kümmere Dich um Kranke und um die Verfolgten. Ja. Aber wir vernachlässigen unsere Kirche, die Menschen hier, die Kranken, die Mütter und Ungeborenen die verfolgten Christen, etc. pp. und blasen uns stattdessen auf… 

Nein. Da bin ich nicht dabei. Ich rufe zur Umkehr und zum inneren Kreuzzug auf. Keine Koalitionen mit Neo-Marxisten und grün-gepinselten Imperialisten mit Gesichtsmasken. Wir kommen von hohen Idealen her - und ich erkenne deren Überreste in der Umwelt- und Ukraine-Bewegung an. Aber sie sind unmäßig ausgeartet. Jetzt die Masken und Spritzen, Kleber und Waffen niederlegen und schauen, was im Gespräch aller rauskommt. Ungeduld ("Jetzt muss aber") ist nicht von Gott. Er ist die Ruhe und der Frieden. 

Für Deutschland wünschte ich mir: Energie von überall her und aus allen Quellen besorgen, damit die Preise runtergehen. Dazu gehören auch die Pipelines und Kernkraft - und ein Ende dummer Subventionen. Sanktionen beenden. Sie nutzen nur Arbitrage-Profiteuren. Wettbewerb in Wirtschaft und Bildung, Staatsanteil und Steuern runter, Bekämpfung von Monopolen und Erhalt von Infrastruktur. Sozialstaat und Beamtentum langfristig halbieren - stattdessen Familien weitgehend von Steuern befreien, vernünftig und glaubhaft die NATO ausrüsten, Atomwaffen für D/NL/Ö, Ehrlichkeit herstellen mit den USA und sog „Verbündeten“, Ausgleich mit Polen (??), Ungarn und Frankreich finden - und mit Russland an geordnetem Abstand, Handel und Balance arbeiten. 

Das Gegenteil von Gloom und Doom

Genau weil ich nicht Gloom and Doom bin. Weder Corona, noch Klimawandel, noch Russland sind die endzeitliche Bedrohung für uns, als die sie dargestellt werden. Wir selber sind die einzigen, die uns in Gefahr bringen. Gott erspart uns die Folgen unserer Irrtümer nicht. Man kann die Gefahr eines neuen 1914, 1918, 1933 oder 1945 nicht wegwischen mit: Keine Sorge. Und dann selber emotional geladen in den Nebel des Ostens reiten. Ich werde am Rand des Nebels auf die Verwundeten und Verkrüppelten warten, die mir alle leid tun. Aber mit hineinreiten… Nein. Tut mir leid. 

Herzlichste Grüße - Dein JP

Deuteronomium  30,15-20.

Mose sagte zum Volk: Hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor. Wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf die ich dich heute verpflichte, hörst, indem du den Herrn, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen gehst und auf seine Gebote, Gesetze und Rechtsvorschriften achtest, dann wirst du leben und zahlreich werden, und der Herr, dein Gott, wird dich in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, segnen.  Wenn du aber dein Herz abwendest und nicht hörst, wenn du dich verführen lässt, dich vor anderen Göttern niederwirfst und ihnen dienst - heute erkläre ich euch: Dann werdet ihr ausgetilgt werden; ihr werdet nicht lange in dem Land leben, in das du jetzt über den Jordan hinüberziehst, um hineinzuziehen und es in Besitz zu nehmen. Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme, und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. Er ist die Länge deines Lebens, das du in dem Land verbringen darfst, von dem du weißt: Der Herr hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen, es ihnen zu geben.

Monday, February 20, 2023

Wo sind die Beter heute?

Es erschüttert mich tief, wie sehr einige Menschen die vor allem hierzulande verbreitete Geschichte vom wahnsinnigen, „tollwütigen Hund“ Putin, den man „totschlagen“ muss, glauben, ohne das gegen den Wahnsinn unserer eigenen Politiker zu balancieren. Natürlich war der Krieg ein Fehler und ein Verbrechen. Aber was macht es mit uns, wenn wir Begriffe aus dem Wortschatz eines Goebbels, der das von den Juden und Bolschewisten ja auch gesagt hat, benutzen. Im Anfang war das Wort... Und umgekehrt sagte man das nicht nur auch von Hitler, sondern auch von Kaiser Wilhelm und dem Deutschen allgemein sowieso? Das glauben inzwischen sogar ja auch die Deutschen von sich selber. Denn kein anderes Land außer uns opfert nicht nur fremdes Gut und Leben, sondern freiwillig auch sein eigenes, ja potentiell die eigene Zukunft so sehr für Geglaubtes, aber essentiell Unbekanntes auf. Als Sozialamt, Klimaretter und Souveränitäsgarant für eine Welt fremder Völker. 

Für die USA ist dieser Krieg ein RIESEN-Geschäft (BlackRock verwaltet sowohl die Kriegsindustrie als auch einen möglichen Wiederaufbau einer Ukraine nach dem Krieg) und geostrategischer Plan. Für Russland und Ukraine ist der Krieg bittere Notwendigkeit. Für uns aber ist er Pflicht aus nebligem Schuldbewusstsein und putative Selbstverteidigung, die wir sowieso nicht durchstehen, auch nicht mit dem fremden „Menschenmaterial“, zu dem wir die Ukrainer herabstufen. Ein Krieg, den wir nicht führen müssen, und selbst wenn wir ihn führen müssten, nicht erfolgreich führen könnten, kann nicht gerecht sein. Wir sollten uns auf die Rettung unseres eigenen Landes und der eigenen Menschen konzentrieren, denen es immer schlechter geht und die in konkreter Gefahr sind.

Die Verteufelung Putins per Ferndiagnose und die Forderung nach Regimewechsel dort (oder die Hoffnung auf die Wunderwaffe "Regimewechsel von innen“…) lässt zudem keinen Spielraum für Verhandlungen, Kompromisse, Vernunft und Frieden. "Dieser Krieg muss gewonnen werden, egal, was es kostet. Und koste es alles.“ Nichts ist mehr Ziel, nur "der Endsieg" (der natürlich für alle guten Dinge steht). Ein totales Ziel, bei dem alle Mittel dem Zweck dienen müssen, kann ebenfalls nicht gerecht sein. "Totaler Krieg = kürzester Krieg, hieß es 1944“ - wirklich? Das ist unsere Politik??? 

Wenn nur ein wenig Irrtum darin liegt - und in der Einschätzung der Kräfte sowieso - dann bedeutet das vielleicht den Untergang für nichts. Mal wieder. Versperrt wird der Blick für die Schwachheit und Begrenztheit der Mittel und der Willenskraft. Nach Corona und Klima sind wir doch bereits am Ende. Demographisch sowieso. Was sollen wir opfern, wenn nicht unsere schiere Existenz? Was ist mit unserer eigenen Sünde, der eigenen Boshaftigkeit und Schuld, der eigenen Fehler seit 1990? Wann könnte man eine Niederlage eingestehen? Wann wäre es „ genug“? Wieviele Tote? Wieviel Zerstörung?

Mehr Einsatz, mehr Willen ist dann die einzige Reaktion. Siehe Deutschland 44/45. Und wer wird im Zweifel zerstört? Eben nicht die USA oder die anderen Atommächte. Die machen einen Kompromiss, wenn sie genug haben. Aber Deutschland, Polen, Baltikum. Wie wird es hier aussehen in zwei Jahren? Wir sind billig zu haben. Und wir sind auch gern genommenes (Sekundär-)Ziel. Man denke nicht, dass da draußen eine Welt von Freunden ist. Wer braucht Deutschland denn? Wer wird uns vermissen? Nicht einmal unsere eigene Regierung („Kann mit Deutschland nichts anfangen." R Habeck). Was haben wir zu bieten, außer Besserwisserei und Moral? Klimakleber und Karneval? 

Freunde, Deutschland, also wir, stehen moralisch und realpolitisch auf verlorenem Posten. 

Gott stehe uns bei! Betet. „Nur den Betern kann es noch gelingen, das Schwert ob unseren Häuptern aufzuhalten.“ Reinhold Schneider. Wo sind die Beter heute??

Sunday, February 12, 2023

Corona - Was im Raum steht

Ich bin einfach etwas menschenscheu geworden. Die letzten Jahre waren nicht nur für Dich schwer. Sie waren es auch für mich. Nur vielleicht aus einem anderen Grund.

Für mich waren sie schwer, weil ich in das Gesicht des Unglaubens gesehen habe. Auch bei vielen Mitchristen. Corona - die Masken, die 2/3-Gs und die Impfungen - war ein Offenbarungseid. Vielleicht kannst Du verstehen, wie schwer es ist zu erkennen, wie wenige real glauben, dass der Tod nicht wirklich mächtig und die Schuld nicht wirklich entscheidend sind. Wie es war, mit weinenden alten Frauen vor der Tür einer Kirche zu stehen, weil sie an den Ort der einzigen echten Hoffnung nicht hineinkommen durften - ohne Impfpass oder Test-Zertifikat mangels Smartphone… Das ganze Leiden, weil Kompromisse gemacht wurden, wo keine gemacht werden dürfen… Das Ausgeliefertsein, wenn diese Hoffnung geschändet wird… Das hat mein Herz gebrochen. Es war Verrat an so vielen Seelen, deren seelische Heimat geraubt wurde. Es war ein Verbrechen, das schlimmer wirkt als ein physischer Tod, der oft ohnehin eine Erlösung und nicht das Ende der Geschichte ist. Diesem Verrat von oben hat sich fast niemand widersetzt. Fast alle haben nach oben gedient, „Gehorsam“ im schlimmsten Sinne. "Wehret den Anfängen!“, hieß es immer. Und doch war klar: Das war alles wohlfeiles Gerede. Denn als die Anfänge kamen… Maske auf. Bloß nicht anstecken oder auffallen. Die Welt gehört ab da den Feigen und Faulen. Und Leute wie ich wurden zu Aussätzigen und Feinden abgestempelt.

