Sunday, April 10, 2022

Der Meister braucht Dich - Ein Beitrag von Claire Dwyer

 Das englische Original unter:


https://spiritualdirection.com/2022/04/04/the-master-has-need-of-you-2


Der Meister braucht Dich

"Als Jesus und die Jünger sich Jerusalem näherten und nach Bethphage am Ölberg kamen, sandte er zwei Jünger aus und sagte zu ihnen: "Geht in das Dorf, das euch gegenüber liegt, und ihr werdet sogleich eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr.  Bindet sie los und bringt sie hierher zu mir.  Und wenn jemand etwas zu euch sagt, so antwortet: 'Der Herr braucht sie. (Mt 21,1-3)

Der Herr braucht sie.

Die Messe zum Palmsonntag beginnt mit dem Bericht des Evangeliums über den Einzug Jesu in Jerusalem unter dem Beifall der Menge, der die ganze Stadt "aufrüttelt" und die Voraussetzungen für sein Leiden und seinen Tod wenige Tage später schafft.

Er stößt die Tische im Tempel um, lässt einen unfruchtbaren Feigenbaum mit einem Wort verdorren, bringt die Pharisäer zum Schweigen und kündigt nicht nur seine Kreuzigung an, sondern auch die Zerstörung Jerusalems und sein endgültiges Kommen, wenn er auf "seinem herrlichen Thron" sitzend die Welt richten wird.  (Mt 25,31)

Aber vorher, damit all diese Dinge in Erfüllung gehen können, erniedrigt er sich zunächst selbst. Er macht sich eines Esels "bedürftig".  Das ist die Ironie der Inkarnation: Gott wird Mensch und macht sich abhängig von seiner eigenen Schöpfung.  In seiner menschlichen Natur braucht er eine Mutter, einen Vater, Nahrung, Wasser, Wein, Freunde. Und als er eine Kirche gründet, um sein Werk in der Welt zu vollbringen, entscheidet sich der Herr des Himmels und der Erde dafür, die gewöhnlichen Dinge der Welt zu benutzen: Öl, Wasser, Worte, Oblaten aus Weizen.   

Und dann macht er es auf unglaubliche Weise auch noch so, dass er uns braucht.

Wir führen die Mission Christi in der Zeit aus, wir sind die Mission, die sich in einer Million Leben abspielt, kleine Erweiterungen seiner selbst. Er lebt und bewegt sich in uns - er setzt sein Werk durch unsere Hände und Herzen fort.  Er heilt, lehrt, führt, offenbart, ernährt, ermahnt, betet, leidet und liebt in uns.

"Christus hat jetzt keinen anderen Körper als den euren. Keine Hände, keine Füße auf Erden außer den euren. Ihr seid die Augen, durch die er mitleidig auf diese Welt blickt. Ihr seid die Füße, mit denen er geht, um Gutes zu tun. Eure sind die Hände, durch die er die ganze Welt segnet. Ihr seid die Hände, ihr seid die Füße, ihr seid die Augen, ihr seid sein Leib. Christus hat jetzt auf Erden keinen anderen Leib als den euren."  - Hl. Teresa von Avila

Das ist der Sinn unserer Taufe, mit Ihm eins zu werden, andere Christusse zu werden. Er ruft uns aus dem Grab, nicht nur um uns zu retten, sondern damit wir diese rettende Kraft in Besitz nehmen können, um alles wieder zu Ihm hinaufzuziehen.  Es ist erstaunlich, aber wahr.  Er braucht uns.  

Er kann die Welt betreten, wie er will.  Er entscheidet sich dafür, es durch uns zu tun.

"Ja, ihr Träger des Lebens, dringt überall ein - in den Fabriken, in den Werkstätten, auf den Feldern -, wo immer Christus das Recht hat, einzutreten ... Und dann öffnet eure Arme weit, um alle aufzunehmen, die zu euch kommen und in dieser Atmosphäre der Dunkelheit und des Unbehagens nach einem hilfreichen und beruhigenden Wort verlangen."  (Papst Pius XII., "Christen, Träger des Lebens des Auferstandenen", Predigt zum Ostersonntag, zitiert in Fruitful Discipleship von Sherry Weddell)

"Wir müssen weiterhin in uns die Stationen des Lebens Jesu und seine Geheimnisse vollenden und ihn oft bitten, sie in uns und in seiner ganzen Kirche zu vervollkommnen und zu verwirklichen ... Denn es ist der Plan des Sohnes Gottes, uns und die ganze Kirche an seinen Geheimnissen teilhaben zu lassen und sie in uns und in seiner ganzen Kirche auszudehnen und fortzusetzen.  Das ist sein Plan, um seine Geheimnisse in uns zu verwirklichen".  - Johannes Eudes, zitiert im Katechismus der Katholischen Kirche, 521.

Wir erweitern seine Kindheit und Jugend, seine verborgenen Jahre, seine lehrenden und heilenden Jahre und ja, sein Kreuz.  Wir machen sie alle der Welt gegenwärtig.  Es ist ein ungeheuer ernüchternder Gedanke, dass in der "Presse" Ihres Lebens ein anderes Evangelium gedruckt wird:

"Der Rest der Geschichte, der aus dem gesamten mystischen Leben Jesu in den Seelen der Heiligen besteht, bleibt also eine Sache unseres Glaubens... Wir befinden uns in einem Zeitalter des Glaubens, der Heilige Geist schreibt keine Evangelien mehr, außer in unseren Herzen; die heiligen Seelen sind die Seiten, Leiden und Taten die Tinte.  Der Heilige Geist schreibt ein lebendiges Evangelium mit der Feder des Handelns, das wir erst am Tag der Herrlichkeit lesen können, wenn es frisch aus der Presse des Lebens veröffentlicht wird."  (Jean-Pierre de Caussade, Das Sakrament des gegenwärtigen Augenblicks)

Deshalb werden wir beschenkt und unterschrieben, besiegelt und ausgeliefert - bis vor die Haustür der Welt.  Ausgestattet mit genau dem, was unser Teil der Welt braucht, sind wir mit besonderen Möglichkeiten betraut, Christus gegenwärtig zu machen.  Der Gesang eines Gebetes, das Tragen eines Kindes, das Servieren einer Mahlzeit, die Versorgung einer Familie oder einer Sache, das Auftragen von Farbe auf eine Leinwand oder der Rat beim Kaffee.  Geschenke, die gegeben werden, um weitergegeben zu werden.

"Es ist zu leicht zu vergessen, dass alles, was wir geben, uns gegeben wird, um zu geben". - Dorothy Day

Vielleicht sträuben wir uns manchmal bei dem Gedanken, dass wir etwas zu geben haben.  Vielleicht hat man unseren verwundeten Herzen gesagt, sie sollten still sein und sich fürchten.  Vielleicht hat uns etwas suggeriert, dass Demut eigentlich Scham bedeutet und dass wir unfähig oder unwürdig sind, etwas zu schaffen, zu heilen und zu erlösen.  Für wen hältst du dich? hören wir dieses Zischen, und wir erschaudern.

Das ist nur insofern wahr, als wir allein nichts ausrichten können.

Aber wir wissen aus bester Quelle, dass wir nicht allein sind.

"Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der euch hilft und für immer bei euch ist - den Geist der Wahrheit. Die Welt kann ihn nicht annehmen, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr aber kennt ihn, denn er lebt mit euch und wird in euch sein.  Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich werde zu euch kommen. - Johannes 14,16-18

Zu glauben, dass Gott uns gebrauchen will, dass er uns in der Tat für große Dinge in seinem Reich ausgerüstet und vorbereitet hat, bedeutet nicht, dass wir nicht demütig sind - obwohl der Erfolg dieser Dinge dies voraussetzt. Es bedeutet ganz im Gegenteil, dass wir angefangen haben zu verstehen, was es bedeutet, uns selbst zu sterben.  Es bedeutet, dass wir diese Wahrheit kennen und glauben und zutiefst verinnerlicht haben: "Ich bin mit Christus gekreuzigt; dennoch lebe ich, doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir; und das Leben, das ich jetzt im Fleisch lebe, lebe ich durch den Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat." (Galater 2,20)

Der Wunsch, große Dinge für das Reich Gottes zu tun (oder, was manchmal noch schwieriger ist, kleine Dinge mit großer Liebe zu tun), wurde von Gott in uns gepflanzt.  Es ist unbestreitbar Teil seines Plans für unser Leben. Wir können versuchen, diesen Ruf wegzuschieben, uns die Ohren zuzuhalten, aber er kommt immer wieder zurück und taucht wieder auf - dieser Hinweis, dass der Meister uns braucht. 

Die Welt leidet jetzt, wie sie schon lange nicht mehr gelitten hat.  Sie schnappt nach Luft in Angst und Einsamkeit. Sie stellt fest, dass tiefe, vergrabene Schmerzen auftauchen, wenn die Ablenkungen schwinden. Wer wird Christus in die verlassenen Straßen und noch leereren Herzen tragen?

Fragen Sie in der Stille dieser Karwoche, wenn die "Hosiannas" leiser und einsamer sind, den Herrn, wie Sie ihm bei der Mission der Erlösung helfen können.  Habt den Mut, zu wünschen, dass er euch gebraucht, dass er euch an den Toren der Stadt trifft, gebunden an seinen Willen und bereit, sich finden zu lassen.  Seien Sie bereit, Ihn auf eine Weise in die Welt zu tragen, wie nur Sie es können.

"Jeder Mensch trägt in sich ein Projekt Gottes, eine persönliche Berufung, eine persönliche Vorstellung von Gott darüber, was er in der Geschichte tun soll, um seine Kirche zu bauen, einen lebendigen Tempel seiner Gegenwart." (Papst Benedikt XVI., zitiert in Unrepeatable von Luke Burgis und Joshua Miller, PhD.)

Das Ausleben unserer Berufung ist unsere persönliche Form der Heiligkeit.  Das ist der Moment, in dem Berufung, Berufung und Heiligkeit keine Ideen mehr sind, sondern in Echtzeit gelebt werden.  Das ist der Stoff, aus dem Heilige sind.  Es ist der Stoff, aus dem wir sind.

Tagesthema Krieg

In den letzten Tagen gab es erneut viele Gespräche zum Thema: Ukraine - Russland - Deutschland und so weiter. Was mir auffiel, war ein idealistisch-kriegerischer Ton, vor dem ich warnen würde… Anbei eine Korrespondenz...