Alle Beschwerden nun gegen den Synodalen Weg aus dem Mund derer, die sich den Befehlen der Welt in puncto Untersagung von HEILIGER MESSE / HEILIGER EUCHARISTIE unterworfen haben, die Angst vor echten Feinden der Kirche wie Lauterbach und Merkel, und vor eitlen Narzissten wie Spahn hatten, sind für mich nicht mehr glaubwürdig. Wie kann man von anderen verlangen, was man selber so offensichtlich nicht besitzt: Übernatürlichen Glauben, Gottesfurcht und Vertrauen. Wirklich. Alles das kann ich nicht ernst nehmen. Und die, die ich ernst nehmen kann - wie St. Afra-Leute - sind wenige… Corona war DIE Chance. Und DIE (Vor-)Entscheidung. Es war wie ein Putsch. Und nun geht es zügig weiter in neue Krisen, Kriege und Auflösung... Vielleicht werden viele jetzt den übernatürlichen Glauben bekommen. Und viele auch direkt weiter in die Hölle gehen… Showtime. 

Nun kann man niemandem diesen Mangel an Glauben vorwerfen - auch nach 20, 30 Jahren Gemeindemitgliedschaft. Das ist klar. Der Glaubensmangel ist Frucht der „Arbeit“ der letzten 50 Jahre. Auch mir mangelt es ja oft an Glauben, so wenn ich jetzt in einer hinteren Ecke meines Verstandes fürchte, dass viele Millionen der Menschen, die die Gen-Spritze bekommen haben, sterben müssen. Und dass es vielleicht sogar gewollt ist… Ich kann es einfach nicht ausschließen und muss diese Angst aufopfern. Was ich aber nicht kann, ist mich mit MEINEM Unglauben über den mir so scheinenden Unglauben ANDERER zu stellen - und jetzt radikale Maßnahmen durchführen, andere diskriminieren, beschimpfen, deportieren, zwangsweise Blutwäsche anordnen… dies oder das.... Dies ist aber quasi unendlich oft und unterschiedlich intensiv mit den Maßnahmengegnern gemacht worden. Entweder ihnen (also auch mir) wurde die Vernunft, der Verstand oder sonst eine rationale Fähigkeit abgesprochen. Zu dumm, doof, verspielt, verrannt, um noch die „Fakten“ zu erkennen. Oder uns wurde ein emotionales Defizit vorgeworfen, irgendein Mangel an Empathie, ein Egoismus, den wir "nicht zügeln konnten und wollten". Als wären wir egoistische, dumme Kinder. Menschen mit einem wesentlichen Mangel.

Wie weit gefehlt. Und was für ein Armutszeugnis für die selber, die es uns ausgestellt haben. Darüber muss ich jetzt hinweg. Ich muss mich mit Leuten auseinandersetzen, die sich selber so blamiert haben, indem sie andere gehänselt oder geschlagen haben, weil sie sich selber „besser“, „klüger“, „einsichtiger“ dünkten…Und jetzt? Nicht mal eine Entschuldigung… Einfach „nichts gewesen“. Jetzt ist Ukraine. Wie praktisch. Und wie schlimm. Denn gerade dazu - und noch mehr zur Künstlichen Intelligenz und Digitalisierung des Lebens sowie zum demographischen Absturz, der unabwendbar geworden ist - gibt es keinen Diskurs, geschweige denn gemeinsame Lösungen.

Das ist Folge der Verwundung und Spaltung, die ich empfinde. Der einseitige freche und unbegründete Vorwurf und das dadurch entstandene Misstrauen, das durch erneutes Solidaritätsgerede nicht überwunden werden kann, sondern nur durch Aussprache, Verzeihungsbitte und Vergebung. 

Ich habe in meinem Leben über 1 Million Euro Steuern und Abgaben bezahlt. Spenden oben drauf. Im wesentlichen für meine Mitmenschen. Ich habe auch ansonsten nicht nur rumgesessen und meine Murmeln gehütet. Ich habe u.a. auch meinen Wehrdienst abgeleistet. 15 Monate, die ich der Allgemeinheit geschenkt habe. Mein Widerstand hatte niemals etwas mit meiner eigenen Bequemlichkeit zu tun. Ich würde in den Krieg ziehen und mein Leben hingeben für das, was mal das christliche Abendland war - also für die Menschen und ihre Lebensweise und Freiheit. Dann von Leuten, die sich nicht gerade viel mehr aufgeopfert haben, zu hören: "Du Egoist!“, oder „Du unsolidarisches Arschloch!“, "Du Spinner, Troublemaker" oder sonst was… „Ich verbitte mir solche Kommentare“, „Du machst uns nur Scherereien“, etc pp… Das hört sich an, als wenn Judas zu seinen Mit-Jüngern sagte: "Dieses Öl hätte man verkaufen und das Geld den Armen geben können." Ja, genau, Judas. Und vielen Dank für den Hinweis. Was in den letzten Jahren geschehen ist, ist, dass lauter kleine Judasse sich das Öl anderer geschnappt und es wirklich verkauft und das Geld den „Armen“ (insb. Impf-Ärzten, Impfstoff- und Maskenherstellern, Beratern, etc) gegeben haben. Und wir anderen können es nicht glauben. Der Mund steht immer noch offen...

Das ist mein Punkt. Und das ist meine Entfremdung von vielen Menschen, die ich mal als Freunde angesehen habe… Das alles kann (und sollte) natürlich geheilt werden. Durch Erkennen, Bekennen, Bereuen, Vergeben, Versöhnen. Dazu wollte ich Dir einmal schildern, wie ich mich fühle. Danke, dass Du es gelesen hast. 

Friday, January 27, 2023

CDU - oder: Die Glut unter der Asche

Vergangenen Mittwoch fand in der BdK ein interessanter Vortrag eines Bundestagsarchivars über die Ursprünge der CDU statt. 

Fazit: Schon von Beginn an war sie "eine Enttäuschung für die Konservativen.“ Denn schon von Beginn an war die CDU keine Partei, daher auch keine konservative, sondern eine mit ca. 75% der Mitgliedschaft Katholisch geprägte Sammlungsbewegung. Die konfessionellen Katholiken waren sich bewusst, dass eine katholische Partei eigentlich ein Widerspruch in sich ist. Denn Katholisch ist eigentlich immer Sammlung und nicht Parteilichkeit. Außerdem gibt es keine „Katholische Politik“, da Staat und Kirche einander gegenüber stehen, und es nur in seltenen Fällen überhaupt eine „Katholische Position“ gibt. Es gibt nur Katholiken „in der Politik“. Im Jahre 1945 wussten alle noch, dass es die Parteilichkeit und der Streit gewesen waren, der den Nazis den Aufstieg mit ermöglicht hatten. Aus diesem Grund fanden sich in der CDU dann neben den Rheinisch-Klerikalen auch u.a. Hamburger Kapitalisten, Bayrische Reaktionäre, Badische Liberale und Berliner Sozialisten. Aus dieser Genese waren schon früh Quoten vereinbart, Doppelspitzen (kath/prot) und regionale Proporze. Was der diversen Mitgliedschaft gemeinsam war, war der „Anti-Kommunisus“ - also die Ideologiefeindlichkeit. 

Eine Sammlungsbewegung ist etwas für pragmatische Lösungen und ein Zeichen von anti-ideologischen Zeiten bzw. eben für Zeiten nach deren Kollaps (so eben 1945 und im Osten nach 1990). Zunehmende Konfessionalisierung / Fragmentieren von Gesellschaften und deren Ideologisierung sind dafür eher nichts. Die Hoffnung könnte sein, dass nach dem nächsten Ideologie-Kollaps erneut für eine Sammlungsbewegung Bedarf sein könnte. Hierzu muss es aber eine nicht-konfessionelle, in dem Sinne also Katholische (mit großem K) - das Wort ist griechisch und heisst umfassend / universal - Einstellung und klare Positionierung gegen jede Ideologie (also jede Art "Gewissenstest“) geben. 

Und: Die CDU kann nicht besser sein als die Gesellschaft im Durchschnitt. Damit diese Freiheitlichkeit aber nicht in Synkretismus und materialistischen Relativismus versinkt, braucht es einen vorpolitischen Raum, der Erkenntnis und Umsetzung von Wahrheit (der Grundlage von dauerhafter Freiheit) umso klarer anstrebt. Es braucht wirklich eine gewissen Anteil von tugendhaften Bürgern. Bei einem aktuellen kirchlichen Bindungsgrad (der auch nur grob das Interesse an diesen Fragen spiegelt) von unter 2% bei den Evangelischen und 4% bei den Katholischen, ist dies wohl kaum gegeben… In dem Sinne… Warten und die Glut unter der Asche bewahren.





Wednesday, January 18, 2023

Was Früher mit Heute zu tun hat

Am Montag hatten wir als BKU eine gemeinsame Veranstaltung mit der ehrenwerten Staatswissenschaftlichen Gesellschaft von 1883. Die meisten aktuellen neun Mitglieder waren anscheinend schon Gründungsmitglieder. Aber gut, dass die Senioren aktiv und agil bleiben! Ursprünglich beschäftigte diese sich (gewerkschaftsnah) mit der Bildung des Proletariats - wir fühlten uns also angesprochen als BKU! 

So saßen wir dann gemeinsam gespannt darauf, was uns wohl erwarten würde, bei Richard Schütze im Salon zusammen… Und wurden zunächst in ein dunkles Loch der historischen Detailkunde geworfen, das uns den Atem nahm. Dr Moelle - Oberregierungsrat im Reichswirtschaftsministerium 1935 und seine Auseinandersetzung mit Prof Schwarz, dem Nobelpreisträger und Chef der nachgeordneten Behörde, der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt… Über Eichungs- und Messfragen im Zusammenhang mit dem Maße- und Gewichtsgesetz. Sicher allen bekannt… ;-) 

Aber aus dem Gähnen und Sich-Fragen, "was das denn hier werden solle", wurde doch schnell echtes Interesse. Denn was sich da im 3. Reich abgespielt hat, war die „Gleich-Ausrichtung“ (Gleichschaltung wollte der referierende Historiker nicht sagen) von Recht und Wissenschaft - und das Benutzen der jeweils anderen Kompetenz für die eigenen Belange - für Macht und Geld. Alles im Interesse der Ausrichtung Deutschlands auf ein Ziel: Die Wende. In diesem Fall hin zur Wehrwirtschaft. Aber man kann auch sagen: Einer neuen Ökonomie. Ich schicke Euch mal zwei Folien über den "rechtlich-wissenschaftlichen Aufwärtstrend": Sprich: Immer mehr Recht, das gut ist für die Wissenschaft. Immer mehr Wissenschaft, die Recht (Politik) legitimiert. Und letztlich immer weniger Gewaltenteilung, da beide Expertengruppen sich überhaupt nicht verstehen - und auch keine Kontrolle mehr ausüben / anerkennen. 

Am Ende gewinnen die Wissenschaftler, sprich: Experten, die "Wissen" = "Wahrheit" liefern. Wer nun Physik durch Immunologie oder Klimawissenschaft ersetzt, versteht ganz beiläufig plötzlich etwas sehr aktuelles. Und da blieben den Anwesenden wirklich die Münder offen stehen. Denn ganz spontan sagten mehrere zugleich: Das ist wie heute beim RKI. Oder dem Potsdamer Institut für Klimaforschung… Das ist ein Drittmittelmotor ohne Bremse. Wahnsinn, was man bei Staatswissenschaft so lernen kann. Und wie hilfreich auch geschichtliches Detailwissen ist… Danke! 





Saturday, January 14, 2023

Berlin - Die gute Gesellschaft

Das Besondere an Berlin - also nicht das einzig Besondere aber das besonders Besondere - erscheint mir immer wieder, dass man hier an Begegnungen der dritten Art teilnehmen darf. Das letzte Mal, dass ich Euch schrieb, ging es glaube ich um diese "20er-Jahre-Party“, an der ich mal teilnehmen durfte. Da, wo der 1000 Euro-Champagner floß, exquisit gespeist und geredet wurde - und wo Drogen die Runde machten, damit man für die Swinger-Party nach Mitternacht noch in Form war usw usf. Wenn man will ist das, woran ich gerade teilnehmen durfte, genau das Gegenteil. Und doch gehört es genauso zum Gesamteindruck einer komischen Zeit. Heute Abend in der Form einer Realitätsverweigerung, oder sagen wir zumindest der Realitäts-Konstruktion, durch diejenigen, die eigentlich unsere freiheitliche Grundordnung und die „Pluralität“ zu verteidigen meinen, und mir doch das genaue Gegenteil zu produzieren scheinen. 

Ich war eingeladen zum 35-jährigen Dienstjubiläum unserer Hausmeisterin im „Goldenen Stern". Die Dame ist 82 und hat im Haus die meisten Tassen im Schrank. Schließlich hat sie in ihrem Leben vermutlich so 1 Million Zigaretten geraucht und schert sich nicht drum. Neben der saß ich aber nicht. Ich saß inmitten der „Hausgemeinschaft“ eines ehrenwerten Westberliner Altbaus unter Denkmalschutz. Ein passendes Wort: Denkmalschutz. Nur welches Denkmal wird dort geschützt…? Man ist umgeben von Akademikern, Pensionisten und Besserwissern, wie sie im Buche stehen. Alle zwischen 70 und 80 Jahre alt. Und die erzählen einem im Brustton der Überzeugung, dass sie Habeck als Bundeskanzler wollen - Scholz ist nicht hart genug, die Dinge durchzuziehen, die durchgezogen werden müssen, und moralisch angreifbar (da haben sie wohl recht). Annalena hat sich wirklich sehr gut in ihre Rolle gefunden. Und Deutschland ist eigentlich das einzige Land auf der Welt (!), das eine werteorientierte Außenpolitik und den anderen diesbezüglich mal eine Ansage macht. Putin ist der größte Verbrecher seit Hitler. Und Amerika natürlich auch böse. Feinstaub ist der Killer Nr. 1. Und wenn jetzt die Welt bald 50 Grad heiss sein wird, dann bricht die Gesellschaft zusammen, etc pp. 

Man weiss nicht, wo man anfangen soll. Man weiss auch - und erlebt - dass, wenn man die Grenze des Sagbaren überschreitet, einem ganz einfach demonstrativ nicht mehr zugehört wird… Das Gesicht wird abgewendet. Die Ohren zugehalten. Wirklich. Ende. Das fängt in etwa da an, dass man sagt, die AfD sei ein Unfall der Geschichte, aber 20% der Bevölkerung stünden wohl dahinter, und da müsse man doch mal hellhörig… NEIN. Das muss man nicht. Das seien unverschämte Nazis. Deutschland darf jetzt die Zeit nicht verpassen. Ich müsse im 21. Jahrhundert ankommen. Weg von Industrie. Hinzu „Digitalem“ (was auch immer das bedeutet…) Etc pp. Ende. Kirche… Darf man machen, wenn man etwas für die Armen tut und "keine Vorschriften macht". Aber ansonsten: Geht gar nicht. Deutschland ist ein laizistischer Staat, muss man wissen. Die Bischöfe bekommen alle 50 Millionen Euro. Denen geht es nur um’s Geld (womit sie auch nicht ganz unrecht haben). Aber wem geht nicht darum…? Also nicht der jetzigen Regierung. Die sei für Lobbying am wenigsten angreifbar (in der deutschen Geschichte). Endlich mal Idealisten… Trotzdem Ratlosigkeit, wen man auf Stadt-Ebene jetzt wählen kann. Doch den CDU-Kandidaten Wegner hasst man unisono. Also muss man strategisch grün wählen, damit die super Politik auf nationaler Ebene weitergeführt werden kann. Das alles in einem Haus mit 160-250 Quadratmeter-MIET-Wohnungen, wo die Herrschaften sicher und warm und ohne jegliche Ausländerberührung (gut, ein 80-jähriger Franzose wird geduldet) leben. Zur Miete eben. Keine Verantwortung. Einfach genießen, richtig urteilen und das Richtige sagen...

Wirklich. Ich will das nicht ausdehnen hier. Aber will sagen: Da ist eine Bewegung an der Macht, der sich das alte Bildungsbürgertum scheinbar vollkommen unterworfen hat. Im Brustton moralischer Überzeugung. Menschen, die wirklich alles gekauft haben, was die letzten Jahre so an „Wissenschaft" und „Wahrheit“ hergeben. Da ist eine Überzeugung und ein Wille, Leute außerhalb dieses Spektrums niederzumachen / zu canceln, der intensiv ist - wobei ich das diplomatisch, persönlich und mit Hinweisen auf ganz einfache bescheidene persönliche Erfahrung entschärfen konnte… Wir sind nicht als Feinde geschieden. Es war sogar spannend. Aber ich habe gesehen, dass da ganz lange ganz viel verschlafen wurde. Da sind Milieus in der „Bewegung“, die eigentlich alles Interesse daran hätten, dass unser alter Staat weiterlebt. Aber an und für sich ist man moralisch ganz sicher auf einem neuen Weg. Und der Weg geht halt in "eine neue Zeit". Dem kann man sich nicht verweigern. Und ich soll mich da besser fügen. Manchmal denke ich, ich sitze dann in einer Zeitmaschine… Und in einer Welt, in der es Christus überhaupt nicht gibt. Es gibt nur die Altbauwohnung...

Für die Erfahrung bin ich sehr dankbar. Denn sie zeigt mir, dass wir kurzfristig verloren haben und wirklich eine Agenda 2035 oder 2040 brauchen. So lange wird es dauern, bis die Jungen herangewachsen sind. Wenn wir nicht vorher mal wieder in der russischen Tiefe (oder wie man mir sagte durch die Atomwaffen dieses Verbrechers in Moskau) umkommen. Mann o Mann… 


Zieht Euch warm an. Und packt Essen ein, das lange hält.

Friday, January 13, 2023

Die Wunden der deutschen Seele

Die Wunden der deutschen Seele und ihre Gründe sind zahlreich. Lassen Sie mich kurz einige der wichtigsten aufzählen...

1) An erster Stelle - und bei weitem der größte Grund für unsere Übel - ist unser philosophischer Irrtum und die theologische Spaltung, die Deutschland verursacht hat. Unser Stolz, der uns unruhig und ungeduldig gemacht hat (wenn auch oft mit gutem Willen und in guter Absicht), hat uns ungehorsam gegenüber der geistlichen Autorität gemacht und die "Reformation" verursacht. Diese "Reformation", die in weiten Teilen eine "Deformation" war, hat es Subjektivismus und Idealismus erlaubt, Amok zu laufen - und immer wieder Ideen gegen Realität und Vernunft zu verfolgen. 