Ante Scriptum: Lieber I, ich kann Deinen jugendlichen Ingrimm gut verstehen. Lass mich Dir aber nur einige Punkte aus meiner Erfahrung sagen… Ich war genau wie Du in diesen Dingen. Bis bei der Bundeswehr einmal live auf mich geschossen wurde, und Geschosse so zwei, drei Meter über mir in einen Sandhaufen einschlugen. Ich wurde umgehend kuriert von meinem latenten Militarismus. Du holst den ersten Schuss, der trifft, nie zurück. Krieg muss vermieden werden - auch besonders, indem man dafür rüstet. Klar. Das haben wir versäumt. Das holen wir nicht in 12 Monaten wieder auf. Wir sind so wenig wehrhaft wie wir tugendhaft sind. Nun ungestüm in einen Krieg laufen, endet in Langemark, Ypern, Verdun, Stalingrad - und auch Hiroshima und Nagasaki. Die Konfrontation zwischen Atommächten der GAU. Im Moment liegt der Malus bei Putin. Ganz klar. Was auch immer Russland übles angetan wurde, rechtfertigt nicht die Toten und das Leiden - und die LÜGE, die auf allen Seiten nun wie Unkraut wächst. Er steht damit aber alleine vor Gott. Wir hingegen machen unsere eigenen Taten, Unterlassungen und Perversionen nicht ungeschehen, indem wir nun in’s Horn blasen. Was ich kommen sehe, wenn die NATO in das Geschehen gezogen wird, ist: Das Baltikum ist nicht zu verteidigen. Es dürfte vielmehr völlig zerstört werden. Insbesondere die wunderschönen Städte, an denen wir uns nun noch erfreuen. Das gleiche gilt für Teile Polens. Wir sind geradezu provokativ schwach. Selbst zu besten Zeiten konnte die NATO nur verzögernd kämpfen. Der Einsatz von taktischen Nuklearwaffen "unsererseits" war fest vorgesehen und angedroht. Das Gleiche dürfte jetzt passieren. Ich vermute, der Westen würde zumindest sehr versucht sein, alles zu tun. Alles. Wir sollten nur in einen Krieg gehen, wenn wir a) bereit sind, selber zu sterben für die Sache und b) auch die Zerstörung unserer Heimat und vieler Unschuldiger in Kauf zu nehmen. Spätestens beim letzten Punkt erübrigt sich bei mir die Diskussion. Bin ich nicht. Insbesondere wegen der ganzen Lüge, die existieren. Ich weiss nicht die Fakten, ich kenne kein genaues Ziel. Ich würde es dabei belassen, was die Polen unter den Nazis getan haben (nachdem sie ihre heroisch-emotionale Kriegslust, die sie immer hatten, gründlich ausgetrieben bekamen): Bilden, Beten, Beharren. Und zusätzlich glaubhaft abschrecken und uns weniger abhängig machen... Klar.

Von meinem Freund F:

Sehe ich komplett anders. Frage muß lauten, wie grob fahrlässige haben wir uns abhängig gemacht von Rußland und China und parallel anti USA Stimmung im Lande verbreitet. Welche geostrategischen Ziele hat Putin/Rußland u.a. in der Beherrschung Weltmärkte wie Agrar, jenseits von Öl/Gas.
Wie dumm und naiv hat uns Merkel in 16 Jahren in diese Lage manövriert?! Flüssiggasterminals zu bauen verpennt, Abschaltung AKW, Aufgabe deutscher Braun/Steinkohle, … irre Energiewende, irre Träumerei einer friedlichen Welt wo alle nett zueinander sind.

Lieber F, ich glaube gar nicht, dass wir die Sachen grundsätzlich anders sehen. Ich würde von meiner Perspektive nur sagen, dass ich mich um größtmögliche Tiefe und Radikalität bemühe. Und im Ergebnis dazu komme, dass wir als Deutschland weder ein moralisches Standing noch ein reales Interesse noch eine realistische Möglichkeit haben, der Ukraine im Krieg gegen Russland einen Sieg zu verschaffen (und wie immer bei unseren Anstrengungen, wissen wir gar nicht, was genau ein „Sieg“ wäre… Dass die Russen irgendwann angekrochen kommen, um ihrerseits „Frieden“ zu sagen…?). Stattdessen haben wir jedes Interesse, dass dort umgehend ein Waffenstillstand zustande kommt. Und wir haben ein Interesse an einem längerfristigen Frieden mit Russland - im Gegensatz zu vielen Kräften in den USA, die man nicht naiv als unsere „Freunde“ bezeichnen kann. Das sind sie nämlich leider nicht. Wenn man ernst und nüchtern die Dinge betrachtet, ist die USA unsere Konkurrent (So sehen sie uns - uns dazu haben wir selber viel beigetragen. Vielleicht geht es aber auch gar nicht anders…) Außerdem sind sie politisch-gesellschaftlich ein Moloch (bei aller Liebe, die ich für das Land und die Menschen dort habe). Was sie in der Ukraine alles angestellt haben (Menschenhandel, Surrogatmutterfarmen, Biolabore, …), werden wir erst über die kommenden Jahre lernen. Seit 1990 haben sie / wir auch 10 Auslandskriege für die „gute Sache“ mit 6 Millionen Toten geführt. Aber Irakis und Libyer zählen weniger… Jedes Jahr zudem fast eine Million Abtreibungen - in Russland 2020 nur noch 25% der Abtreibungen von 2000… Aber ich bin weit entfernt, Putin als etwas Gutes zu bezeichnen. Im Gegenteil. Er tarnt sich sehr gut. Und er verführt viele - auch hier. Das lösen wir aber nur mit Gebet. Alles andere führt immer tiefer in die Höllenfeuer hinein. Insgesamt denke ich, dass der Ukraine-Krieg eine weitere fatale Ablenkung von echten Problemen - von Demographie und gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Niedergang Europas bis hin zum zunehmend übermächtigen (wenn auch fragilen) Übergewichts Chinas ist. Das ganze Thema: Selbstbestimmung schwacher Staaten „neben“ brutalen Staaten müssen wir neu bewerten - insb angesichts unserer eigenen Schwäche. Wollen wir das Baltikum und Polen verteidigen? Gut, dann sollten wir rüsten, unser knappes Pulver trocken halten und an Lebensmittel- und Energieautarkie arbeiten (letzteres in D ohne Atom und alle anderen Energieformen unmöglich). Ukraine ist da nicht förderlich. Und Taiwan wird man wohl auch nicht verteidigen können (auch nicht unser Krieg). Südkorea?? Wir haben überflüssig große Brötchen geformt, die nicht in unseren Backofen reinpassen. Und wir haben tausend Probleme zuhause, deren Lösung letztlich weltweiter Freiheit und Wohlstand mehr dienen würde… Das ist meine Meinung. Hoffe, wir kommen bald zu einem Treffen. Vom 13.-17.7. ist VALERE Bootcamp bei Berlin. HG und Segenswünsche - Dein JP P.S. Und was ist eigentlich mit Digitalisierung, AI, Transhumanismus / „Gesundheit" und Pharma, Great Reset und solchen Fragen…? Das geht alles still und leise weiter…

Friday, April 01, 2022

Friedrich Merz - To Russia without Love

Zum Artikel von Friedrich Merz in "Die Zeit" 

https://www.zeit.de/2022/14/russland-ueberfall-ukraine-deutsche-fehlentscheidungen-regierungen

Ich finde den Artikel von Merz sehr wertvoll. Er ist ziemlich gut bei der Aufzählung von Fakten / Entscheidungen und in diesem Kontext auch selbstkritisch (allerdings nicht persönlich, wobei Merz wie alle anderen Mitglieder der deutschen Elite an dieser Entwicklung eine große Mitschuld tragen und dies auch sagen sollten). Aber gut. 

„Wir“ haben halt viele und große Fehler gemacht bzw zugelassen. Diese waren alle bekannt, wurden aber nicht ernstgenommen, da wir in der liberalen Blase und von altem Wohlstand gelebt haben. Eine friedliche, regelbasierte Welt, in der sich alle benehmen. Und die, die sich am meisten „benehmen“, werden belohnt. Ich weiss gar nicht, warum wir noch feministische Außenpolitik brauchen, da wir sie doch 25 Jahre lang gelebt haben. 

Was wir nun sehen, ist einfach das Resultat - und das schmerzhafte Ende des Matriarchats, jedes Matriarchats. Die gibt es nie lange Zeit, weil sie irgendwann von aggressiveren, patriarchal strukturierten Gesellschaften angegriffen und besiegt werden. Das Prinzip im Matriarchat ist Anpassung und Koexistenz. Das im Patriarchat Wettbewerb und Hierarchie der Stärke. Man braucht beides (dies ist also kein Plädoyer für ein hartes Patriarchat, aber 50/50 sollte der Mix mindestens sein, wenn man in Jurassic Park Earth überleben will). Insofern denke ich, dass Merz’ Analyse viel zu kurz greift (neben den fragwürdigen Unterstellungen re Putin, derer er sich allenthalben bedient, und des absolut irren Vorschlags der NATO-Mitgliedschaft für die Ukraine… WHAT?). 

Putin hat die Gunst der Stunde genutzt. Der Westen in selbstverschuldeter Unmündigkeit und Abhängigkeit. Klima, Gender, Corona als Zeichen der Degeneration, Kabul als das Fanal. Bingo. China wird vermutlich das gleiche machen. Der russisch-chinesische Block wird über erhebliche Anteile an den wichtigsten, absolut wichtigsten Rohstoffen von Weizen bis IT-Chips verfügen. Unsere „Du warst böse!“-Sanktionen-Taktik wird die nicht groß kratzen. Umgekehrt aber könnten die wirtschaftlichen Gegenschläge verheerend sein. Das würde ich mir nicht schönreden. 

Dank Mutti - und unserer mütterlichen Bischöfe - sind wir in einer quasi infantilen Haltung, in der subjektives Wohlbefinden (emotional und materiell) über die Bedürfnisse der objektiven Tugend- und Wehrhaftigkeit gestellt wird. Rechnung kommt JETZT. Und wenn wir nicht aufpassen, kostet es die EU und vieles mehr. Ich denke, dieser Staat ist bankrott: Geistig, materiell, sozial, you name it. Und vielleicht ist es nicht einmal schade darum… 

Jeder von uns, der sich politisch nicht engagiert hat, und alle, die nicht wirklich intensiv gebetet haben, tragen hieran Mitverantwortung. Einen Krieg gegen China-Russland können wir nicht gewinnen (außer mit Nuklearwaffen… Betet, dass nicht die NATO den Erstschlag ausführt). Ich denke, dieser Staat ist bankrott: Geistig, materiell, sozial, you name it. Und vielleicht ist es nicht einmal schade darum… 

Wir sollten mit solchem Unsinn aufhören und mit dem Wiederaufbau beginnen. Bottom-Up. Das wäre auch das richtige für Merz. Seine wohlfeilen Ideen nach 15 Jahren Weltkapitalilsmus brauche ich nicht. Er war jahrelang zudem außenpolitisch aktiv. Nur eben falsch. Die ganze Politikerriege der letzten 10 Jahre müsste eigentlich 10 Jahre Politikverbot bekommen. De können Sonnenblumen an- oder im Ruhrgebiet Kohle abbauen. Soweit meine provokanten Thesen - cum grano salis… ;-) Herzlich - Euer JP



Monday, March 28, 2022

10 Punkte zum Krieg in der Ukraine

Anbei sende ich Dir 10 Gesichtspunkte, warum ich gegen Krieg mit Russland, eine massive Unterstützung der Ukraine - und stattdessen für einen umgehenden Frieden und eine Friedenskonferenz mit Russland bin. Der Krieg, schon so wie er jetzt ist, hat jedes Potential zu eskalieren. Wohin das führen könnte, brauche ich gar nicht auszuführen, denke ich. Wir brauchen mindestens einige Jahre Zeit, um unsere eigenen Probleme wenigstens halbwegs mal zu erkennen - geschweige denn zu lösen.

Die Grundlage dafür ist mein eigener 20-jähriger Einsatz für die Sache der liberalen Demokratie (Ideologie) in so unterschiedlichen Institutionen wie den U.S. Foreign Relations Schools, der NATO, der UNO, einem großen internationalen Unternehmen sowie dem Davos Forum (WEF). Ich bin ein Gegner von aggressiver Außenpolitik und Krieg. Wenn ich an uns glauben würde, würde ich mir wünschen, dass wir die Aggression besiegen. Ich habe auch Mitgefühl mit allen, die leiden, insbesondere mit der Zivilbevölkerung, und mit dem großen kulturellen Erbe, das verloren geht. Ich glaube aber, dass Realismus in die westliche/deutsche Außenpolitik zurückkehren muss. Und das bedeutet: Beendigung von Kriegen / Beteiligung an Kriegen, von denen wir weder wissen, wie sie zu gewinnen sind, noch die Mittel dazu haben. 

1. Die Situation ist wesentlich Folge westlicher Provokation (Ideologie der „weltweiten liberalen Demokratie“ als Endzustand der Geschichte) bzw zumindest der unbedachten Arroganz nach dem „Sieg“ im Kalten Krieg. Versailles II statt Friedensordnung sowie Heranrobben an Russland. Vergleich: Mexiko und Canada in eine chinesische Militär-Allianz… Was wären die Folgen? Uns war bei der NATO 1997 ziemlich klar, dass die Osterweiterung wohl Krieg mit Russland bedeuten würde. Dummerweise haben wir uns darauf nicht vorbereitet. 

2. Wir haben die Provokation dann durch unsere geradezu groteske Schwäche / Selbstschwächung vermehrt (Energieabhängigkeit, Gender- und Klima-Irrsinn, Verfallen der Bundeswehr bis hin zu Kabul und der totalen Zerstörung unserer Wehrhaftigkeit / Wehrfähigkeit durch die katastrophale Corona-Lockdown-Politik). „Provokation der Schwäche“ ist eine anerkannte Theorie in den internationalen Beziehungen. DON’T DO IT.

3. China könnte durch den Krieg (und Corona und unsere schlechte Politik) mit den USA gleichauf ziehen. Das hätten wir (in diesem Fall mit den USA) verhindern müssen. Was machen wir, wenn China jetzt Taiwan einkassiert?? 

4. Der Westen könnte russische Ressourcen im Kampf gegen China gut gebrauchen. Nun geschieht das Gegenteil. Die USA wollen nicht, dass D und RUS zu viel miteinander zu tun haben. (NATO: America in, Russia out, Germany down). Lieber schneiden sie sich etwas in’s Fleisch, als dass Deutschland, das in den USA in den letzten 10 Jahren als KONKURRENT (nicht als Alliierter) gesehen wurde und vielleicht wird, mit russischen Ressourcen hantieren kann.

5. Ukraine ist ein korrupter Staat, in etwa gleichauf mit Russland. Selenski ist ein zwielichtiger Mann. Ob der Coup 2014 CIA-Werk war, weiss ich nicht. Aber die Wahlen 2019 waren vermutlich nicht fair. Siehe zB die Artikel aus der SZ u.a., die ich Dir gesendet habe. Selbst wenn sie fair waren... wir haben leider wichtigere Dinge zu tun (s.u.) und andere Interessen, als in der Ukraine „Liberale Demokratie“ und unserer „Werte" (Abtreibung, LGBTQ, Great Reset) zu schützen. Im Gegenteil: Alle diese Dinge sollten wir bekämpfen. Ich würde dafür nicht sterben.

6. Die ukrainische Aussenpolitik war seit 2014 revisionistisch (gut, kann ich verstehen, muss ich aber nicht unterstützen…). Die neue ukrainische Militärstrategie von 2021 (oder war es 2020) sieht die gewaltsame „Befreiung“ der Krim vor. Keineswegs sind in der Ukraine Friedenstauben an der Macht. Im Gegenteil. Ukraine war eine Art Wilder Osten - und was die USA dort alles getrieben haben, möchte ich mal gerne wissen (Stichpunkt BIOLABS??)

7. Der Krieg hat für uns kein erreichbares Ziel. Weder haben wir ein Ziel (Regime Change?) noch die Mittel. Er könnte dadurch leicht total werden (wie unsere anderen unsinnigen Kriege - Terro, Klima, Corona…). REGIME-CHANGE war nebenbei der „Haupt-Grund“ weswegen die USA ZEHN Kriege seit 1990 geführt haben (mit ca. 6 Millionen Toten by the way) - funktioniert nicht sondern verschärft und verringert Konflikte.

8. Einen Krieg können wir nicht durchhalten / gewinnen in unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verfassung. Einen totalen Krieg erst recht nicht. In jedem Fall werden wir uns politisch und finanziell weiter extrem verschulden. Inflation und Energie-/Nahrungskrisen könnten katastrophale Auswirkungen für unseren eigenen Staat haben. Könnte der Todesstoß werden. Und das ganze wofür genau?

9. Wir haben existentielle Probleme in D. Krieg bedeutet Ablenkung und löst keines der Probleme. Im Gegenteil. Krieg führt zu einer Schein-Einigkeit in Schein-Heiligkeit. Stattdessen müssen wir rasch diejenigen zur Verantwortung ziehen, die uns in diese beinahe katastrophal verwundbare Situation geführt haben: Ausstieg aus vielen wichtigen Energieträgern, Migrationskrise und weitere Rechtsbrüche, insb. die ganze Corona-Politik, die uns psychologisch und wirtschaftlich und politische VERHEERT hat, totale Abrüstung, etc. Wir sind nicht kriegsfähig. Wir sind zu fast gar nichts mehr fähig. Wir sind demographisch auf der Kippe, unsere Währung zerfällt - ebenso wie die Rechtsordnung, Infrastruktur, etc pp. Nach dem Corona-Krieg können wir keinen echten Krieg gebrauchen. Und dann spreche ich noch gar nicht vorn den Herausforderungen durch KI, Great Reset, Transhumanismus. Was ist damit??

10. Ich traue seit Corona weder der aktuellen US-Regierung (aber auch nicht den US-Absichten generell) noch unserer eigenen (oder der polnischen for that matter). Ebenso wenig wie den Medien. Ich werde ihnen nach unserer Freiheit und unserem Wohlstand nicht auch noch unsere Leben opfern.

Wednesday, March 16, 2022

Memo von Kardinal Brandmüller

Religion: Mono- oder Dialog? Der Modernismus als Atheismus im Christentum

3. März 2022 

Quo vadis, Germania? Von Walter Kardinal Brandmüller

Rom (kath.net/as/wb) „Wohin geshts du, Deutschland?“ – eine intensive historische Reflexion, die deutlich macht: es geht um die Substanz, um das Ja oder Nein zur Kirche und zum Christentum.

Ein „synodaler Weg“? – „Die beängstigende Frage drängt sich auf: Haben denn die all dies mitbeschließenden Bischöfe wirklich nicht wahrgenommen, dass sie sich damit in offenem Widerspruch zu Glaubenswahrheiten begeben haben, deren treue Bewahrung und Verkündigung sie mehrfach mit heiligem Eid geschworen hatten?“.

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Von Walter Kardinal Brandmüller

Nun also hat der deutsche „Synodale Weg“ sein erstes Etappenziel erreicht. In den erarbeiteten Texten werden – wie zu erwarten – Forderungen erhoben, die im klaren Widerspruch zum authentischen katholischen Glauben, zur hierarchisch-sakramentalen Verfassung und zur verbindlichen Sittenlehre der Kirche stehen. All dies wurde mit großer Mehrheit „beschlossen“. Dass von diesen Ja-Stimmen nicht wenige von Bischöfen kamen, lässt den Ernst der Lage erkennen – und wirft grundsätzliche Fragen auf.

Nun hat es gewiss nicht mehr überrascht, unter den dort beschlossenen „Reformen“ die Abschaffung des Zölibats zu finden, ebenso wie die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion etc. All dies schwebt schon seit der – vom Heiligen Stuhl nie bestätigten – Würzburger Synode der Jahre 1971-1975 im Untergrund. Neu ist hingegen, dass praktizierte Homosexualität als sittlich erlaubt anerkannt wird. Dass nunmehr auch kein wirklicher Unterschied zwischen geweihten Bischöfen, Priestern, Diakonen und „nur“ Getauften und Gefirmten anerkannt werden soll, entspricht hingegen ganz der Lehre Martin Luthers. Das II. Vatikanische Konzil jedoch lehrt, dass das Priestertum des Dienstes, das heißt das hierarchische Priestertum der Geweihten, sich vom Allgemeinen Priestertum der Getauften nicht bloß dem Grade, sondern dem Wesen nach unterscheidet. So also setzt die Frankfurter Versammlung eine zweitausendjährige Praxis und ein Allgemeines Konzil außer Kraft! Und fordert darüber hinaus auch, Frauen das Weihesakrament zu spenden – was in zweitausend Jahren niemals für möglich gehalten wurde, weil, wie Johannes Paul II. mit unfehlbarem Urteil festgestellt hat. die Kirche keine Vollmacht besitzt, Frauen das Weihesakrament zu spenden.

Dies, also, sind die spektakulären Forderungen der Frankfurter Weggenossen, die in den Kreisen des Funktionärskatholizismus ebenso lebhaften Enthusiasmus wie bei normalen Katholiken Entsetzen hervorgerufen haben.

Die beängstigende Frage drängt sich auf: Haben denn die all dies mitbeschließenden Bischöfe wirklich nicht wahrgenommen, dass sie sich damit in offenem Widerspruch zu Glaubenswahrheiten begeben haben, deren treue Bewahrung und Verkündigung sie mehrfach mit heiligem Eid geschworen hatten? Diese Frage von letztem existenziellem Ernst muss in aller Härte gestellt – und von jedem Bischof beantwortet werden. Darauf hat die Gemeinschaft der Gläubigen ein Recht!

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Um Ernst und Tragweite dieser Frage zu ermessen, gilt es nun, den Wurzeln der mit „Frankfurt“ zu Tage getretenen Krise nachzuspüren.

Bei diesem Beginnen treffen wir rückblickend im ausgehenden 19. Jahrhundert auf das Phänomen des „Modernismus“. Worum es hierbei wirklich geht, ist die ganz grundsätzliche Frage nach dem Wesen der Religion: Was eigentlich ist Religion?

Für eine Reihe um die Wende zum 20. Jahrhundert besonders in Frankreich und England diskutierter Versuche, darauf zu antworten, fand Pius X. den Sammelbegriff „Modernismus“. Dabei handelte es sich um einen heterogenen Komplex von Ideen, Denkansätzen, die mit dem katholischen Glauben in unterschiedlicher Weise unvereinbar waren – und sind.