Ich halte dies für die Hauptursache der deutschen Ängste, Schwächen und Niederlagen (obwohl es einige große technische Errungenschaften ermöglicht hat). Großer Wille, der nicht durch Gehorsam, Geduld, Mäßigung - kurz: Realität - gemildert wird. Unser Subjektivismus und Relativismus ist ein schreckliches Erbe. Er hat unsere Völker voneinander und die Deutschen von ihren westlichen Brüdern getrennt. Deutschland wurde zu einem großen Teil von der durchaus heilenden, mäßigenden und aufklärenden Wirkung der Römischen Kirche (und von den Völkern im Süden und Westen) abgeschnitten - und umgekehrt... Die Kirche und Deutschland sind beide ärmer aus diesem Grund. 

Ohne diese Tragödie kein Dreißigjähriger Krieg, der die Grundlage für Säkularisierung, politische Zersplitterung und die ständige Einmischung Frankreichs, Dänemarks / Schwedens und Großbritanniens in unsere Geschichte bildete. Dies ist das geistige Erbe, das durch die Realität und den Realismus, d.h. den authentischen Glauben, geheilt werden muss. Ich sehe keine Hoffnung ohne oder neben ihm.

2) Unsere geistig-philosophische Verwirrung hat auch ein Vakuum an der Spitze unserer Hierarchie der Autoritäten hinterlassen - dort, wo Staat und Kirche sich normalerweise die Waage halten würden. In Deutschland hat der "Staat" die alleinige Herrschaft über die Launen der Menschen übernommen und ist zu "Vater Staat" geworden - zum Geber und Hüter aller Güter, insbesondere der Sicherheit (und der "erlaubten Freiheiten"). Das ist falsch und ein Übel, das direkt aus der Zeit der Reformation stammt, wo Fürsten sich - natürlich zum "Schutz der guten Sache" - auf den Thron Christi (und seines zeitlichen Diakons, Petrus) gesetzt haben. Deutschland leidet jetzt unter zu viel Staat - einem eben nicht durch Dualität moderierten "Machtmonopol", das sich letztlich durch seine eigenen Komplexitäten, Widersprüche und vermeintlichen Kompetenzen selbst zerstört.

3) Ein weiterer Knackpunkt in diesem geistigen Durcheinander ist natürlich der hedonistische Materialismus, der jetzt in Deutschland herrscht (mit all dem schlechten Gewissen und dem "Gefühl der Sinnlosigkeit", das er mit sich bringt). Vielleicht wurde er von den Siegern des Zweiten Weltkriegs gefördert. Aber er war schon seit Jahrzehnten, vielleicht Jahrhunderten, in einer großen Zahl von Menschen (innerhalb und außerhalb Deutschlands) verankert. Nur die technischen Möglichkeiten waren noch nicht da. Hedonismus und Materialismus haben in der Philosophie der sexuellen Revolution einen großen Verbündeten gefunden. J.D. Unwin, der große britische Ethnologe, wies nach, dass es drei Generationen braucht, bis ein Volk seinen Verstand verliert - vom Verlust der vorehelichen Keuschheit über den Verlust des Glaubens an einen rationalen Gott bis zum Verlust der Vernunft selbst. Dieses Drama wickelt sich jetzt ab. Es hat die Menschen dazu gebracht, ihre eigenen Kinder zu ermorden und damit letztlich sozialen und kulturellen Selbstmord zu begehen. Solange wir nicht umkehren und von diesem holocaustischen Weg abkommen, ist keine Rettung möglich.

Diese drei Entwicklungen allein reichen aus, um jede Nation zu ertränken - und sie ertränken die deutsche Nation. Ich kämpfe für die Freiheit von diesen Irrtümern. Nur die Kirche und der wahre, ganze, Katholische und Apostolische Glaube können Deutschland und in der Tat Europa (und die Welt) wiederherstellen. Alle Anstrengungen müssen unternommen werden, um diese Wiedergeburt zu fördern.

Lassen Sie mich nun - der Vollständigkeit halber - drei historische Tatsachen erwähnen, die in unserer Situation eine Rolle spielen - und nur eine davon ist die manipulative Einmischung durch ausländische Mächte. Es ist jedoch die geringste, soweit ich das beurteilen kann - und selbst empfinde.

1) Basierend auf - oder besser "ausgestattet" mit - dieser Art von subjektiver ("wilder") Willenskraft, Ideen gegen die Realität und die Vernunft zu verfolgen, haben die Deutschen einige unglaubliche Dinge gebaut - und tatsächlich auf einer Mikroebene herausgefunden, dass die Realität verändert werden KANN. Auf der Mikroebene. Aber nicht auf der Makroebene. Wir haben eine Reihe von schlechten, faulen oder verrückten, Träumern oder schier Verrückten zu Häuptlingen, Kaisern oder Führern gewählt (oder vorgesetzt bekommen). Vom Kaiser bis zum Führer, von Merkel bis zur aktuellen Muppets-Show - diese Art von furchtbarer Führung hat uns immer wieder in den Abgrund gestürzt. DAS - und unsere Fähigkeit, uns in Fehler hinein zu täuschen ("große Ideen" von "Blitzkrieg gegen Russland" bis "Energiewende") - hat zu historischen Verletzungen, Amputationen, Verlust von unzähligen Menschenleben, Häusern, Wohlstand geführt... Wir sind deswegen ein verhältnismäßig armes Land, weil Idioten und Narren uns nach Russland geführt haben - nicht einmal, nicht zweimal... sondern jetzt möglicherweise WIEDER (!). DIES ist unglaublich. Wirklich! Millionen Tote. Millionen Verwundete, Verletzte, Verstümmelte, Getötete, verlorene Leben, begangene Verbrechen und Morde, verstümmelte Gewissen zahlloser Männer und Frauen, Deutsche Heimat verloren an die sowjetische Barbarei. Hunderttausende deutscher Juden und guter, kreativer und produktiver Menschen getötet oder vertrieben. Das ist eine gewaltige Schuld, die nicht nur von Ausländern eingefordert wird - sondern vom deutschen Gewissen ALLEN Opfern - auch den deutschen - gegenüber. Am deutlichsten tritt es darin zu Tage, dass wir uns selber und unserer eigenen Führung nicht trauen... Weil diese, unsere eigene Führung UNS im Stich gelassen hat. Uns, das deutsche Volk (ohne dabei zunächst an Polen, Franzosen, Holländer, Juden oder andere zu denken). Es waren deutsche Jungs, die vier Jahre lang in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs starben, und dann noch einmal in den eisigen Steppen Russlands. Es war unsere eigene Führung, die den Frieden nicht gewollt und nicht erreicht hat. Wieder und wieder, während sie hoffnungslose Kriege fortsetzte und unrealistische Ziele verfolgte. Schande über sie. Und dafür - für solche Arroganz, Dummheit und Bosheit schämen wir uns.  

Diese Dämonen wurden aus vielen Seelen und Stammbäumen weder 1918/19 noch 1945ff. Der deutsche Mann hat seine Autorität und sein Ansehen als Krieger und Führer verloren. Söhne (und Ehefrauen und Töchter) folgen nicht Männern, die inkompetenten, bösen Männern in historische Niederlagen folgten (es sei denn, sie taten etwas Selbstloses und Heroisches - und erfolgreich). Und das hat nichts damit zu tun, dass die Allierten dies nach 1945 gefördert haben, sondern weil es nach menschlichem Ermessen - und nach Gottes Ermessen - richtig und gerecht ist. 

Die Zerstörung der Familien hat sich mit den Angriffen gegen das Leben und die Sexualität fortgesetzt und beschleunigt: Abtreibung, Scheidung und Empfängnisverhütung sind weit verbreitet. Noch einmal: Die Selbstauslöschung ist das, was Deutschland (und die meisten anderen ehemaligen christlichen und kommunistischen Nationen) plagt - nicht eine Fremdkontrolle, von der man sich nur "befreien" muss. 

2) Hinzu kommen die konkreten Folgen / Traumata der Verbrechen, die während oder unmittelbar nach dem Krieg an Deutschen begangen wurden. Deutsche Menschen wurden getötet - tief in der Fremde - aber auch in der Heimat und bis 1946. Unsere Identität wurde zerstört, als unsere Städte in Schutt und Asche gebombt wurden oder im Häuserkampf. Unsere Nation verlor ihre historischen Gebiete im Osten, 1/3 des Landes, 12 Millionen Menschen verloren ihre Heimat und große Teile ihrer Identität, eine Million wurde getötet und mehr als eine Million vergewaltigt... So groß ist die Wut des Krieges, den letztlich Deutschland begonnen hat (wenn auch nicht allein verursacht). Alle Verbrechen, die die Alliierten/Sowjets begangen haben, wurden zuerst von Deutschen "versucht". Die Bombardierung von Städten, die Vertreibungen, die Zwangsarbeit... All das wurde in deutschen Labors umgesetzt - und wäre im großen Stil angewendet worden, wenn Deutschland die Mittel, die Zeit oder die Planung dafür gehabt hätte. Das alles ist daher keine Entschuldigung. Es ist nur nüchterne Beschreibung was passierte. Und was passierte hat Folgen bis heute. Es gibt in vielen Familien tiefe Wunden. Und die müssen anerkannt und getröstet werden. 

3) Nach all dem, was meiner Meinung nach etwa 90 % der Gründe für unsere Krise ausmacht, gab es absichtliche Aktionen der Alliierten, um die deutsche Seele und Identität nach 1945 weiter zu stören. Nun wurden diese Maßnahmen von der deutschen Gesellschaft und den Eliten teilweise begrüßt - aus vielen Gründen, einer davon war, dass sie darin eine Möglichkeit sahen, andere Ursachen - wie unseren Separatismus und unsere Zerrissenheit - zu beheben. Ob dies ein Erfolg war, oder ob die Umerziehung irgendetwas Gutes bewirkte, weiß ich nicht. Ich denke, es ist eine relevante Frage und eine, die ins Bewusstsein gehoben werden muss - insbesondere angesichts der Tatsache, dass die amerikanische Außenpolitik Deutschland derzeit nur als einen Vasallen sieht (wozu wir viel beigetragen haben) und uns ohne Mitleid auch opfern würde. 