Dabei mochte man an Versuche zur Sinnerhellung menschlicher Existenz, zur Bewältigung der Erfahrung der Endlichkeit des Menschen denken, an die Urerfahrung der Tiefen der Person, des Un- bzw. Unterbewussten etc. Hinzu kommt ein weiteres konstitutives Element: das der Evolution: In je eigener Weise sind auch Person wie Gesellschaft Subjekt von Evolution. Diese aber ereigne in diesen Fällen sich nach Hegel im Dreischritt von These, Antithese und Synthese. Das aber bedeute, dass heute wahr sein könnte, was gestern falsch war, und umgekehrt, um im nächsten Schritt wieder in Frage gestellt zu werden – und so fort. So also vollziehe sich Entwicklung, auch des religiösen Bewusstseins, auf die immer höhere Ebene der jeweiligen Zeit. Das aber heißt, dass Glaubensinhalte, Glaubens- bzw. Lebenspraxis auf ihrer augenblicklichen Entwicklungsstufe auszuformulieren und in Lebensvollzug auszudrücken sind.

Wie auch immer: in jedem Falle geht es dabei um das Ich, das sich selbst erfährt, versteht, artikuliert. Auf sich selbst fixiert und um sich selbst kreisend – in sich eingeschlossen. Ein einsamer Monolog.

Nun wäre es eine höchst dringliche Aufgabe der Theologie gewesen, sich mit diesen Strömungen und der Reaktion des kirchlichen Lehramtsauf diese – man denke an die Enzyklika Pascendi und das Dekret Lamentabili Papst Pius’ X. – in seriöser, unaufgeregter Weise auseinanderzusetzen.

Eben dies geschah jedoch nicht. Dies war eine wahrhaft tragische Folge jener rapiden politisch-kulturell-wirtschaftlichen Entwicklung der westlichen Welt, die alsbald in der Urkatastrophe des 1. Weltkriegs unterging. An die Stelle der alten Mächte traten kommunistische – faschistische - Diktaturen, deren Zusammenprall im 2. Weltkrieg zum nahezu völligen Zusammenbruch Europas führte.

Folge davon war auch „Inter arma silent musae“ – d.h., wo die Waffen sprechen, schweigen die Musen -, dass die Theologie sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weniger dem Grundsätzlichen als dem augenblicklich-Aktuellen zuwandte. So aber kam es nicht zu einer gründlichen und umfassenden Auseinandersetzung mit dem komplexen Phänomen des Modernismus. Das Problem schwelte jedoch im Untergrund weiter.

Zum Ausbruch kam die Krise schließlich schon im Vorfeld des II. Vatikanischen Konzils, gefolgt von schwerwiegenden Einbrüchen in Glauben und Leben der Kirche. Es sei nur auf die nouvelle théologie verwiesen, auf die Pius XII. mit seiner Enzyklika Humani generisantwortete.Bald darauf versuchte die mittlerweile ergraute Generation der 68er, die wiederum in Frankfurt den Ton angibt.

So etwa der „klinische Befund“ für den Patienten „Deutsche Kirche“: Eine Non Governmental Organization – NGO – mit humanitären, kulturellen Zielen. Ein stattliches Artefakt, beschränkt auf das Hier-und-Jetzt, kreisend um sich selber – überflüssig.

***

Der Mensch aber – so ein Vergleich aus der Mathematik – ist weder eine Gerade ohne Anfang und Ende, noch gleicht er der Strecke, die von Beidem begrenzt wird. Er ist vielmehr wie der Strahl, der wohl einen Anfang hat, jedoch kein Ende. Der Mensch erschöpft sich nicht in seinem Erdenleben. Nach jüdisch-christlicher Überzeugung ist er Geschöpf und Ebenbild jenes unendlichen Geistes, dessen Wille alles was ist ins Dasein gerufen hat, Religion aber ist die Art und Weise, wie das Geschöpf Mensch darauf antwortet, seinen Schöpfer erkennt und ihm begegnet. „Religion“ ist nicht Mono- sondern wesentlich Dialog.

Mit solchen Überlegungen bewegen wir uns, gewiss, immer noch auf der Ebene natürlicher Religion, die sich aus der Erkenntnis der Endlichkeit, des Geschaffenseins des Menschen ergibt und ein existentielles Verhältnis der Anbetung und Ergebenheit gegenüber dem Schöpfer begründet. Dabei ist von Christentum noch immer nicht die Rede.

Sind diese Selbstverständlichkeiten – so fragt man sich verwundert, bestürzt, den Frankfurter Weggenossen tatsächlich abhanden gekommen?

Merken die „Synodalen“ nicht, dass sie sich auf einem Holzweg befinden, der sich im Nichts verliert?

Am Ende ergibt sich für das Unternehmen „Synodaler Weg“ eine fatale Bilanz: Es geht in den Frankfurter Papieren längst nicht mehr nur um Irrlehre, Häresie. In diesen Texten wird zwar kaum Falsches über Gott gesagt. Aber: Gottvater, Sohn und Heiliger Geist kommen darin einfach nicht mehr vor. Das aber bedeutet „Atheismus im Christentum“ – so schon der Titel des Buches von Ernst Bloch aus dem Jahre 1968 – auch er, Bloch, ein „Frankfurter“.

***

Dem gegenüber halten wir fest: Religion im jüdisch-christlichen Verständnis ist nicht Ergebnis menschlicher Selbsterfahrung oder existentieller Reflexion, sondern Antwort des Geschöpfes Mensch auf die Selbstmitteilung, Offenbarung des Schöpfers an sein Geschöpf Mensch. Ein Anruf von jenseits des Geschaffenen, der als solcher erkennbar im Laufe der Geschichte an die Menschheit, an das „Auserwählte Volk“ Israel, ergangen ist. Im Rückblick wird sichtbar, wie in der religiösen Überlieferung dieses Volkes aus anfänglichen eher schattenhaften Ahnungen ein immer klareres, erhabeneres Bild des Schöpfers von Mensch und Universum erkannt wurde.

Der judenchristliche Verfasser leitet seinen Hebräerbrief mit den Worten ein: „Vielfältig und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten“; dann aber fährt er fort: : „am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn“.

„Der Sohn“ aber ist der historische Jesus von Nazareth, dessen letzte Lebensjahre, dessen Tod am Kreuz sich im hellsten Licht der Öffentlichkeit ereigneten, und umso vieles umfangreicher dokumentiert sind als jene seiner prominentesten Zeitgenossen. Diese Zeugnisse sind die Schriften des Neuen Testaments.

Die Forschung stimmt darin überein, dass diese zum größeren Teil noch zu Lebzeiten von Zeitgenossen der berichteten Ereignisse verfasst und verbreitet worden sind. An ihren historischen Aussagen ist darum kein begründeter Zweifel möglich. Kurzum: Der Glaube an Jesus Christus, den menschgewordenen „Sohn des Lebendigen Gottes“, beruht nicht auf Ideen, Mythen etc., sondern auf nachprüfbaren historischen Tatsachen. Aus der Zahl und der Begeisterung der Augen- und Ohrenzeugen der Ereignisse um Jesus von Nazareth erbaute der Auferstandene Christus auf Petrus, den Felsen, seine Kirche, die der Apostel Paulus bald als Leib Christi, als lebendigen, vom Geist Gottes beseelten Organismus darstellen sollte: Die neue Weise der Gegenwart des Auferstandenen in dieser Welt. Und: von Tod, Gericht und ewigem Leben ist mit keinem Wort die Rede.

Und nun die erstaunliche und bestürzende Feststellung: all dies spielt in „Frankfurt“ keine Rolle.

Was aber versteht man dort unter Religion, Christentum, katholischer Kirche?

In der Tat: Atheismus im Christentum“, „Kirche“ – ist sie dann in der Tat nicht nur eine sozio-kulturelle – und unter so vielen anderen überflüssige NGO?

„Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem Gott“ (Hosea 14,2).


Wednesday, March 09, 2022

Ukraine - Nur Gebet und Umkehr können helfen.

Liebe Freunde, allenthalben hört man nun, wir müssten uns in der Ukraine "engagieren". Mit Waffen und eventuell auch militärisch. Ich denke, das ist falsch. Weil wir es nicht können. Und nicht sollen. Positiv ist an alledem, dass wir es nun endlich mit einer echten Gefahr zu tun haben, in der wir ALLE in den nächsten Monaten umkommen könnten. Das schärft vielleicht die Sinne und bringt uns zur Umkehr. 

Doch auf der anderen Seite: Vielleicht kommen die Menschen doch nicht zu Sinnen, weil sie - nicht zuletzt wegen der verrückten „moralischen Kriege“ gegen Terror, Klimawandel und Corona - bereits entzündete und verzweifelte Seelen haben. Es könnte also völlig in den Wahnsinn gehen. Und dann ist totale Zerstörung (Europas) nicht nur "nicht ausgeschlossen". Sie ist sogar wahrscheinlich. 1914 haben sie sich 1918 nicht ausmalen können. Und 1939 nicht 1945. Und jetzt nicht 2022/3. Also lasst uns einmal nur Ruhe bewahren. Nicht, um uns wieder feige davon zu machen wie bei Corona. Aber eben auch nicht, um nun durch "eine richtig gute Tat" für Freiheit und ukrainisches Vaterland alles wieder "gut zu machen". Nichts dergleichen können wir. Denn was wollen wir überhaupt? Was machen wir, wenn uns die Sache entgleitet. Was machen wir dann?  

WAS erzählt Ihr Euren Kindern (oder WANN erzählt Ihr ihnen darüber, dass DAS nun wirklich das Ende sein könnte… Alles, was Klima und Covid NIEMALS angerichtet hätten… Oder sind aller Ernst, alle Glaubwürdigkeit - und alles Vertrauen in Gott - schon verbraucht…? Wann gehen wir auf die Knie? Vergessen wir dabei nicht zu erwähnen, dass das alles natürlich kommen MUSS. Ein Gericht MUSS ja kommen. Und es ist gut! Es ist das "Richtig-Machen". Von daher ist es auch vielleicht gar nicht so schlimm, und wir sollten einfach weiter eskalieren…?? Aber wir wissen alle, dass es selbst für gläubige Christen nicht „einfach“ ist… Und für den Rest??)

Krieg gegen Russland ist ebenfalls so ein "moralischer Krieg“ - zwischen unmoralischen Akteuren, zu denen auch wir gehören. Unser Problem sind WIR. WIR sind moralisch übergriffig und hochmütig. So viel Ungerechtigkeit, Lüge, Ausbeutung und Tötung Unschuldiger, die bei uns täglich geschehen… (und was die Bildung auch von „integrierten" Jugendlichen angeht… btw - die Zahlen 1914, 1918, 1919, 1933, 1939, 1945, 1989, 1990, 1991 kannst Du einem deutschen Gymnasiasten geben - und würdest Dich wundern wieviel Nicht-Wissen Du fändest). 

Wir haben keine Chance zu siegen, da wir weder materiell noch spirituell die Kraft haben, unsere „Ziele" (welche eigentlich?) gegen so viel Opfer, Leid und Tod, wie sie uns bevorstehen, durchzustehen. Stichworte: Zerstörung der Bundeswehr und des Wehrgedankens (remember die Corona-Helden-Kampagne "auf der Couch"…?), (absichtliche und fahrlässige) Abhängigkeit von zig Faktoren (auch Russland). Und das ist jetzt alles egal? Weil wir ja den Willen haben, das „Richtige“ zu tun. Ich bezweifle unsere Fähigkeit, das Richtige zu erkennen und durchzuhalten. 