Ich weiß noch nicht, was ich von all dem halten soll. Eines weiß ich aber sicher: Wir werden uns an Gott wenden müssen. Das deutsche Volk fürchtete früher nichts außer Gott. Jetzt fürchten sie alles außer Gott. Das muss sich ändern. Und dazu will ich beitragen. 

Saturday, December 31, 2022

Statt einer Neujahrsbotschaft: Peter Hahnes Philippika gegen die Kirchen, oder: Christliche Ermpörung und wir

Lieber T, 

Danke für den Artikel von Peter Hahne. 

https://www.achgut.com/artikel/Hanes_weihnachtliche_gardinenpredigt

Ich denke, er ist auf einem guten Weg. Vielleicht sogar dem richtigen. Doch es ist mit Klagen und Philippikas nicht getan. 

Er, Peter Hahne, muss etwas TUN. Und alle müssen das tun, wenn sie sich und der Welt wirklich etwas Gutes wollen. Nämlich: Umkehren. Und das scheint mir für Hahne zunächst konkret darin zu bestehen, in die Katholische Kirche, die unser aller geistige Heimat ist, heimzukehren. Ganz. Herz und Seele. Und ohne Wenn und Aber. Und alle müssen das tun, wenn sie sich und der Welt wirklich etwas Gutes tun wollen. Die protestantischen Gemeinschaften sind letztlich säkulare Veranstaltungen, deren religiöses Erbe nun halt langsam verfeuert ist. (Die materialistisch-atheistische Welt ist ohnehin eine Wüste, die nun langsam zur Hölle wird.) In diesen "Kirchen" glaubt man, was man glauben will. Das ist der ganze Sinn dieser elitären Clubs. Man will nicht gezwungen werden, die Dinge zu glauben, die schwer anzunehmen sind... Aus der Bibel kann man, wenn man will, alles herauslesen. Zur Not lässt man ein paar Bücher weg, wie Luther. Und dann kann man sich prima seine eigenen Ideen bestätigen lassen zu Sünde, Hölle, Fegefeuer, Maria, Realpräsenz, Autorität, Männerpriestertum, whatever... Das begründet man dann mit dem eigenen untrüglichen Gewissen, das ja nie irrt. Heiliger Geist und so. Und dann regt man sich auf, wenn andere es sich halt "nach dem eigenen Gewissen" noch etwas bequemer machen. Tore der Kirchen halt ZU bei Corona. Denn das Gewissen sagt: Bring Dich nicht in Gefahr. Schütze Dich und andere!! Oder die "Last Generation" mit ihrer Gewissensnot. Wie will man etwas dagegen sagen...

Das kann man nur, wenn man eine nicht-subjektive Autorität hat. Und die gibt es nur in der Katholischen und Apostolischen Kirche. Bei Kirche, der von Christus gegründeten Familie, geht es nämlich darum, dass man das glauben lernt, was man glauben soll. Weil Christus es besser weiss. Und weil Er Menschen berufen hat, andere Menschen da hinzuführen. Alle bekommen in der Kirche Hilfe. Nicht bei der Selbstverwirklichung der eigenen Ideen von Christus und dem guten Leben. Sondern dadurch, durch eine familiäre Gemeinschaft in Gehorsam und Glauben eingeführt zu werden. 

Und da muss Peter Hahne sich überwinden. Ich habe höchsten Respekt vor einer solchen Aufgabe. Denn das bedeutet wirklich, den Stolz, das Ego, die „selbst-geschaffene“ Identität und Sicherheit zu überwinden und gegen eine neue, in vielen Fällen wirklich ganz neue, in anderen nur eine reichere Version der alten, einzutauschen. Das ist eine große Tat. Aber ich freue mich schon: Wenn solche Männer heimkommen in die Familie, dann freuen sich alle. Denn diese Menschen haben dann etwas zu erzählen und etwas geleistet… Sie bringen oft einen besonderen Beitrag. So wie eben jeder bekehrte Mensch, egal von welcher Sünde oder welchem Irrtum er umkehrt, besonders wertvoll ist. Es sind gerade die Irrtümer und Sünden, die in der Liebe, dem Opfer und der Auferstehung Gottes zu Edelsteinen werden. Diamonds are made from dust. Die Freude auf allen Seiten wird groß sein...

Solange er Protestant, bleibt, ist er eben zum Teil draußen - und ein Teil seiner Gaben und Energie fällt neben den fruchtbaren Boden. Das ist nicht ganz seine Schuld. Nur kann er sich auf der Verantwortung seiner Vorfahren (die ja oft von Königen oder Fürsten zum Abfall von der Kirche gezwungen worden sind, oder eben nie katechetisiert oder auch wegen einer der vielen Katastrophen in unserem Land den Glauben halt aufgegeben haben,) nicht endlos ausruhen. Hahne muss sich genauso entscheiden. Und die einzige richtige Entscheidung ist, auf’s Ganze zu gehen und katholisch zu werden. Nur dort sind Zukunft und Hoffnung verbürgt. Egal wie shitty der Nachfolger Petri und seine Handlanger und Helden sein mögen. Ich bin aber sicher, dass ihm ein solcher Schritt gut tun würde. Es würde ihm Sicherheit, Hoffnung und Frieden in's Herz legen, die man jetzt manchmal bei ihm (und bei wem nicht...) noch vermisst. Da ist viel Predigen, wo einfach Lieben sein sollte. Ich schlage mich da auch an die eigene Brust... Auch ich muss umkehren...

Aber lass uns noch etwas tiefer gehen… Denn ich höre ja immer wieder Empörung und Abkehr, Resignation und sogar Flucht - insbesondere auch von jenen, die die Fähigkeiten hätten, etwas zu ändern. Oder zumindest Maulhelden sind...

Unser Land und seine Familien sind geschlagen, mißbraucht und verkrüppelt. Durch Deutsche und durch Fremde. Das muss man in Rechnung stellen bei dem, was man erwartet. Du kannst Einbeinige nicht immer wieder einen Hügel hochjagen und dann anschreien, wenn sie nicht so schnell oben sind. Alleine die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts, die ganze Vergewaltigung der Glaubensfähigkeit durch einen Idealismus. Dann als Reaktion auf das Verglühen von soviel guten Menschen, so viel gutem Willen und Energie natürlich Materialismus und Sinnleere. Dann das Füllen dieser Leere durch Hedonismus, kleinsten gemeinsamen Nenner (Hyper-Individualismus) und das Abschaffen der Reste von Autorität, die sich ja von 1914-1945 ohnehin delegitimiert hatte. Als Zwischenspiel darf man auch die Weimarer Republik mit ihrer Promiskuität und Sittenlosigkeit - u.a. als Folge der Kriegswunden und Traumata - nicht vergessen. Das entscheidende Versagen liegt wohl lange zurück. Es ist letztlich die Erbsünde. Das ständige Spalten, auch die Reformation, die zur Erblast (nicht nur, aber eben besonders auch) Deutschlands gehören.

Doch die Nachkriegsgenerationen - auch Deine - haben eigene Sünden draufgesetzt. So ist ethnologisch erforscht, dass sexuelle Promiskuität und Zügellosigkeit zu einem Aufwachsen einer neuen Generation führt, die gotllos ist - konkret, die keinen rationalen Vater-Gott kennt… Die nächste Generation, in etwa die von Annalena und Robert und so, kann nicht mehr rational denken. Ich habe dazu von einer Studie eines Oxford-Ethonologen (J.D. Unwin) von 1935 gelesen, der den Niedergang von mehr als 70 Kulturen erforscht hatte… So geht das. Promiskuität und voreheliche Unkeuschheit - dann Verlust des rationalen Gottesglaubens und dann des rationalen Denkens. Und ich denke, da sind wir jetzt: Stufe 3. Und da hat Deine Generation ihre Rolle in der Mitte ganz schön missverstanden - und alles getan, damit wir eben weiter  in den Wahnsinn geraten. Denn, um ehrlich zu sein, damals geschah einfach viel schlechtes und vieles, für das sich jetzt noch nachgeschämt werden muss. 

Was wir also dringend brauchen, ist ein Vater-Gott. Und den bekommen wir nicht ohne Zucht und Keuschheit. Ganz klar. Zur Ordnung eines rationalen Vater-Gottes gehören u.a. vernünftige Institutionen - klassischerweise Kirche und Staat (getrennt - nicht, wie in den protestantischen Ländern, vermengt). Kirche (als Institution), Staat und die sie tragenden Vereine sind zunächst als eher abstrakte Dinge Gabe und Aufgabe der Männer. Wenn sie unkeusch sind, dann braucht man sich nicht wundern... Kinder - Küche - Kirche (konkret) hingegen sind vornehmlich die Gabe und Aufgabe der Frauen. Davon hängen letztlich Leben und Kultur ab. Das ist also nicht irgendwie Bullshit, sondern das absolut Notwendige. Die Institutionen schützen das nur nach außen. Und nehmen nebenbei überschüssige Männer-Energie auf... 