Ich könnte so viel dazu schreiben, nicht zuletzt aus meinen Zeiten bei NATO und BMvG. Aber lieber lasst uns beten, dass es schnell zu einem Frieden kommt, dass alle, die Verantwortung für soviel Angst, Leid, Tod haben (seit vielen Jahren), gerecht gerichtet werden. Jeder in seinem / ihrem eigenen Land. Und dass dann Versöhnung und Vernunft eine Chance bekommen. Ansonsten sehe ich schwarz. Aber dann wieder hell. :-)

Wahrheit - Gerechtigkeit - Barmherzigkeit: LIEBE. Nichts anderes hilft, weil nichts anders bleibt.


Lage:

Deuteronomium 30,15-19.

Mose sagte zum Volk: Hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor. 
Wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf die ich dich heute verpflichte, hörst, indem du den Herrn, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen gehst und auf seine Gebote, Gesetze und Rechtsvorschriften achtest, dann wirst du leben und zahlreich werden, und der Herr, dein Gott, wird dich in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, segnen. Wenn du aber dein Herz abwendest und nicht hörst, wenn du dich verführen lässt, dich vor anderen Göttern niederwirfst und ihnen dienst - heute erkläre ich euch: Dann werdet ihr ausgetilgt werden; ihr werdet nicht lange in dem Land leben, in das du jetzt über den Jordan hinüberziehst, um hineinzuziehen und es in Besitz zu nehmen. Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme, und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. 

Weg:

Buch Joel 2,12-18.

So spricht der Herr: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum Herrn, eurem Gott! Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte und es reut ihn, dass er das Unheil verhängt hat. Vielleicht kehrt er um und es reut ihn und er lässt Segen zurück, so dass ihr Speise- und Trankopfer darbringen könnt für den Herrn, euren Gott. Auf dem Zion stoßt in das Horn, ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus! Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde! Versammelt die Alten, holt die Kinder zusammen, auch die Säuglinge! Der Bräutigam verlasse seine Kammer und die Braut ihr Gemach. 
Zwischen Vorhalle und Altar sollen die Priester klagen, die Diener des Herrn sollen sprechen: Hab Mitleid, Herr, mit deinem Volk und überlass dein Erbe nicht der Schande, damit die Völker nicht über uns spotten. Warum soll man bei den Völkern sagen: Wo ist denn ihr Gott? Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Land und er hatte Erbarmen mit seinem Volk.

Verheissung:

1 Petrus 1,3-9.

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben und das unzerstörbare, makellose und unvergängliche Erbe empfangen, das im Himmel für euch aufbewahrt ist. Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll. Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst. Dadurch soll sich euer Glaube bewähren, und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist. So wird eurem Glauben Lob, Herrlichkeit und Ehre zuteil bei der Offenbarung Jesu Christi. Ihn habt ihr nicht gesehen, und dennoch liebt ihr ihn; ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr glaubt an ihn und jubelt in unsagbarer, von himmlischer Herrlichkeit verklärter Freude, da ihr das Ziel des Glaubens erreichen werdet: euer Heil.

Tuesday, March 01, 2022

Ukraine - Kein Grund zur Zynik

Krieg ist Teufelswerk. Und doch tun sowohl der Napoleon des Ostens als auch der tEuFeL letztlich unwillig Gottes Werk. Deswegen bin ich gar nicht zur Zynik aufgelegt. Auch nicht zum Optimismus. Sondern zum Realismus. Krieg und Frieden: Darum geht es letztlich in jeder Politik. Nur nicht der deutschen. Jetzt vielleicht wieder. Freut Euch, Diplomaten, Soldaten und Männer werden wieder gebraucht, vielleicht Helden und Heilige gemacht… Mir wäre es ohne Krieg auch lieber, aber helas... 

Zum Zynismus und Nihilismus führen nur Idealismus und Materialismus. Ich habe schon zuviel gesehen und erlebt, von der UNO in Afrika, der NATO-Osterweiterung (habe beim NATO-GS gearbeitet, als das beschlossen wurde - gegen die Stimme meines Büros. Ohne Freundschaftsverträge / besondere Stellung Russlands in der Sicherheits-architektur war das ein "Vertrag von St Germain II"). Dann BMVg, DAX, BDI, WEF etc pp. Der säkularen Religion konnte ich schon sehr früh abschwören - aus Erfahrung. Also: Keine Sorge wegen der Zynik! Mich kann das, was jetzt kommt, nicht schocken. Alles mit Ankündigung!

Seit 15 Jahren wussten wir doch, dass wir im Schiefen Turm zu Pisa sitzen. (Mit der Abtreibung haben wir ein Fundament - Würde und Menschenrechte - gesprengt. Jedes Jahr so viele Tote wie im 2. WK. Hallo?) Und mit jedem Jahr wurde der Wahnsinn größer: Unbegrenzte Kriege gegen Staatsbankrotte, Terror, Klimawandel und - der Gipfel der Absurdität - gegen ein Virus. Diese unverantwortlichen Kriege haben uns ausgezehrt, erschöpft, fertig gemacht. Wo soll etwas herkommen in den nächsten 10-20 Jahren… falls wir nicht ohnehin alle in den nächsten Monaten/Jahren die Hausaufgaben abgeben müssen. Ein Szenario, das man nicht außer Acht lassen darf.

Am entscheidendsten aber: Der Westen hat die falsche Weltanschauung, dank falscher Religion / praktischem Atheismus. Was haben wir nicht alles vergessen und missachtet:

1. Es gibt einen Gott. Er ist Schöpfer. Wir sind Geschöpfe. 
2. Es gibt eine Schöpfungsordnung. Diese besteht aus Männern und Frauen. Klar bio-logisch und psycho-logisch getrennt, wenn auch aufeinander ausgerichtet und nur zusammen Mensch-heit. Wir haben klare separate Aufträge.
3. Wir haben nur auf Gott gerichtete Freiheit (ein Baum kann nicht in die Erde wachsen, nur zur Sonne). 
4. Wir scheitern in dieser Freiheit. Das nennt man Erbsünde. Auf das Gute gerichtet, zum Bösen neigend.
5. Wir brauchen einen Erlöser: Christus, der Herr, der Logos, durch dessen Tod und Auferstehung wir gerettet sind. Er ist alle Liebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in Person. Er ist und will Beziehung, dh Verantwortung / Bekenntnis. 
6. Wir alle müssen sterben. Das ist nicht nur schlimm. Denn dann kommt das richtig-machende Gericht. 
7. Wir erstehen alle auf zum Gericht. Die einen zur Ewigen Verdammnis, die anderen zur Ewigen Herrlichkeit. Die Möglichkeit, sich zu entscheiden, hat jeder Mensch bis zum Tod. 

Ohne, dass wir diese Dinge wieder entdecken, verkünden und leben, kommt Armageddon. Denn wenn wir uns nicht bekehren, wird die Ukraine echt nur der Anfang sein. Und Eure Kinder sind dann die Generation, die das Licht ausmacht. Es steht also einiges auf dem Spiel. 

Grüße Euch sehr herzlich und zuversichtlich. Richtet Euch auf und erhebt Eure Gesichter zum Himmel, wenn Ihr diese Zeichen seht! Lest Lukas 21...

Saturday, February 26, 2022

Ukraine - vigils, sanctions, demonstrations - and hypocrisy

Dear brothers and sisters, I receive many messages on this and other channels, messages of indignation, disappointment, confusion because of the scourge of war unleashed by the Napoleon of the 21st century, who is preparing to change the European order by force. There are calls for expressions of solidarity, vigils, petitions, sanctions, etc pp. I think all these would be good actions if they were built on a solid personal and social foundation. But they are not. They are declarations of powerlessness and actually admissions of guilt, which, if they do not lead to repentance, atonement and active conversion, threaten to completely exhaust our resilience, already enormously weakened due to the madness of the unwinnable wars against climate change and viruses. There is a threat of sadness and despair, more and more fear and then - nothingness. We will no longer turn around the fate that threatens us, and that we have helped to create over at least 30 years, through sentiment and candles. 50 million abortions of innocent children every year in the world... In the USA, a law is being passed through the parliament that will allow abortion until birth... Who will see it...? Who is praying? Who is doing vigils in front of the US embassy...? We hypocrites...  It's probably 5 past 12, and unless a miracle happens (3rd Fatima Mystery??), things will probably get a lot worse before they can get better. If they ever will. The true scourge is the godlessness, yes the apostasy of the whole west from God. The GOD-lessness opens door and gate for the idolization of money, power, nation, sex, gender, climate, health (I, I, I… that is the call). All these things can contribute to the good, but without an even louder YOU, YOU, YOU to GOD each one of them becomes a lie. Let's stop it immediately. Lent is just around the corner! It is also called the pre-Easter penitential season. Who of us has already atoned for the great sins of our time and nations? Let us finally make the coming days a time of penance. We can still do it voluntarily. If we do not voluntarily renounce, "tear our clothes and spread ashes on our heads", then someone else will. For sure. Candles and demonstrations or not. Pray. Be serious. And become so joyful and free. Prayer and communion! We have just prayed and had a meal at Ethos.MARIA for 6 hours. There are initiatives like this everywhere. And they give hope. Una Sancta - Spes Unica. Read the 21st chapter of the Gospel of Luke... And listen to the readings of 24.2. The day of the beginning of the war. I was overwhelmed when I heard this in the evening... They were replaced by the feast of St. Matthias... James 5, Psalm 49, Mark 9, 41ff - God bless you all - and all who now have to suffer as victims and perpetrators in the East and all over the world... Sincerely, seriously and joyfully - Your JP

Wednesday, January 26, 2022

Ende Corona

Lieber R, 

danke für den mir zugesandten Podcast zu Fake News und Corona-Leugnern. Ich bekomme von Freunden jeden Tag 3-4 Podcasts zugesandt. Mit Corona bin ich fertig. Deswegen bin ich zu Deinem Podcast nicht gekommen. 

In Replik aber: 

In Anlehnung an einen Ausspruch des Hl Franz v Sales - "Glaube nicht alles, was Du denkst.“: "Glaube erst recht nicht alles, was andere (die Du nicht persönlich kennst und denen Du deswegen vertrauen kannst) denken/sagen.“. Glaube stattdessen dem Evangelium. Matthäus 10: "Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.“ Amen.

Das Problem an Corona ist, dass es mit Abstand nicht das größte Problem ist, das wir haben. Das wissen wir. Sonst wissen wir anscheinend nicht viel. Oder wollen nicht (mehr) wissen. Können uns nicht erlauben zu wissen… Corona ist aber mit Abstand das größte Hindernis, die echten Probleme zu sehen und zu besprechen, geschweige denn zu beheben. Corona lenkt ab, spaltet, kostet unfassbare Mengen an Menschenleben(qualität) und Kraft, Energie, Mut, Geduld, Mittel, anderswo zu helfen. Alles wird beschädigt dadurch, dass das Thema nicht beendet bzw zumindest abgewertet wird. Was sind Kosten (in Zahlen, Menschenleben, etc) der Maßnahmen - wenigstens Wirkungen? Habe noch keine Zahl gesehen… Keinen psychischen Inzidenzwert (zB bei Jugendlichen). Habe letzte Woche zu 40 Firmlingen gesprochen. Bis auf 5 Individuen maskierte Zombies. So war die Energie. Mir bricht das Herz. Auch dazu: Keine Statistik. 

Corona schadet wie jede Besessenheit massiv. Und das nicht zuletzt, weil wir gar keine Zahlen haben, auf die man sich wirklich verlassen kann. Ich habe in und mit vielen Organisationen gearbeitet. Zahlen und Statistiken sind beständig schwer zu bekommen / erstellen. Selbst in der eigenen Organisation. Und wenn man sie haben könnte, wäre nicht sicher, dass die Zahlen dann verlässlich wären - beim Input, der Aufarbeitung und dem Output (der Verwendung). Intransparente Interessen - und daher Lüge und Manipulation - sind überall. Auch aus guter Absicht („Das können wir doch niemandem sagen / zumuten". Oder: "Das können wir doch dem Chef nicht sagen…“, „Was wird dann mit unserer Politik, Projekt, Abteilung, etc pp.?" etc pp). Überall das Gleiche. Ich glaube einfach nicht mehr. Nicht den einen, nicht den anderen. Sinnlos. Zeitverschwendung. 

Ich glaube meiner Wahrnehmung, meiner Erfahrung, meiner Vernunft und vertrauenswürdigen, erfahrenen Personen. Und so machen es meine Gefährten. Man sollte und könnte die Sache sofort beenden. So wie wir das vor 6 Monaten im Kreis der Gefährten hier gemacht haben. Das Thema ist beendet. Masken - ok, kann man tragen, insb. da wo jemand staatlich Schaden zugefügt erleidet, wenn alle ohne herumlaufen (also die bedauernswerten Pfarrer). Ansonsten alles weg. Alles wie vorher. Keine Masken, keine Fragen, dafür Handschläge und Umarmungen. Aber auch das war schon zu spät. Und wir sind zu wenige. Nur eine Gemeinde (St Afra - die Tradis) haben von Beginn an alles so weitergemacht. Und sind alle noch da. Boomen. 

Ich fürchte einfach, die Zeit für normale Szenarien ist bereits abgelaufen. Ich habe drei etwas unnormale Szenarien. Das Beste: 10 Jahre Unruhen - soziale und internationale. Aber keine großen Kriege. Irgendwie. Aber mit verheerenden sozialen und wirtschaftlichen und politischen Folgen. Mega-Inflation oder Schuldenkrise, enorme Verarmung bei großen Teilen der (Welt)Bevölkerung. Migration… Zunehmende Christenverfolgung, da man Sündenböcke sucht. (Fast alle Corona-Aussteiger, die ich kenne, sind gläubige Christen). Mittleres Szenario: 5-10 Jahre Krieg. Inklusive internationale Kriege. Aber kein Atomkrieg. Harte Christenverfolgungen, insb. der Katholiken. Wie immer. Die sind am wenigsten angepasst. Und das Extremszenario - aber absolut denkbar: Hybrider Krieg bis hin zur nuklearen Option und Endzeit. Return of the Lord. Mach’ 'mal die Augen zu, stelle Dir die letzte drei Tage vor - und wie Du und die Deinen darauf und auf die letzten Minuten des Lebens vorbereitet sind. Wie wird das sein? Was werden die persönlichen Versuchungen sein? Wie sicher ist es, nicht abzufallen? Ich mache das. Und plötzlich tauchen die echten Probleme und die echten Lösungen auf. Das sind MEINE Probleme und SEINE Lösungen.

Alles, was ich tue, muss ab jetzt dual use sein. Endzeit-orientiert. Diesseits-tauglich, falls es doch besser kommt als gedacht. Ziel: Die Menschen hier noch bewegend, aus der Angst, der wahren Krankheit, auszusteigen. Matthäus 10 oben. Denn die Angst (und die Hybris) trennen den Menschen von der Vernunft und Weisheit. Diese werden ersetzt durch "Wissenschaft" (Technik) und Emotion (bzw Aberglaube - dh emotionales Pseudo-Wissen ohne Argumente und Ratio). Angst ist die Folge hysterischer oder manipulativer Führung. Beides habe ich schon vor Corona am Werke gesehen (Stichwort: Klima, Gender). Aber jetzt ist es wirklich pandemisch geworden. Die Verwirrung und Manipulierbarkeit der Menschen ist erschreckend. So sieht es für mich aus. Also, mein Lieber. Corona ist hier fertig. Man kann machen, was man will. Man kann vor allem dafür kämpfen, dass Szenario 2 nicht kommt. Oder doch noch besser. Dann braucht es aber Aufarbeitung und Gerechtigkeit - und zwar richtig. Und dann kann man auch über Barmherzigkeit sprechen. Ich bin für alles zu haben. Nur nicht mehr für Corona.

Friday, January 14, 2022

2G - Locker und flockig?

Vielleicht darf ich iZm auf die Anmerkung, ich ginge „locker-flockig“ mit der 2G-Regulierung um, einmal den Blick auf drei Punkte richten: 

1) Ich werde von Freunden quasi ex-kommuniziert / diskriminiert mit dem nonchalanten Hinweis, das seien halt „die Regeln“ und man "wolle keine Unannehmlichkeiten". Regeln, die keinen anderen Sinn mehr haben, als für unbotsames Verhalten zu bestrafen (so zB explizit Präsident Macron in Le Point zum Jahreswechsel). Regeln... Früher konnte man mit den unsinnigen Regeln umgehen. Im konkreten Fall tat man dann, was der gesunde Menschenverstand eben befahl. Und man ermöglichte es einander. Kein jakobinischer Eifer, kein grimmiger Gehorsam, als ob von jeder Regel die Welt abhinge. Verwunderung fällt nicht nur auf taube Ohren, sondern wird auch noch mit Empörung quittiert. Und dann mal: "Weiter so!“. Da erwartet man dann Sonnenschein? Ganz im Ernst: Eine solche Argumentation, wo hat man sie schon einmal gehört oder davon gelesen beim Diskriminieren…? USA? Südafrika? Deutschland? Ich kritisiere das. Verstehe das zwar von Leuten, die mich nicht kennen. Aber von „Gefährten"?? Ich dachte wir wollten für die FDGO einstehen, für Freiheit und Menschenrechte, Demokratie etc. Das ist die wichtige Balance für die krebsartig wuchernde „Gemeinwohlmaschine mit Waffen“, die sich Staat nennt. Da muss man früh ran, wie bei Schimmel. Ansonsten muss man nachher abreissen. Das sage ich beständig - und ernte kopfschüttelndes Genervtsein. Ok. Kann ich verstehen. Aber danach kommt dann das Canceln. So wie Friedrich schon ausgeschlossen wurde, werde ich jetzt ausgeladen. Ok. Praktisch. Unsere Ordnung steht auf dem Spiel, nach 2 Jahren Gemeinwohl-Übergriffigkeit auf Basis von… was? Pseudo-Wissen. Behauptungen. Und Angst. Hierzu einfach mal die kurzen Videos ansehen, die ich Euch sende. Öffentlich-rechtliche Sender. 

2) Ja, ich bin der Meinung, dass wir es mit einer zumindest teilweisen Kernschmelze unseres Systems zu tun haben. Ich werfe niemandem bösen Willen vor. Aber Indifferenz ist leider genauso schlimm. Jetzt dürfen Ungeimpfte ihre Rechte nicht ausüben: 2G+ im Parlament. 2G++ im Verfassungsgericht? Dabei gibt es nicht einmal „Geimpfte“, sondern nur Leute, die sich aus einer Mischung von Angst, Egoismus, Solidaritätsgefühl und Gehorsam/Anpassung ein experimentell-prophylaktisches Medikament, das in ihre Zellen eindringt und diese programmiert, haben spritzen lassen und sich nun auf dem hohem Ross „der moralischen Mehrheit“ wähnen. Und das kann man locker-flockig hinnehmen? Wohl nur, weil man so weit weg ist tatsächlich von diesem Staat, dass es einem eigentlich scheißegal ist… Parlament, Gericht. Wer braucht so etwas… Ich denke, wir brauchten so etwas. Mein Herzblut hängt daran. Und davon bekommt Ihr jetzt etwas ab. Ich denke, es verschwindet am Horizont (wie schon gesagt, wird es mE dort havarieren und nicht entkommen, da im gesamten Ausland inzwischen viel mildere bis gar keine Maßnahmen gelten. Deutschland - nochmals - ist das Nordkorea der Corona-Maßnahmen. Das wäre nicht mein Deutschland). Und da hatte ich gedacht, dass es etwas mehr Gemeinschaftsgefühl unter Breschenstehern gäbe, nicht nur Schelte und dann, als persönliche Krönung, die Ausladung durch den Obermoderator Ra-Ping. Wie hattet Ihr Breschensteher denn erwartet, wie ein moderner, digitaler Putsch aussehen wird? Leopard II kettenkreischend vor dem Kanzleramt…? Ich glaube nicht. Das ist Punkt 2, wo es nicht um locker-flockig geht. Sondern um die Wurst.

3) Womit haben wir es zu tun? Mit Ängsten. Die einen haben Angst vor einer Infektion, die anderen vor einem Zusammenbruch der Ordnung (Gesundheitssystem und Rechts-Ordnung). Die anderen vor einem autokratischen System. Und dann solche, die Angst vor einer experimentellen Behandlung haben. Alle irgendwo begründet. Aber alle auch irgendwo irrational. Alle mit Auswirkungen auf andere. Aber unterschiedlich. Denn die letzten beiden Ängste verlangen keine invasiven Eingriffe in die Rechte Dritter. Sie sind selbst-genügsam und wollen nur in Ruhe gelassen und nicht immer wieder angegriffen werden. Klassische Balance. Ich muss nicht all mein Hab und Gut dem Staat geben, damit er alle Armut beenden kann. Individuelles Leiden ist ok, sonst gibt es wirklich kollektives Leiden - sprich: Krieg. Ich habe vielleicht die letzten beiden Ängste. Diese haben seit 2 Jahren zurückstehen müssen. Ich habe solidarisch alles ertragen, zwar kritisiert, mich aber nicht radikalisiert. Aber jetzt kommt es eben in die sehr persönliche Sphäre unserer Gefährtenschaft. Und was zählt, ist die Regel, die von mir aber verlangt, mich einem medizinischen Experiment zu unterziehen, das ich nicht mehr rückgängig machen sondern mein ganzes Leben ertragen muss. Ich verlange von Euch… Nichts. Nur Solidarität in dieser Angst. Ein bisschen Rücksicht. Keine Herablassung. Keine Belehrung. Kein Kopfschütteln. Kein Canceln. Raban, Christian, Johannes, Jan. Ihr seid gemeint. Eure Haltung ist unsolidarisch mir gegenüber - und eine Gefährtenschaft unwürdig. 

So. Locker-flockig? I think not.

Thursday, January 13, 2022

Zündeln - oder: Die Krise von Vernunft, Wahrheit und Gerechtigkeit

Lieber R,

 

ich will Dir noch einmal erklären, wie ich zu meinen Aussagen komme... 