Du kannst ja mal nachzählen, wer aus Deiner Generation da seiner Pflicht nachgekommen und hingegangen ist. Ja, wusste niemand anscheinend. Und doch: Jetzt heulen und klagen und urteilen und sich empören ist feige… Also: Aufhören damit. B und ich, wir waren die einzigen, die damals im Team um eine Art übernatürliches Fundament gekämpft haben. Und dafür sieht es nun wieder in D (noch) ganz gut aus. Meistens genügen auch 15% Katholiken, um die Sache zu stabilisieren. Die sind wir aber nicht mehr, nicht zuletzt, weil so viele gute Leute zwar erkennen, doch lieber quasi vor den Türen der Kirche in "Freikirchencamps" herumlungern, wo sie dem Christentum weniger Gewicht geben, als wenn sie die eine starke Kirche stärken würden...

Und noch etwas: Ich bilde mir nichts darauf ein, dass ich aufwachte und schon im Haus des Vaters - also der Kirche - war. Es ist wirklich nicht meine Leistung. Es ist reine Gnade, die durch Generationen von Menschen übertragen (tradiert) wurde, mehr oder minder - aber anscheinend immer ausreichend - treu. Das ist unglaublich demütigend. Unfassbar. Vor allem, weil ich wirklich so ein Cretin bin... Umgekehrt trifft alle jene, die „draußen sind“ oft nicht alleine die „Schuld“ - also die Verantwortung dafür, dass sie in Wind und Wetter stehen - und das warme Feuer, das in jeder Kirche als kleines rotes Licht immer brennt, nicht kennen. Manchmal trifft sie kaum Schuld. Aber eben oft doch. Denn alle haben wir einen freien Willen. Und früher und später muss die Frage nach dem Woher / Wohin, nach dem Warum aufkommen. Und sei es in Leiden, Schuld und Tod. Wer dann nicht anfängt, die wichtigsten Fragen des Lebens zu stellen und nach Antworten zu suchen - und ihnen im Falle von guten Antworten auch gehorsam zu sein… Dem fehlt es im Entscheidenden an Mut, Aufrichtigkeit, Ernst, überhaupt an allen Dingen, die sie oft in anderen, weltlichen Dingen fordern und manchmal auch zeigen. Ich kann Männer nur schwerlich ernst nehmen (ich kann sie allerdings dennoch als Brüder lieben!), die in einem halben Leben nicht über die materiellen Dinge herausgekommen sind. Denen Besitz, Reisen, Schönheit von Frauen und Natur, Abenteuer an Stränden, auf Meeren und in Bergen letztes Ziel sind… Das sind doch nur die Hinweisschilder auf das Ziel. Du kannst doch nicht beim erstbesten Autobahnschild "München" anhalten und Oktoberfest feiern. Klar, kannst Du. Aber das ist dann eben eine Feier an der Autobahn. Wird man kaum bessere Erlebnisse haben als beim Fest selber. 

Dieser plumpe Materialismus erscheint mir mit jedem Tag immer armseliger und mein Mitleid steigt. Aber eben auch mein Unverständnis, dass die Flucht und die Betäubung der Einsichten durch technologischen "Fortschritt", epikureischen Genuss oder stoische Gleichgültigkeit immer noch die Antwort sein sollen. Es ist dieser Nihilismus, der sich auch noch überlegen fühlt, der viele begabte Männer blendet - und sie der Gemeinschaft / der Nation / der Kirche, die sie ja brauchen, wegnimmt. 

So. Das war mal eine etwas weitergehende Tour de mon horizon.

Es grüßt Dich herzlich und fest! Auf ein Wiedersehen und ein echtes Gespräch mit Fragen und Antworten in 2023 freue ich mich!

Dein JP

Empfohlen:

Und unbedingt lesen: Richard Weaver - Ideas have consequences. 

Auf Youtube dazu auch Bishop Barron mit gleichem Titel.

https://www.youtube.com/watch?v=8KQcm0Mi5To&t=441s

Tuesday, December 13, 2022

Das Angelus-Gebet gibt Euch göttlichen Frieden in friedloser Zeit

Warum das Beten des Angelus die tägliche Praxis ist, die Sie brauchen, um Frieden zu kultivieren

Seit Jahrzehnten steigt die Zahl der Menschen, bei denen klinische Angstzustände diagnostiziert werden. Auch wenn wir auf einer tieferen Ebene erkennen, dass Ängstlichkeit Teil des menschlichen Zustands ist, hilft uns unser aktueller Zustand der Welt nicht weiter. Wir sind überwältigt von der Zahl der täglichen Entscheidungen, die wir treffen müssen - sei es, was wir essen, was wir anziehen oder welche Medien wir konsumieren -, was wiederum weitere Ängste auslöst und zu einer Glaubenskrise oder einer Panikstörung führen kann. Als Katholiken glauben wir jedoch, dass Gott unsere Angst in Mut verwandelt, wenn wir auf ihn vertrauen. Aber wie können wir dieses Gefühl des Friedens und der Ruhe in unserem inneren Leben erlangen?

Durch Routinen - insbesondere solche, die sich auf das Gebet konzentrieren - können wir uns die Beständigkeit geben, die wir brauchen. Auch wenn nicht alle Christen zu den strengen Gebetsgewohnheiten des geweihten Lebens berufen sind, gibt es doch einige Praktiken, die sich leicht in unsere Tage als katholische Laien einflechten lassen.

Eine dieser Gewohnheiten ist der Angelus - ein traditionelles, gesungenes Gebet, das demjenigen, der es täglich betet, Frieden schenkt. Jahrhundertelang wurde die Angelusglocke in Europa und darüber hinaus geläutet, um die Katholiken in der Morgendämmerung, am Mittag und am Abend (genauer gesagt um 6 Uhr morgens, 12 Uhr mittags und 18 Uhr abends) zum Gebet aufzurufen, und in Westeuropa wurde sie sogar "Friedensglocke" genannt.

Letztes Jahr habe ich angefangen, das Angelus täglich zu beten, und nach sechs Monaten habe ich mir angewöhnt, es ein zweites Mal zu beten, weil es so beruhigend wirkt. Es fühlte sich an, als würde ich mich Gott hingeben, und mit der Zeit hat mir das geholfen, mich insgesamt weniger ängstlich zu fühlen.

Das Gebet beginnt mit drei Versen, die von Passagen aus den Evangelien inspiriert sind, und drei Ave Maria, die als Antwort darauf gebetet werden. Die Verse erinnern an die Menschwerdung, als die selige Jungfrau in Gnade und Demut "Ja" zur Mutter Gottes sagte, während Gott selbst demütig Mensch wurde:

Vers 1: Der Engel des Herrn sprach zu Maria, und sie wurde schwanger durch den Heiligen Geist (vgl. Lk 1,26-37).

Vers 2: Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Es geschehe mir nach deinem Wort (vgl. Lk 1,38).

Vers 3: Und das Wort ist Fleisch geworden. Und hat unter uns gewohnt (vgl. Joh 1,14).

Schließlich gedenkt die Kollekte der Auferstehung, indem wir beten, "dass wir ... durch sein (Jesu) Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit seiner Auferstehung geführt werden".

Es ist schön, wie der Angelus die Heilsgeschichte auf eine Weise zusammenfasst, die weder pädagogisch ist wie das Glaubensbekenntnis noch langatmig wie der Rosenkranz, dessen Geheimnisse traditionell über mehrere Tage hinweg gebetet werden. Das soll kein Vergleich sein, sondern nur sagen, dass das Beten des Angelus uns ein bisschen anders tröstet, weil es so komprimiert ist.

Diese Praxis hilft uns, Ängste zu bekämpfen, indem sie uns in der Gegenwart verankert, denn die Angst hält unseren Geist in der Vergangenheit oder in der Sorge um die Zukunft gefangen. Die katholische Mystik hingegen lehrt uns, dass wir Gottes Stimme nur im gegenwärtigen Augenblick hören können. Die heilige Katharina von Siena sagt: "Für einen Diener Gottes ist jeder Ort der richtige Ort und jede Zeit die richtige Zeit." Man kann sagen, dass wir immer dann, wenn wir darauf bedacht sind, Gottes Stimme in der Zukunft zu hören, ängstlich sind, weil wir ihn im Augenblick nicht hören.

Die Verse des Angelus erinnern uns auch daran, dass jeder neue Anfang auch ein Ende ist: Wenn Maria "Ja" zu der Botschaft sagt, die sie von Gott durch den Erzengel Gabriel erhält, sagt sie auf paradoxe Weise auch "Nein" zu dem Leben, das sie vorher gelebt hat und das sie hätte weiterleben können, wenn sie sich anders entschieden hätte. In einem Moment setzt sie ihre ganze Hoffnung auf Gott, und er schenkt ihr Frieden - eine Erinnerung daran, dass er auch uns diesen Frieden schenken wird, wenn wir seinen Willen im gegenwärtigen Augenblick annehmen. In ähnlicher Weise werden wir beim Nachdenken über die Auferstehung Christi von den Toten in der Kollekte mit Hoffnung erfüllt - Hoffnung auf ewiges Leben. Seine Auferstehung hat eine erneuernde Wirkung auf unsere Seelen, wo und wann immer wir sie betrachten.

Wenn ich den Angelus bete, schließe ich gerne mit dem Requiem Aeternam. Das Requiem Aeternam, das auch als Gebet der ewigen Ruhe und als Gebet für die verstorbenen Gläubigen bekannt ist, beleuchtet, wie Christus für uns gestorben ist, damit wir das ewige Leben haben können. Diese Wahrheit wird in den Worten des eigentlichen Angelus nicht ausdrücklich erwähnt, aber es ist eine gute Erinnerung, vor allem, wenn die Angst vor dem Tod die Wurzel unserer gemeinsamen Sorgen über die Gegenwart ist.