 

Wenn ich Gefahren nenne - und das tust Du ja auch (sehr deutlich nanntest Du meine Skepsis in Bezug auf die Glaubwürdigkeit gewisser Zahlen - und qua dessen von Autoritäten / Institutionen - ja eine „Gefahr“) - dann tue ich das NIE, um Angst oder Konflikt zu sähen. Sondern um Menschen von falschen Gewissheiten weg zu steuern, die nach meiner Lebenserfahrung zu Schein-Sicherheit, Ungerechtigkeit oder Unterdrückung, und nach meinen umfänglichen geschichtlichen und psychologischen Studien zu Krieg führen (können). Dabei darfst Du wissen, dass ich tatsächlich einen großen Teil meines Lebens mit Krieg verbracht habe. Mit seinem Studium - u.a. 6 Monate bei der NATO, 15 Monate beim Führungsstab der Streitkräfte im BMVg und 18 Monate an einer US-Kriegsakademie - und auch mit seiner Durchführung in Form des Wirtschaftskrieges, den ich für Deutschland und Lufthansa geführt habe. Ich kenne Krieg in seinen Ursachen und Verläufen. 

 

Und was ich sehe, ist leider bereits Krieg. Der Krieg gegen einen nicht bestimmbaren, nicht besiegbaren (und erst recht nicht vernichtbaren) Feind: Einen Virus. Und dazu die fixe Idee (Ideologie) der Sicherheit vor Krankheit und Tod durch staatliches Handeln (oder was auch immer unsere Idee ist, die wir mit dem Kampf verfolgen) führen beide dazu, dass der Krieg endlos und daher ganz natürlich zunehmend total und rücksichtslos geführt werden muss. Dazu passt die „Keine roten Linien“-Aussage von Scholz. Ebenso ist die Söder-Aussage zu interpretieren, dass „es alles wert sei, wenn wir nur ein Menschenleben retten“. Aus diesem Grund gibt es auch keinerlei Folgenabschätzung von Maßnahmen. Es wird alles geopfert im Zweifel. Rechte, Wohlstand, innerer Frieden und Vertrauen. 

 

Ich bin gegen diesen Krieg und stattdessen für Frieden und Freiheit, weswegen ich auch gegen die Argumente kämpfe, mit denen der Krieg verklärt werden soll als etwas "vernünftiges und wissenschaftliches". Ist er mE nicht. Er ist in der Breite der Öffentlichkeit emotional - und in der Tiefe der Motive der Mächtigen weiss ich es nicht… 

 

1. Was ich sicher weiss, ist, dass im Krieg das erste Opfer die Wahrheit ist. Diese Aussage von US-Senator Hiram Johnson bestätigt sich auch im aktuellen Krieg. Oder wer weiss, was genau wahr ist? Wer kennt die Schäden - die psychologischen durch die Angst vor Virus, Menschen, Staat und die Schäden an Wirtschafts-, Sozial- und Humankapital durch die Maßnahmen? Wer hat auch nur eine Ahnung von den Größenordnungen? Wer weiss, was die neuartigen Impfungen in 5 oder 10 Jahren für Auswirkungen auf die Gesundheit oder Fruchtbarkeit haben werden? Wer weiss, wer warum welche Profite gemacht hat? Wer hat wo welche Information gestreut bzw unterschlagen? Warum werden diese Fragen nicht breitest diskutiert? Es sind die Fragen der (nahen) Zukunft. Denn der Krieg wird über kurz oder lang in einer Niederlage durch Erschöpfung enden. Als alter Wirtschaftskrieger kenne ich die Prozesse, wie so etwas geht, genau. Du machst Dir vielleicht kein Bild von Lobbying. Und von Propaganda, Meinungsdruck und Gehirnwäsche. Gerade letzterem unterliegen auch alle Menschen, die in Institutionen Verantwortung für Vertrauen und Wahrheit tragen. Politiker, Medienleute, Beamte, Ärzte. Wir sehen alles dies genau an der Cancel Culture, an der Stigmatisierung jeder Opposition. Oder fällt Dir eine Opposition (Gruppe oder Person) ein, die nicht stigmatisiert / zerstört worden ist? 

 

2. So kommt es, dass das zweite Opfer im Krieg Schritt für Schritt die Gewaltenteilung, Transparenz und demokratische bzw rechtsstaatliche Kontrolle durch Widerspruch und zur Not zivilisierten Streit sind. Denn wer will mit einer Entscheidung Verantwortung übernehmen für eine Niederlage? Wer will den Dolchstoß führen bzw dessen beschuldigt werden? Nicht das Bundesverfassungsgericht auf jeden Fall. Burgfrieden nennt man das. Arschbacken zusammenkneifen für alle. Die Kleinen, aber auch die Großen. Wahrheit? Investigieren und Dingen-auf-den-Grund-Gehen…? Nein. Wobei OVG Lüneburg ein Hoffnungsschimmer ist… Die Mächtigen haben sowieso kein Interesse an Aufklärung. Zur Not werden Handys verloren / gelöscht wie bei UvdL. Weder haben sie Interesse daran, zur Rechenschaft gezogen zu werden, noch daran, das prickelnde Gefühl der Macht und des Beachtet-/ Gebrauchtwerdens zu verlieren. „Macht korrumpiert. Absolute Macht korrumpiert absolut“, sagte der britische Katholik Lord Acton. Und das ist nicht verurteilend oder verachtend gemeint, sondern nüchtern und mahnend!! 

 

3. Es gibt aber noch andere, konkretere Gründe, warum ich konsolidierte Zahlen nicht als aussagekräftig genug ansehe, um damit dauerhafte Ausnahme- bzw. Kriegszustände und eine Herrschaft der Experten / Generale / Priester zu begründen. Schon grundsätzlich darf man Zahlen keinen derart absoluten Vorrang über konkrete Menschen einräumen. Aber das nur als ceterum censeo - wobei es immer das Berufsrisiko von Ökonomen, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern ist, dies zu tun. Zahlen müssen Menschen dienen. Nicht umgekehrt. 

 

Ganz offensichtlich ist die „Inzidenz“ nicht aussagekräftig genug, da sie abhängig von Test-Inzidenz und Qualität der Tests ist - und zudem nichts über die Schwere von Erkrankungen aussagt. Aber selbst die Hospitalisierungsrate ist nicht wirklich verlässlich. Jeder Fall ist auf Seiten von Patient, Arzt und Hospital einzigartig. Und im einzigartigen Umfeld gibt es eine einzigartige Mischung von Motiven, so oder so zu behandeln. Protokolle / Standards, Routinen, (durch Medien gespeiste) Erwartungen von Patienten (Familien), „alles zu tun“, kollegialer Druck, ökonomische Incentivierungen, Beeinflussung durch Industrievertreter und auch Behandlungsfehler (zB zu späte medikamentöse Behandlung von Covid wird mir immer wieder genannt). All dies widerspricht doch nicht der Annahme, dass fast alle Ärzte das Richtige (Beste?) für Patienten wollen. Die Annahme, dass dieses Richtige nicht objektiv immer und überall im Land das Gleiche sein muss, ist doch kein Zündeln. Es ist eine begründete Relativierung der Macht dieser Zahl. Mir sagt sie nicht genug, um damit Menschen in die wirtschaftliche Vernichtung oder eine Depression zu schicken. Zudem erwarte ich von unserem Land, sich mit aller Kraft in so einer Belastung des Gesundheitssystems gegen einen Zusammenbruch zu stemmen, und nicht nur die Gesundheit als gegenwärtigen Zustand einzufrieren - sondern stattdessen auch die Freiheit (und die geistige Gesundheit) als Zukunftswährung zu schützen.

 

4. Und letztlich noch ein Punkt: Die Impfung… Immer wieder kommt mir in dem Zusammenhang Contergan in den Sinn. Die Nebeneffekte von Medikamenten sind oft erst nach Jahren sichtbar. Ich halte es für zumindest blauäugig, davon auszugehen, dass im Impfthema einfach alle nur das mit Sicherheit Richtige tun. Sie werden nicht das mit Sicherheit Falsche tun. Ok. Aber wenn der Druck der Medien und Kunden und die Profitaussichten für Lieferanten so groß sind wie in diesem Fall, würde es mich geradezu wundern, wenn beim „Sich-Beeilen“ nicht geschlampt würde. Was bedeutet aber Schlampen in diesem Fall…? Die Haftung der Hersteller ist auf jeden Fall ausgeschlossen. Es ist doch kein Zündeln, das zu sagen, oder? 

 

Alles dies sind meine rationalen Gründe, eine Krise von Vernunft und Wahrheit wahrzunehmen, die eine Krise der Gerechtigkeit ausgelöst hat, die absolut einem Krieg gleicht. Ich denke, wir befinden uns in etwa in der Kriegsweihnacht 1915/16. Man könnte irgendwie noch raus. Aber hat schon so viel geopfert… Und vielleicht winkt ja doch ein Sieg. Und Glanz und Gloria für die Kommandeure. Als nächstes sehe ich das Verdun der Impfpflicht und beständiges „Sich-Frei-Impfen“. Und dann eine Revolution. Das wird das Ende sein. Und dann wird sich fragen, wer hier wo gezündelt hat. Und wer nicht genug Feuer gelegt hat in der Dunkelheit…

 

 

 

Sunday, December 19, 2021

Feuer legen

Man sagt den Kritikern der Maßnahmen, sie zündelten mit dem Feuer, wenn sie Kritik äußern. Wenn ich Gefahren der Corona-Politik nenne (oder als größer einschätze als die durch den Virus selber), dann tue ich das NIE, um Angst oder Konflikt zu sähen. Sondern um Menschen von falschen Gewissheiten weg zu steuern, die nach meiner Lebenserfahrung zu Schein-Sicherheit, Ungerechtigkeit oder Unterdrückung, und nach meinen Erfahrungen mit politischem und wirtschaftlichem Kampf zu Krieg führen. Ich kenne Krieg in seinen Ursachen und Verläufen. 

 

Und was ich sehe, ist leider bereits Krieg. Der Krieg gegen einen nicht bestimmbaren, nicht besiegbaren (und erst recht nicht vernichtbaren) Feind: Einen Virus. Und dazu die fixe Idee (Ideologie) der Sicherheit vor Krankheit und Tod durch staatliches Handeln (oder was auch immer unsere Idee ist, die wir mit dem Kampf verfolgen) führen beide dazu, dass der Krieg endlos und daher ganz natürlich zunehmend total und rücksichtslos geführt werden muss. Dazu passt die „Keine roten Linien“-Aussage von Scholz. Ebenso ist die Söder-Aussage zu interpretieren, dass „es alles wert sein, wenn wir nur ein Menschenleben retten“. Aus diesem Grund gibt es auch keinerlei Folgenabschätzung von Maßnahmen. Es wird alles geopfert im Zweifel. Rechte, Wohlstand, innerer Frieden und Vertrauen. 