Obwohl einige Ordensgemeinschaften den Angelus immer noch dreimal täglich zu festgelegten Zeiten beten, können Sie es jederzeit beten, und einmal täglich reicht aus. Die Ordensleute dürfen den Angelus nicht mehr öffentlich läuten, aber Sie können einen Alarm auf Ihrem Telefon einrichten, wenn Sie eine konkrete Erinnerung wünschen. 

https://radiantmagazine.com/2021/11/04/why-praying-the-angelus-is-the-daily-practice-you-need-to-cultivate-peace/?utm_source=Newsletter&utm_email=Omeda&utm_campaign=OSV-NL+Catholic+Bookstore&utm_term=8020A4606590E0C&oly_enc_id=8020A4606590E0C



Thursday, September 15, 2022

Speech at Schumann Conference / European Parliament Strasbourg 140922

Thank you for organizing this meeting and the opportunity to speak here. And thank you to the other speakers for their interesting contributions.

I am not an economist and cannot speak on economic matters with authority. I quite frankly would feel unable to speak of any institutionalized European solidarity before the next winter is over. When I left government affairs in 2017 I already felt that people were overwhelmed and our institutions had lost sight of reality. Now this seems to be even more so. I think in the coming months many things will change and shift - however a general answer to the question "How will European solidarity look?" would be: 

SUBSIDIARITY and PERSONAL RESPONSIBILITY - so: Look after your family, friends and neighbors, your town and church. Solidarity - like any other good - must be personal. And then we’ll take it from there. 

Let me quickly add some general comments on Europe, though, from a former practitioner in political affairs - and from the heart of a Catholic lover of Europe and a German patriot. 

Where are we?

We are in the middle of the jungle - and it is 5 past 12. So let’s relax, be calm and patient - we have lost our way and we need to be rescued. 
We will not plan or fight our way out of this. If there is a future we shall see the fruits of our labors in 30 years - and the first signs maybe in 5 or 10. If there is no future, let’s get ready for Armageddon. Both options are possible require the same action. So that’s good. 

How did we get here?

I think we believed our own lies, namely that we as mankind create the good future.
That WE had WON the Cold War with principles of „Democracy“, „Capitalism“, „Markets“, and LAW and FREEDOM - both to be defined by man himself. 

What we had was full-scale individualism mixed with materialism ("It’s the economy stupid“). In fact we were not so different from Marxism and collectivism, though. Our philosophy was not coherent, which is why it could not be lastingly effective. Individualism on a personal level paired with a nearly magic belief in impersonal systems such as democracy and ("social") market economy. And we thoughts processes / rules had won. Not people. Ultimately this sort of philosophical emptiness naturally tends towards nihilism... Mix into this the sexual and the digital revolution - both major revolutions like the French or the Russian revolution. Not just tiny side developments. Think of tens of millions of aborted children. No small thing indeed. 

Underestimated or even absent from this post-Cold War world vision were many personal factors that actually made the West successful: Painful responsibility, ability for personal suffering and sacrifice (work, service, family), learning from tradition and with long-term perspectives. Also any kind of objective common sense or even discussion about this. And most importantly: No personalized GOOD and personalized EVIL - namely no GOD and no dEvIl.

So we lived like happy bears in the Jungle Book - yet actually the world is less like Disney's Jungle Book and more like Jurassic Park: There are dinosaurs to haunt us - even inside of each one of us. 
This intellectual and philosophical vanity first leads to hubris. And then despair, as we find ourselves overwhelmed, confused and afraid in face of the many responsibilities and potential dangers that stare at us. No God, no sense, no hope. 

And so we launched ourselves carelessly into more and more impossible undertakings, total wars one might call them ("No matter what the cost" is the totalitarian claim) - often only based on computer models of extremely complicated systems: Climate Rescue, Zero-Covid, War on Terror / Out-of-area wars / New World Order, etc… All these are almost limitless, impersonal goods - and as limitless, undefined goods they require limitless effort and prove to be too big for a pursuit in freedom. While we overestimate humanity, however, we underestimate our individual responsibility and ability. And this is where to start. 

How do we go on?

First, we must realize that our conundrum has little to do with external enemies - and a lot with ourselves, hubris, fear, immorality.

J.D. Unwin (a well-known British ethnologist of the last century) remarked after studying the rise and fall of 86 cultures throughout history: First goes pre-marital chastity, then goes the belief in God. And then goes the ability for rational thought. This process takes three generations… I was stunned when I heard this. And I believe it is true. It will take generations to recover. But at least there is hope.

So first we have step into our own healthy role in the sexual order: Abstain, stay sober and truthful, take responsibility for another human being and, God willing, for a family. 

Second: We have to pray - together. And prayer mostly means to say thank you: to family, nation - and GOD. The Churches must be filled. Every Sunday. Bring your best - your family and friends. 

Third: As Christians - be aware that - barring miracles - we will not win on a battle field, in the media or in parliaments. We are less than 10% in Europe. We must be different in a way where numbers do not count. If we just act like everybody else, killing, vaccinating, fighting, etc… This is proof of the enemy’s message and absolutely no selling proposition. We can only give witness, suffer and forgive - in a saintly way. That will make people reconsider and convert - because that is proof of supernatural faith and hope. Once we are maybe 15% of the population… that will turn the tide.

I believe we are capable, and well-trained actually. We have suffered white martyrdom from the digital tribulation, from the restlessness and immorality we experience, from the madness of the world and the shame we often feel for our institutions - polis and church. We are attacked by a barrage of pornography and violent images. Yet we have not given up or surrendered. We just may be better, better prepared and protected than we think we are. Which is actually a good place to be.

Let me end on a positive note: Marshall McLuhan, the great thinker of the digital and media, became a Catholic in his 30ies. He said: "As a Catholic I am neither an optimist nor a pessimist. I am an Apocalyptic. I expect the worst. But in the worst I hope for the best." I agree with him. It is a good motto for the time to come. 

Thursday, June 02, 2022

Und immer aktuell: GK Chesterton zu Tyrannei... und uns...

"Eine müde Demokratie wird zu einer Diktatur."

 

"Wenn es eine Tatsache gibt, die wir aus der Geschichte, die wir wirklich kennen, beweisen können, dann ist es die, dass Despotismus eine Entwicklung sein kann, oft eine späte Entwicklung und sehr oft tatsächlich das Ende von Gesellschaften, die sehr demokratisch waren. Ein Despotismus kann fast als eine müde Demokratie definiert werden. Wenn die Müdigkeit über ein Gemeinwesen hereinbricht, sind die Bürger weniger geneigt, jene ewige Wachsamkeit walten zu lassen, die wahrhaftig der Preis der Freiheit genannt worden ist; und sie ziehen es vor, nur einen einzigen Wächter zu bewaffnen, der die Stadt bewacht, während sie schlafen."

 

"Schafft einmal den Gott ab, und die Regierung wird zum Gott."

 

"Die Treue ist das Herz des Gemeinwesens, aber die Freiheit ist seine Lunge. Man findet die Notwendigkeit der Freiheit heraus, wie man die Notwendigkeit der Luft herausfindet - indem man nicht genug davon hat und keucht."

 

"Die Regierung ist unregierbar geworden, das heißt, sie kann nicht aufhören zu regieren. Das Recht ist gesetzlos geworden, das heißt, es kann nicht sehen, wo Gesetze aufhören sollten. Das Hauptmerkmal unserer Zeit ist die Sanftmut des Pöbels und der Wahnsinn der Regierung."

 

"Die Freiheit ist traditionell und konservativ; sie erinnert sich an ihre Legenden und ihre Helden. Aber die Tyrannei ist immer jung und scheinbar unschuldig und verlangt von uns, die Vergangenheit zu vergessen.“

 

"Es ist nicht wirklich mutig, altehrwürdige oder antiquierte Dinge anzugreifen, genauso wenig wie das Angebot, die eigene Großmutter zu bekämpfen. Der wirklich mutige Mensch ist derjenige, der Tyranneien widersteht, die so jung sind wie der Morgen, und Aberglauben, der so frisch ist wie die ersten Blumen. Der einzig wahre Freidenker ist derjenige, dessen Verstand ebenso frei von der Zukunft wie von der Vergangenheit ist.“

 

"Man kann sagen, dass der erfolgreiche Demagoge die Demagogie anprangern muss. Wir können sagen, dass der Tyrann die Popularität verachten muss, um populär zu sein. Die eigentliche Frage ist die nach den Auswirkungen auf die Freiheit. Nun sind wir uns alle einig über die Freiheit. Wir sind uns alle einig, dass wir uns keine Freiheit nehmen dürfen, außer von Menschen, die sich Freiheiten nehmen. Leider sind es gerade die Systeme, die sich rühmen, sich keine Freiheit zu nehmen, die sich Freiheiten nehmen."

 

"Du erkennst eine Tyrannei erst, wenn sie über dir steht, wenn sie dich in der Falle hat. Der Tyrann ist nicht präsent, bis er allgegenwärtig ist."

 

"Es lohnt sich, zuerst und zuletzt darauf hinzuweisen, dass der Sozialismus eine Tyrannei ist; dass er zwangsläufig, ja sogar erklärtermaßen und fast zu Recht, eine Tyrannei ist. Es ist die Behauptung, dass die Regierung alle Ungerechtigkeiten verhindern kann, indem sie für praktisch alles, was geschieht, direkt verantwortlich ist."

 

"Das ist das wesentliche Merkmal der Tyrannei: dass sie immer neu ist. Die Tyrannei kommt immer durch ein unbewachtes Tor. Der Tyrann ist immer schüchtern und unauffällig. Der Tyrann ist immer ein Verräter. Er ist immer unter dem Vorwand gekommen, etwas zu schützen, was das Volk wirklich schützen wollte - die Religion oder die öffentliche Gerechtigkeit oder den patriotischen Ruhm."

 

"Diejenigen unter uns, die die Zeitungen und die parlamentarischen Reden aufmerksam studieren, müssen inzwischen eine ziemlich genaue Vorstellung von der Natur des Übels des Sozialismus haben. Er ist eine ferne Utopie, deren Erfüllung unmöglich ist, und zugleich eine überwältigende praktische Gefahr, die uns in jedem Augenblick bedroht."

 

"Das Klügste auf der Welt ist es, zu schreien, bevor man verletzt wird. Es ist nicht gut, zu schreien, wenn man verletzt ist, besonders wenn man tödlich verletzt ist. Die Leute reden von der Ungeduld des Volkes; aber gute Historiker wissen, dass die meisten Tyranneien möglich waren, weil die Menschen zu spät gehandelt haben. Oft ist es wichtig, sich einer Tyrannei zu widersetzen, bevor sie existiert.“

 

Man könnte noch mehr Zitate zu diesen Themen von diesen beiden intellektuellen und literarischen Giganten anführen - insbesondere von Chesterton. Aber ich hoffe, dass diese Nuggets zumindest zwei Dinge bewirken: Sie spornen Sie an, diese beiden fantastischen Autoren zu lesen (oder wieder zu lesen), und sie helfen Ihnen, Freiheit und Demokratie in einer Zeit, in der uns beides schnell zu entgleiten scheint, noch mehr zu schätzen.

Aus immer aktuellem Anlass - C.S. Lewis zur Demokratie und Tyrannei


"Ich bin ein Demokrat, weil ich an den Sündenfall glaube. . . . Die Menschheit ist so gefallen, dass man keinem Menschen unkontrollierte Macht über seine Mitmenschen anvertrauen kann. Aristoteles sagte, dass manche Menschen nur dazu geeignet sind, Sklaven zu sein. Ich widerspreche ihm nicht. Aber ich lehne die Sklaverei ab, weil ich keine Menschen sehe, die geeignet sind, Herren zu sein." – Present Sorrows

 

"Von allen Tyranneien kann eine Tyrannei, die aufrichtig zum Wohle ihrer Opfer ausgeübt wird, die bedrückendste sein. Es wäre besser, unter Raubrittern zu leben als unter allmächtigen moralischen Wichtigtuern. Die Grausamkeit des Raubritters mag zuweilen schlafen, seine Habgier mag irgendwann gesättigt sein; aber wer uns zu unserem eigenen Wohl quält, wird uns ohne Ende quälen, denn er tut es mit der Zustimmung seines eigenen Gewissens." -Die humanitäre Theorie der Bestrafung", in Gott auf der Anklagebank

 

"Wir alle tragen in diesem Augenblick dazu bei, zu entscheiden, ob die Menschheit all das bewahren soll, was sie bisher bewahrenswert gemacht hat, oder ob wir in die Untermenschlichkeit abgleiten müssen, die sich Aldous Huxley und George Orwell vorgestellt haben und die in Hitlerdeutschland teilweise verwirklicht wurde. Denn die Ausrottung der Juden wäre wirklich 'nützlich' gewesen, wenn die Rassentheorien richtig gewesen wären; man kann nicht voraussehen, was einmal 'nützlich' erscheinen oder gar sein wird, und 'Notwendigkeit' war immer 'das Plädoyer des Tyrannen'." -The Humanitarian Theory of Punishment" (Die humanitäre Theorie der Strafe), in God in the Dock

 

"Ich glaube an die politische Gleichheit. Aber es gibt zwei entgegengesetzte Gründe, ein Demokrat zu sein. Man kann alle Menschen für so gut halten, dass sie einen Anteil an der Regierung des Gemeinwesens verdienen, und für so weise, dass das Gemeinwesen ihren Rat braucht. Das ist meiner Meinung nach die falsche, romantische Doktrin der Demokratie. Andererseits können Sie glauben, dass die gefallenen Menschen so böse sind, dass man keinem von ihnen eine unverantwortliche Macht über seine Mitmenschen anvertrauen kann. Das halte ich für den wahren Grund der Demokratie. Ich glaube nicht, dass Gott eine egalitäre Welt geschaffen hat. . . . [Seit es die Sünde gibt, haben wir, wie Lord Acton sagt, festgestellt, dass "alle Macht korrumpiert, und absolute Macht korrumpiert absolut". Die einzige Abhilfe bestand darin, die Macht abzuschaffen und durch eine rechtliche Fiktion der Gleichheit zu ersetzen. . . . Die Theokratie ist zu Recht abgeschafft worden, nicht weil es schlecht ist, dass Priester unwissende Laien regieren, sondern weil Priester böse Menschen sind wie wir anderen auch." -Mitgliedschaft", in The Weight of Glory 

 

Gleichheit findet man am meisten unter den "natürlichsten" Menschen, nicht unter denen, die sich Christus hingeben. Wie eintönig gleich sind alle großen Tyrannen und Eroberer gewesen; wie herrlich verschieden sind die Heiligen. Aber es muss ein wirkliches Aufgeben des Selbst geben. Man muss es sozusagen 'blindlings' wegwerfen." – Mere Christianity

Monday, May 09, 2022

Wegen Russlandanmerkungen des Papstes aus der Kirche austreten...

Lieber Herr K,

Ihren Kirchenaustritt verstehe ich aus Ihrer Sicht vollkommen. Das Geld ist es auch nicht wert. Überhaupt sollte man keine Steuern mehr zahlen...

Bei der Kirche handelt es sich allerdings mE um die einzige realistische Hoffnung für sündige und sterbliche Menschen, mit Vernunft und Glauben zu leben und in den Himmel zu kommen. Ich gehöre sicher zu dieser Gruppe. Die Kirche hat im 2. WK nicht eindeutig gegen Deutschland Stellung genommen - nur gegen die Ideologie. Das liegt an ihrer Aufgabe: Alle Sünder und auch bösen Menschen sollen dazu gehören können. Außerdem hat sie als einzige Institution eine Antwort auf die echte Lebensfrage, Wie gehe ich mit dem Tod (und Schuld und Leid) um? Dabei hat mir nichts so geholfen wie die christliche Hoffnung und die Kirche. Egal, was der alte Mann in Rom daher redet. Es wird mal einen neuen Past geben. Ich hoffe es sehr.

Zu Russland. Ich habe genau zur Zeit der NATO-Osterweiterungsbeschlüsse bei Solana gearbeitet. Es war dort damals völlig klar, dass die Osterweiterung vermutlich zum Krieg mit Russland führen würde. Das einzige, was überraschend ist, ist, wie lange Russland geduldig oder zu schwach war. Leider haben die Amerikaner sich damals durchgesetzt. Und sie haben bis heute Europa nicht verstanden. Fast niemand von denen. Und WIR haben nicht verstanden, worum es bei Realpolitik geht. Wenn man eine Großmacht provoziert mit den eigenen Werten (zB: "jeder kann machen, was er will - auch wenn der Nachbar sehr stark ist") provoziert, muss man sehr genau seine Schritte messen - und richtig harte Fäuste haben. Wir haben seit 15 Jahren feministisch-ökologische Aussenpolitik. Damit werden wir untergehen in einer unfreundlichen Welt. Der Bär Ballou lebt nicht im Dschungelbuch, sondern im Jurassic Park.

Ich bin immer ein großer Amerika-Freund gewesen. Doch ich würde den USA (insb Clinton und Obama) eine wesentliche Mitschuld an der aktuellen Katastrophe geben, die nur einen echten Verlierer haben wird (ausser der Ukraine natürlich - und Russland tut es auch nicht gut, klar): Deutschland. Wie verheerend unsere Niederlage werden wird, werden wir sehen. Ich sehe potenziell ein Ende unseres Staates in naher Zukunft. Hausgemacht - und als Sonderweg: Klima, Einwanderung, Corona, Verschuldung - und dann echter Krieg oben drauf. Der Tropfen in’s volle Fass. Wir können einen Krieg gegen Russland nicht durchhalten, geschweige denn gewinnen. Krisen bringen nur mehr Sozialismus - wie wir gesehen haben. Krieg bringt totalen Sozialismus. DDR 2.

Für die USA ist dieser Krieg ebenfalls völlig überflüssig und schädlich (und nutzt nur Biden, seinem kriminellen Sohn und der Rüstungsindustrie). Sie nutzt vor allem nichts im Kampf gegen China, gegen das alle Aufmerksamkeit und Kraft - auch die Russlands und Indiens btw - nötig wäre. Hinzu kommen die Unruhen, die man diesen Sommer wegen der Abschaffung des Rechts auf unbeschränkte Abtreibung erwarten dürfte - "Black lives matter" hoch x. Für die USA allerdings der einzige Weg, wieder gesund zu werden. Das steht uns noch dazu bevor… Die einzige Chance gg China, die ich sehe: China könnte demographisch schon vor 2050 zusammenbrechen. Allerdings könnte es vorher noch sehr aggressiv werden… A quo ca sert, muss ich mich also fragen. Ich verstehe es nicht. Für mich alles Zauberberg. 

Zusammengefasst: Ich könnte kotzen. Doch ich freue mich auf Knien und unter Tränen jeden Tag, dass ich Freundschaft mit dem Tod geschlossen habe. Alles andere werden wir sehen. Für Sie und Ihre Familie bitte ich oft im Gebet. Mögen Sie geschützt bleiben, froh und voller Liebe sein und gut ausgestattet in das letzte große Abenteuer gehen!