 

Ich bin gegen diesen Krieg und stattdessen für Frieden und Freiheit, weswegen ich auch gegen die Argumente kämpfe, mit denen der Krieg verklärt werden soll als etwas "vernünftiges und wissenschaftliches". Ist er mE nicht. Er ist in der Breite der Öffentlichkeit emotional - und in der Tiefe der Motive der Mächtigen weiss ich es nicht… 

 

1. Was ich sicher weiss, ist, dass im Krieg das erste Opfer die Wahrheit ist. Diese Aussage von US-Senator Hiram Johnson bestätigt sich auch im aktuellen Krieg. Oder wer weiss, was genau wahr ist? Wer kennt die Schäden - die psychologischen durch die Angst vor Virus, Menschen, Staat und die Schäden an Wirtschafts-, Sozial- und Humankapital durch die Maßnahmen? Wer hat auch nur eine Ahnung von den Größenordnungen? Wer weiss, was die neuartigen Impfungen in 5 oder 10 Jahren für Auswirkungen auf die Gesundheit oder Fruchtbarkeit haben werden? Wer weiss, wer warum welche Profite gemacht hat? Wer hat wo welche Information gestreut bzw unterschlagen? Warum werden diese Fragen nicht breitest diskutiert. Es sind die Fragen der (nahen) Zukunft. Denn der Krieg wird über kurz oder lang in einer Niederlage durch Erschöpfung enden. Als alter Wirtschaftskrieger kenne ich die Prozesse, wie so etwas geht, genau. Du machst Dir vielleicht kein Bild von Lobbying. Und von Propaganda, Meinungsdruck und Gehirnwäsche. Gerade letzterem unterliegen auch alle Menschen, die in Institutionen Verantwortung für Vertrauen und Wahrheit tragen. Politiker, Medienleute, Beamte, Ärzte. Wir sehen alles dies genau an der Cancel Culture, an der Stigmatisierung jeder Opposition. Oder fällt Dir eine Opposition (Gruppe oder Person) ein, die nicht stigmatisiert / zerstört worden ist? 

 

2. So kommt es, dass das zweite Opfer im Krieg Schritt für Schritt die Gewaltenteilung, Transparenz und demokratische bzw rechtsstaatliche Kontrolle durch Widerspruch und zur Not zivilisierten Streit sind. Denn wer will mit einer Entscheidung Verantwortung übernehmen für eine Niederlage? Wer will den Dolchstoß führen bzw dessen beschuldigt werden? Nicht das Bundesverfassungsgericht auf jeden Fall. Burgfrieden nennt man das. Arschbacken zusammenkneifen für alle. Die Kleinen, aber auch die Großen. Wahrheit? Investigieren und Dingen-auf-den-Grund-Gehen…? Nein. Wobei OVG Lüneburg ein Hoffnungsschimmer ist… Die Mächtigen haben sowieso kein Interesse an Aufklärung. Zur Not werden Handys verloren / gelöscht wie bei UvdL. Weder haben sie Interesse daran, zur Rechenschaft gezogen zu werden, noch daran, das prickelnde Gefühl der Macht und des Beachtet-/ Gebrauchtwerdens zu verlieren. „Macht korrumpiert. Absolute Macht korrumpiert absolut“, sagte der britische Katholik Lord Acton. Und das ist nicht verurteilend oder verachtend gemeint, sondern nüchtern und mahnend!! 

 

3. Es gibt aber noch andere, konkretere Gründe, warum ich konsolidierte Zahlen nicht als aussagekräftig genug ansehe, um damit dauerhafte Ausnahme- bzw. Kriegszustände und eine Herrschaft der Experten / Generale / Priester zu begründen. Schon grundsätzlich darf man Zahlen keinen derart absoluten Vorrang über konkrete Menschen einräumen. Aber das nur als ceterum censeo - wobei es immer das Berufsrisiko von Ökonomen, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern ist, dies zu tun. Zahlen müssen Menschen dienen. Nicht umgekehrt. 

 

Ganz offensichtlich ist die „Inzidenz“ nicht aussagekräftig genug, da sie abhängig von Test-Inzidenz und Qualität der Tests ist, sowie nichts über die Schwere von Erkrankungen aussagt. Aber selbst die Hospitalisierungsrate ist es nicht. Jeder Fall ist auf Seiten von Patient, Arzt und Hospital einzigartig. Und im einzigartigen Umfeld gibt es eine einzigartige Mischung von Motiven, so oder so zu behandeln. Protokolle / Standards, Routinen, (durch Medien gespeiste) Erwartungen von Patienten (Familien), „alles zu tun“, kollegialer Druck, ökonomische Incentivierungen, Beeinflussung durch Industrievertreter und auch Behandlungsfehler (zB zu späte medikamentöse Behandlung von Covid wird mir immer wieder genannt). All dies widerspricht doch nicht der Annahme, dass fast alle Ärzte das Richtige (Beste?) für Patienten wollen. Die Annahme, dass dieses Richtige nicht objektiv immer und überall im Land das Gleiche sein muss, ist doch kein Zündeln. Es ist eine begründete Relativierung der Macht dieser Zahl. Mir sagt sie nicht genug, um damit Menschen in die wirtschaftliche Vernichtung oder eine Depression zu schicken. Zudem erwarte ich von unserem Land, sich mit aller Kraft in so einer Belastung des Gesundheitssystems gegen einen Zusammenbruch zu stemmen, und nicht nur die Gesundheit als gegenwärtigen Zustand einzufrieren sondern auch die Freiheit (und die geistige Gesundheit) als Zukunftswährung zu schützen.

 

4. Und letztlich noch ein Punkt: Die Impfung… Immer wieder kommt mir in dem Zusammenhang Contergan in den Sinn. Die Nebeneffekte von Medikamenten sind oft erst nach Jahren sichtbar. Ich halte es für zumindest blauäugig, davon auszugehen, dass im Impfthema einfach alle nur das mit Sicherheit Richtige tun. Sie werden nicht das mit Sicherheit Falsche tun. Ok. Aber wenn der Druck der Medien und Kunden und die Profitaussichten für Lieferanten so groß sind wie in diesem Fall, würde es mich geradezu wundern, wenn beim „Sich-Beeilen“ nicht geschlampt würde. Was bedeutet aber Schlampen in diesem Fall…? Die Haftung der Hersteller ist auf jeden Fall ausgeschlossen. Es ist doch kein Zündeln, das zu sagen, oder? 

 

Alles dies sind meine rationalen Gründe, eine Krise von Vernunft und Wahrheit wahrzunehmen, die eine Krise der Gerechtigkeit ausgelöst hat, die absolut einem Krieg gleicht. Ich denke, wir befinden uns in etwa in der Kriegsweihnacht 1915/16. Man könnte irgendwie noch raus. Aber hat schon so viel geopfert… Und vielleicht winkt ja doch ein Sieg. Und Glanz und Gloria für die Kommandeure. Als nächstes sehe ich das Verdun der Impfpflicht und den Grabenkampf des beständigen „Sich-Frei-Impfens“. Und dann eine Revolution. Das wird das Ende sein. Und dann wird sich fragen, wer hier wo gezündelt hat. Und wer nicht genug Feuer gelegt hat in der Dunkelheit…

Wednesday, December 15, 2021

Kriegsende jetzt

Freunde, wir brauchen nicht mehr streiten. Wir sind längst mit 5G unterwegs. Überall in Berlin gibt es Clubs, Bars, Lokale, Geschäfte. Ok. Keine Museen. Aber dafür Gallerien. Letzte Woche Soiree in Kreuzberg - 200 Leute. Alles T+G und tip-top. Es ist wieder wie früher. Manche Leute kommen mit Maske und Fist-Bump rein. Nach einer Stunde: Aufgetaut. Sie sind einfach wieder... Menschen. Mit Gesicht. Mit Lachen. Sie geben einem die Hand! Einem Fremden. Das ist wunderbar und überall erlebe ich Aufwachen aus einem Alptraum - egal welche Zahlen und Quoten von irgendjemandem irgendwo wieder zusammengebastelt worden sind. Das ist schön zu sehen und gibt mir viel Hoffnung. Einfach nicht mitmachen, Friedrich. Lass jeden in seinem Narrativ leben. Alles gut. Die einen den Mummentanz (sog "gesellschaftliches Leben"), die anderen frei (sog "Leben"). Der Staat kann es nicht unterbinden. Er hat eine zu große Minderheit (ca. 20-30%) der Bevölkerung einfach verloren. Und zwar auch der besten Leute. Montag war Dinner bei mir - mit Ärzten, Unternehmern, Managern. Ein Psychiater berichtet: Jeder Zwang in einer Autoritätsbeziehung führt zum Bruch. Und wenn er sozial gefährliche Patienten zwangs-behandeln will, braucht er dazu 3 Gutachten und einen Gerichtsbeschluss. Wegen der Unverletzlichkeit der körperlich-geistigen Integrität... Alle waren der gleichen Meinung: Der Krieg ist verloren. Mehr von dem, was nichts nutzt, bringt auch nichts ausser halt Opfern. Die politische Katastrophe wird das nur verschlimmern. Aber vielleicht kann das Gebet, das gerade über Europa flutet, die gröbste Gewalt noch bändigen... Es gibt einen Weg raus aus dem endlosen Corona-Mutanten-Krieg der Obersten Hygieneleitung von Ludendorff und Lauterbach: Aussteigen. Ganz. Schluss machen. Gewehre und Tests und Spritzen wegwerfen. Wir "testen" uns sonst selber und gegenseitig und sowieso. Und gegen die Impfbescheide werden mind 2-3 Millionen Menschen (mindestens) Einspruch einlegen. Armageddon der deutschen Verwaltung. Nach dem Armageddon der deutsche Pflege. Da können sie tausendmal Telegramm stilllegen. Überall Lug, Trug, Irrtum, Halbwissen, Scheinwissen, Betrug, Lüge, Verblendung, Misstrauen und Beschuldigung, Arroganz, Aufwiegelung und Polarisierung, Kriegsprofitiererei, Inkompetenz, Verrat an alten, hehren Idealen, von Gewaltenteilung bis Volkssouveränität, von unveräußerbaren Grund- und Minderheitsrechten bis Nachhaltigkeit oder finanzieller Solidität. Aussteigen. Aufhören. Aufwachen. So wie man 1916 besser Schluss gemacht hätte mit einem Krieg, der nicht zu gewinnen war. Der am Ende nur die Niederlage aus Erschöpfung und die Revolution brachte. Die alte Ordnung scheint mir weitgehend zerstört. Wir müssen schon am neuen bauen! Heute haben fast 10000 Menschen deutschlandweit öffentlich gebetet. Dreimal so viele wie letzte Woche. Das ist meine einzige und entscheidende Hoffnung. Die einzige Frage, die sich mir stellt: War es doch Absicht, alles zu zerstören - wollte man Macht, Weltrettung oder nur Spuren verwischen oder war es, was ich glauben möchte, doch einfach nur Hysterie und Lock-In? Das wird ein Gerichtshof klären. Wir lesen jetzt zunächst bei VA tatsächlich mal Mein Great Kampf, äh Reset. Man muss es lesen, auch wenn es einem widerstrebt / langweilt. Freue mich, Dich am Freitag im großen Kreis zu sehen! Come as you are! Dein und Euer JP

P.S. Wenn wir etwas für uns alle retten wollen, lieber Friedrich, müssen wir vermutlich wirklich alles verweigern, damit es eine andere Welt gibt, in die Flüchtlinge kommen können. In der Welt der aktuellen Politik gibt es keinerlei Folgenabschätzung. Nichts. Keiner weiss, was die Regelungen ökonomisch, psychologisch, soziologisch, etc pp bringen / verursacht haben. Das ist irrational. Und die Ratio müssen wir unbedingt retten. In der Kirche. Wie schon öfters zuvor in der Geschichte.